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Kennen Sie die Weltgeschichte? Wenn nicht, Gigantes bringt die wesentlichen Ereignisse auf 250 Seiten zu einer Gesamtaussage zusammen.
Er fängt dabei vor 5.000 Jahren an und gibt eine Aussicht wie es werden könnte in den heutigen kritischen Gebieten des globalen Dorfes.
Er zeigt, dass die besten Demokratischen Prinzipien von Solon vor 2.500 Jahren erdacht wurden, aber dass wie in jedem Projekt, die Umsetzung das Schwierige ist und eigentlich erst in den letzten 200 Jahren bedeutende Fortschritte erlebt wurden.
Er spricht aber auch alte demokratische Prinzipien an, die im Geschichtsunterricht nicht angesprochen wurden, da sie zu weit von unseren heutigen Idealen entfernt sind. Das fängt bei Platon an (über den in der Schule nur Bestes berichtet wurde) und geht über verschiedene römische Kaiser (und Kaiserinnen) zu den auf- und absteigenden Weltreichen.
Gigantes verwendet eine ganz eigene Darstellung der Dinge. Er ist offensichtlich nicht auf der Seite der großen Eroberer (Akquisitoren, wie er sie nennt), sonder eher im Elfenbeinturm der Wissenschaft - aber er trennt sehr bewusst die Fakten von der Geschichtsklitterung. Ob das bei Jesus und der Katholischen Kirche der Fall ist oder bei Talleyrand und Napoleon.
Ich persönlich habe dies Buch als die Essenz des Lebens eines Geschichtsprofessors verstanden, der sich auf die herausragenden Fakten der Geschichte konzentriert hat und dadurch Licht in dunkle Zeiten gebracht hat. Dabei tritt er einigen Institutionen heftig auf die Füße - aber das ist wahrscheinlich einer seiner Beweggründe gewesen.
Allen diesen Fragen geht der Historiker Gigantès auf unnachahmlich informative und unterhaltsame Weise nach. Er beschreibt schillernde und grausame Gestalten der Weltgeschichgte (wie etwa die römische Kaiserin Agrippina) ebenso anschaulich wie die großen Revolutionäre und Umwälzer unserer Gesellschaft (Martin Luther). Dabei lässt er so manches geschichtliche Ereignis in einem neuen Licht erscheinen (besonders die Eroberung des europäischen Kontinents durch die Germanen und die Behandlung besiegter Christen durch die Muslime).
Das Buch ist natürlich keineswegs vollständig, das ist schon durch die geringe Seitenanzahl ersichtlich. Gerade deshalb bietet es einen gelungenen Überblick und ist auch als Nachschlagewerk geeignet. Gigantès schreibt flüssig, einfach (gut geeignet für Laien, wie mich zum Beispiel;-) und würzt viele seiner Beiträge mit einem Hauch Ironie, was es mir manchmal wirklich schwer machte, das Buch aus der Hand zu legen. Sehr gelungen kann ich dazu nur sagen!
Wer übrigends an einem ähnlichen Überblickswerk zur europäischen Geschichte interessiert ist, dem kann ich "Die Geschichte Europas" von Dietrich Schwanitz wärmstens empfehlen!
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