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Eine persönliche Erfahrung: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Kenzaburô Ôe , Siegfried Schaarschmidt
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

28. Mai 1991 suhrkamp taschenbuch (Buch 1842)
Mit der Geburt seines ersten Sohnes verändert sich für den Lehrer Bird schlagartig das Leben: Das Baby leidet an einer Gehirnhernie, und der junge Vater sieht sich mit der Frage konfrontiert, ob lebenserhaltende Maßnahmen eingeleitet werden sollen. Wer soll diese Entscheidung über Leben und Tod fällen? 'Eine persönliche Erfahrung' erzählt das Schicksal von Kenzaburo Oes Sohn, über dessen Leben der Autor zu entscheiden hatte. Heute ist Oes Sohn ein erfolgreicher Komponist und Musiker.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 7 (28. Mai 1991)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518383426
  • ISBN-13: 978-3518383421
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 10,8 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 403.329 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Kenzaburo Oe, geboren 1935 auf der Insel Shikoku, studierte Romanistik an der Tokyo University. Abschluss mit einer Arbeit über Sartre. Oe schrieb Essays, Geschichten und Romane. Mit 23 Jahren erhielt er den renommierten Akutagawa-Preis, es folgten zahlreiche weitere Auszeichungen - darunter 1994 der Nobelpreis für Literatur. Kenzaburo Oe lebt in Tokyo.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Ausweg 14. September 2006
Von Polygraph
Format:Taschenbuch
Vergessen Sie alles, was Sie jemals an sogenannten „Moral“-Vorstellungen gelernt haben, vergessen Sie alles, was ihnen Eltern, Schule oder Kirche in dieser Hinsicht eingetrichtert haben, und lesen Sie diesen Roman- genauso wie es Kenzaburo Oe tat, als er ihn schrieb.

Diese autobiographische Geschichte des jungen Vaters Bird, der mit seinem Ekel ringt, weil sein Sohn mit einem irreparablen Hirnschaden geboren wurde, geht an die äußerste Grenze des menschlichen Schamgefühls.

Bird weiß, dass, wenn er nichts tut, sein Sohn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der Woche nach seiner Geburt sterben wird. Und er kann nur schlecht verbergen, dass ihm das Recht ist.

Das Buch behandelt die Frage, ob ein Mensch ein Feigling ist, wenn er seinem natürlichsten Impuls folgt, und ein Kind mit starker Abnormität von sich weist, und ob er ein Held ist, wenn er ein Kind, dass ihn niemals erkennen wird, dass ihm niemals dankbar sein wird, bis an sein Lebensende pflegen wird.

Bird weiß auch, dass, das Kind leben zu lassen, für ihn bedeutet, seine Unabhängigkeit, seine Träume und auch seine Ersparnisse für immer zu opfern. Und er flieht vor dieser Entscheidung, bis er mit dem Rücken zur Wand steht.

Der Unterton des Buches ist Scham und Schuldgefühl. Das Gefühl des Ausgeliefertsein, des endgültigen Bruches im Leben, und dem Wunsch die Zeit zurückdrehen zu können, machen das Buch zu einer aufwühlenden Erfahrung.

Der Grund, aus dem ich trotzdem einen Stern abziehe, ist die Sprache der sich der Verfasser bedient. Vielleicht hängt es mit der Übersetzung aus dem Japanischen zusammen, Oe schmückt jedoch sein Buch mit bildreichen Metaphern und Vergleichen aus, die nicht immer gelingen.

Dafür ein ganzer Absatz als Beispiel:

„In den Sekunden, in denen Himiko diesmal nun ihr unabhängig eigenes Genuines umklammerte, leistete Bird ihr in stoischer Selbstbeherrschung Beistand, wie ein Soldat seinem Kameraden in der Schlacht. Danach bebte sie noch lange am ganzen Körper. Sie fiel in Hilflosigkeit, und war bald wie ein sattes Tierjunges eingeschlafen. Bird fühlte sich wie eine Glucke, die ihr Küken hütet.“ Diese blumige Sprache mildert ungewollt den allgemeinen Effekt der Geschichte etwas ab.

Was definiert einen Menschen? Ist ein Neugeborenes, das nicht sehen, nicht riechen, nicht hören, nicht schmecken und nicht sprechen kann, noch am Leben? Warum „muss“ man einen schwerbehinderten Menschen lieben, nur weil er das eigene Kind ist? Und vor allem: Was würde I C H tun, wenn all das M I R passieren würde? All das sind Fragen, die in diesem Buch gestellt werden.

„Eine persönliche Erfahrung“ ist gleichzeitig eine unbequeme Erfahrung für den Leser.

Aber bevor man das nächste Mal mit dem Finger auf Sterbehilfe-Befürworter oder Abtreibungsärzte zeigt, sollte man sich dieser unbequemen Erfahrung unbedingt unterziehen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Träumen, Whisky und Monsterbabys 17. Januar 2006
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Bird ist Ende zwanzig, ein abgebrochener Literaturstudent im Tokio der frühen sechziger Jahre. Durch die Stadt irrend fühlt er, wie seine Jugend zu Ende geht, ohne dass er seinen Lebenstraum, nach Afrika zu fahren, verwirklicht hat. Die bevorstehende Geburt seines ersten Kindes erscheint ihm als das endgültige Ende seiner Freiheit und seine Befürchtungen steigern sich zum Entsetzen, als er wenig später erfährt, dass sein neugeborener Sohn an einer schweren Gehirnanomalie leidet. Allein, ohne Kontakt zu seiner Frau, die unwissend und isoliert in einem Krankenhaus liegt, steht er vor den Trümmern seiner bisherigen Existenz. Er versucht, vor der Realität des „Monsterbabys“ zu fliehen: in Alkoholexzesse und zu Himiko, einer alten Freundin, die seine Geliebte wird. Er hofft, dass sein Kind stirbt und als Folge davon seine Frau die Scheidung verlangt. Aber das Baby zeigt einen zähen Lebenswillen und übersteht sogar Birds Versuch, es mit Hilfe der Ärzte an Mangelernährung sterben zu lassen. Damit Bird wieder frei wird und sie gemeinsam nach Afrika gehen können, fassen Himiko und er einen neuen Plan…
Mit schonungsloser Wahrheitsliebe und einer krassen, sezierenden Genauigkeit setzt sich der Autor in diesem autobiografisch geprägten Roman über Tabus und Klischees hinweg und legt ohne jede Moralisiererei eine existenzielle Entscheidungssituation offen: Bird steht zwischen den eigenen Träumen und Wünschen und der Verantwortung für sich und sein Kind. Ein Buch, bei dem das Lesen selbst zur Erfahrung wird, denn jeder, der mal jung war oder es noch ist, wird Bird mit seiner Unsicherheit und seiner Sehnsucht nach einem freien Leben verstehen. Witzig ist es übrigens auch immer wieder. Und die Beschreibung von Birds Elend nach einer durchzechten Nacht ist die beste, die ich bisher zu diesem Thema gelesen habe.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schweres Thema für einen etwas leichten Roman 21. April 2007
Format:Taschenbuch
Von einem schweren Schicksalsschlag wird der junge Bird getroffen. Seine Frau bringt ein Kind mit einer schweren Missbildung am Kopf zur Welt. Die Ärzte machen ihm kaum Hoffnung für das "Ding". Bird ist schockiert, völlig überfordert und er hofft darauf, dass sich das "Problem" in den nächsten Tagen durch den Tod des Kindes von allein löst. Nur ein paar Tage unmittelbar nach der Geburt des Kindes teilt der Leser mit Bird und der macht es einem machmal nicht leicht mit ihm zu leiden. Er betrinkt sich so sehr, dass er seinen Job verliert und sucht Zuflucht bei einer Bekannten mit der er exzessiv seine Frau betrügt. Diese, seine Frau, spielt in der Erzählung überhaupt keine Rolle.

Dass Verzweiflung in seiner Situation groß geschrieben ist, ist verständlich. Sogar seinen Wunsch, dass das Kind stirbt, finde ich durchaus nachvollziehbar. Ein mutiges und ehrliches Buch. Dennoch musste ich immer wieder leise den Kopf schütteln. Vielleicht besonders, da ich ein weiblicher Leser bin? Die schweren Gewissenskonflikte, die jemand in einer solchen Situation erleidet, empfand ich ein wenig oberflächlich geschildert.

Die Geschichte ist leicht und flüssig zu lesen, hat aber stilistisch nichts Großartiges zu bieten.
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