...und nach seinem "Meisterwerk" "Eine kurze Geschichte von fast allem" eine ziemliche Enttäuschung. Während Bill Bryson es in EKGVFA schafft, viele unglaublich komplexe Themen anschaulich und prägnant rüber zu bringen (und dabei, soweit ich das nach meinem eigenen Fachgebiet beurteilen kann, auch nur wenig schlampert), ist das hier erst mal -- wirr. Die Anlehnung an die Zimmer eines Hauses ist in vielen Fällen extrem konstruiert. Die Zeit springt vor und zurück, wir erfahren zu ca. 2000 historischen Persönlichkeiten häppchenweise hier und da ein Detail. Keine Ordnung, kein großes Ganzes, kein Überblick. Was bleibt, ist eine riesige Sammlung von Fakten, Verzählchen und Fast-Fakten. Nur geeignet für Leute mit einem exzellenten Namensgedächtnis, damit man, wenn nach 200 Seiten eine Person zum dritten Mal auftaucht, noch weiß, um wen es eigentlich geht. Das geht mir leider ab.
Das Buch wirkt sehr gewollt: EKGVFA ist für Bryson nur noch schwer zu toppen. Das weiß er, glaube ich. Und dann kommt leider so was dabei raus, weder Fisch noch Fleisch. Schade, wenn er wieder Reisebücher schreiben würde, dann wette ich, dass ich mich bei der Lektüre auch wieder auf dem Boden wälzen würde! :-)