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29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Trennung von Fakten und Geschichtsklitterung, 26. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Welt: Alles, was man wissen muß (Taschenbuch)
Philippe Gigantes: Eine kurze Geschichte der Welt Kennen Sie die Weltgeschichte? Wenn nicht, Gigantes bringt die wesentlichen Ereignisse auf 250 Seiten zu einer Gesamtaussage zusammen. Er fängt dabei vor 5.000 Jahren an und gibt eine Aussicht wie es werden könnte in den heutigen kritischen Gebieten des globalen Dorfes. Er zeigt, dass die besten Demokratischen Prinzipien von Solon vor 2.500 Jahren erdacht wurden, aber dass wie in jedem Projekt, die Umsetzung das Schwierige ist und eigentlich erst in den letzten 200 Jahren bedeutende Fortschritte erlebt wurden. Er spricht aber auch alte demokratische Prinzipien an, die im Geschichtsunterricht nicht angesprochen wurden, da sie zu weit von unseren heutigen Idealen entfernt sind. Das fängt bei Platon an (über den in der Schule nur Bestes berichtet wurde) und geht über verschiedene römische Kaiser (und Kaiserinnen) zu den auf- und absteigenden Weltreichen. Gigantes verwendet eine ganz eigene Darstellung der Dinge. Er ist offensichtlich nicht auf der Seite der großen Eroberer (Akquisitoren, wie er sie nennt), sonder eher im Elfenbeinturm der Wissenschaft - aber er trennt sehr bewusst die Fakten von der Geschichtsklitterung. Ob das bei Jesus und der Katholischen Kirche der Fall ist oder bei Talleyrand und Napoleon. Ich persönlich habe dies Buch als die Essenz des Lebens eines Geschichtsprofessors verstanden, der sich auf die herausragenden Fakten der Geschichte konzentriert hat und dadurch Licht in dunkle Zeiten gebracht hat. Dabei tritt er einigen Institutionen heftig auf die Füße - aber das ist wahrscheinlich einer seiner Beweggründe gewesen.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
So lebendig kann Geschichte sein, 28. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Welt: Alles, was man wissen muß (Taschenbuch)
In Phillippe Gigantès' Querschnitt durch die Geschichte geht es vorallem um menschliche Gier und Machtbesessenheit. Wer waren die Dikatoren und Thyrannen dieser Welt? Unterscheiden sich ihre Motive wesentlich von denen jener, die unsere Welt auch heute noch unterjochen wollen? Wieso war unser Weg zur Demokratie vorallem in Europa ein so langer und beschwerlicher? Allen diesen Fragen geht der Historiker Gigantès auf unnachahmlich informative und unterhaltsame Weise nach. Er beschreibt schillernde und grausame Gestalten der Weltgeschichgte (wie etwa die römische Kaiserin Agrippina) ebenso anschaulich wie die großen Revolutionäre und Umwälzer unserer Gesellschaft (Martin Luther). Dabei lässt er so manches geschichtliche Ereignis in einem neuen Licht erscheinen (besonders die Eroberung des europäischen Kontinents durch die Germanen und die Behandlung besiegter Christen durch die Muslime). Das Buch ist natürlich keineswegs vollständig, das ist schon durch die geringe Seitenanzahl ersichtlich. Gerade deshalb bietet es einen gelungenen Überblick und ist auch als Nachschlagewerk geeignet. Gigantès schreibt flüssig, einfach (gut geeignet für Laien, wie mich zum Beispiel;-) und würzt viele seiner Beiträge mit einem Hauch Ironie, was es mir manchmal wirklich schwer machte, das Buch aus der Hand zu legen. Sehr gelungen kann ich dazu nur sagen! Wer übrigends an einem ähnlichen Überblickswerk zur europäischen Geschichte interessiert ist, dem kann ich "Die Geschichte Europas" von Dietrich Schwanitz wärmstens empfehlen!
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Fundiertes jedoch etwas willkürliches Wissen - nur für Fortgeschrittene, 2. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Eine kurze Geschichte der Welt: Alles, was man wissen muß (Taschenbuch)
Es ist natürlich reißerisch ein Buch mit "Alles, was man wissen muß" zu betiteln und das nicht erst seit Dietrich Schwanitz. Gigantes liefert mit seiner kurzen Geschichte der Welt in der Tat auch noch ein sehr kurzes Buch ab. Direkt im Vorwort begründet er dies und deckt auf: Eigentlich ist es gar keine kurze Geschichte der Welt sondern im Prinzip die umreißende Geschichte von Gesellschaften und den "großen Akquisitoren" wie er sie nennt, also im Prinzip Leute die Macht an sich reißen wollen... In der Tat - in dem Buch steckt eine Menge Wissen und Gigantes schreibt fundiert und voller Sachkenntnis. Er stellt Systeme und Theorien von Größen wie Platon, Laotse oder Jesus vor und bespricht gesellschaftliche Grundlagen im ersten Teil seines Buches, während sich der zweite Teil des Buches mit den Machthabern befasst, die Gesellschaftsordnungen zerstören wollen - dieser Teil ist ungleich größer... Eine wirklich Struktur findet Gigantes in seinem Buch jedoch nicht. Zwar schreibt er selbst, dass er natürlich nur eine willkürliche Auswahl an Beispielen nennen kann, dennoch: Die Zeit- und Ortsprünge sind massiv...es sind Fragmente der Geschichte die präsentiert werden. Es geht um Agrippina im alten Rom, Cortez während der Eroberung Amerikas oder Napoleon Bonaparte... Gigantes begründet nicht wie und warum er seine Beispiele auswählt, lediglich glaubt er eine "interessante" Auswahl getroffen zu haben, was teilweise auch durchaus zutreffend ist, an anderern Stellen wiederum eher nicht. Das Problem ist, dass der Leser der absoluten Willkür des Autors ausgeliefert ist: Diese Themen werden behandelt, diese nicht und so weiter... Ein weiteres Problem ist das extreme Fachwissen, mit dem Gigantes einen teilweise geradezu überwalzt. Da werden Fachbegriffe wie etwa Simonie ohne Erklärung wie selbstverständlich in den Text eingeflochten, da werden Namen ohne Kontext aneinandergereiht, da wird teilweise versucht riesige Zeitabschnitte mit wenigen Sätzen zu "erklären"... Wenn der Leser sich nicht bereits recht gut in der Geschichte auskennt wir d er schnell kopfschüttelnd sagen "Wie jetzt, wie war das denn genau?" "Was meint er damit?" "Das würde ich gern genauer wissen!" Das Buch wirft viele Fragen auf und war an manchen Stellen auch für mich als Geschichtsstudent unübersichtlich und etwas unklar wobei es grade zum Ende hin besser wurde. Für wen ist also dieses Buch? Laien werden schlichtweg überfordert damit sein, für Historiker ist das Buch zu unwissenschaftlich...es beschreitet einen Mittelweg und es ist definitiv NICHT als Schulbuch oder Schulbuchersatz zu gebrauchen, wie auf dem Klappentext angedeutet wird... Kurzum: Als Einführung oder Lektüre "nebenbei" ist dieses Buch nicht geeignet. Auch ist es für ein Allgemeinbildung schaffendes Buch zu knapp und zu kompakt. Allerdings: Leser, die in Geschichte bereits eine recht gute Allgemeinbildung haben, oder denen es nichts ausmacht in dem einen oder anderen Kapitel ratlos zurückzubleiben (die vielleicht sogar Freude daran haben die aufgeworfenen Fragen selbstständig zu erforschen) werden an diesem Buch ihre Freude haben - es ist unterhaltsam, mit sinnvollen Quellen- und Literaturverweisen sowie wirklich randvoll mit interessantem Fachwissen!
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