Kurzgeschichten... Eigentlich nicht so mein Fall. In meinen Regalen stehen höchstens sieben solcher Bücher. Doch dieses Buch mit den gesammelten Geschichten von Andreas Eschbach musste ich einfach haben, schon der Vollständigkeit halber.
Vorgenommen hatte ich mir, jeden Abend vor dem Schlafengehen, ein bis zwei Geschichten zu lesen, also bei 27 Geschichten ca. zwei bis drei Wochen Lesezeit. Daraus wurden dann aber doch nur drei Tage, denn nach jeder Geschichte wollte ich unbedingt noch einen dieser einfallsreichen, witzigen und intelligenten Texte lesen.
Viele der Short Storys sind gut, die meisten sogar sehr gut, absolut genial in meinen Augen allerdings diese acht: "Quantenmüll", "Die grässliche Geschichte des Goethe-Pfennig", "Al-Quaida'", "Hindukusch", "Halloween", "Zeit ist Geld", "Mutters Blumen" und die titeltragende Geschichte über "Eine unberührte Welt".
Ob es um die perfekte und blauäugig genutzte Müllentsorgung, die Erhöhung des Solidaritätszuschlags um den Goethe-Pfennig (eine Abgabe um Autoren und deren Arbeit zu fördern), einen Pakt mit dem Teufel oder um die Rechte an dem Namen Usama Bin Laden geht, Eschbachs Ideenreichtum kannte offenbar noch nie irgendwelche Grenzen.
Diese Kurzgeschichten-Sammlung umfasst Werke aus seiner frühen Zeit als Autor sowie recht aktuelle Storys und sogar vorher noch nicht in Deutschland veröffentlichte. Vor jeder Geschichte erzählt der Autor mal mehr, mal weniger über die jeweilige Entstehung und gibt teilweise interessante Infos zum Thema, wodurch man die Geschichten natürlich ganz anders liest als ohne diese Fakten.
Schön war es auch, Eschbachs Figur Peter Eisenhardt einmal vor seiner Zeit als erfolgreicher Autor zu begegnen. So war das also... ;-)
Sein Witz und sein Können kann Andreas Eschbach jedenfalls auch in diesen kurzen Texten voll ausspielen. Abermals muss ich feststellen, dass ich alles liebe, was dieser Mann schreibt.