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Eine kurze Geschichte der Zeit
 
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Eine kurze Geschichte der Zeit [Taschenbuch]

Stephen Hawking , Hainer Kober
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (121 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Der Spiegel

Odyssee durch den Kosmos
In der Schule war er nur mittelmäßig. Weit mehr Vergnügen bereitete es ihm, komplizierte Brettspiele auszuknobeln, die er dann auf Kartonpappen aufmalte. Abendelang mussten sich seine genervten Mitschüler durch labyrinthische Königreiche quälen. Er aber genoss es, dass er die Gesetze ersonnen hatte, die in diesen Phantasiewelten herrschten.

Später wandte sich Stephen Hawking (der während seines Studiums angeblich höchstens eine Stunde täglich büffeln musste) jenen Regeln zu, nach denen das seit Jahrmilliarden dauernde Spiel auf der Himmelsbühne abläuft. Ohne falsche Bescheidenheit verkündete der als Meisterdenker gerühmte Physikprofessor aus Cambridge sein Lebensziel: „Ich möchte herausfinden, woher das Universum kommt. Wie und warum es begonnen hat. Wie es enden wird, und wenn, wie dieses Ende aussehen wird.“

Mit diesen ultimativen Schicksalsfragen beschäftigt sich Hawking auch in seinem 1988 erschienenen Bestseller „Eine kurze Geschichte der Zeit“: Eine so rasante und unterhaltsame Odyssee durch den Irrgarten kosmologischer Denkmodelle hat vor ihm noch kein Wissenschaftler zu Papier gebracht.

Das populärwissenschaftliche Buch, bislang weltweit rund zehn Millionen Mal verkauft, machte Hawking zum berühmtesten lebenden Forscher unserer Zeit. Auf 750 Männer, Frauen und Kinder des Planeten, hat er einmal selber ausgerechnet, komme ein Exemplar. Wer sonst schon könne sich rühmen, scherzt Hawking, „mehr Bücher über Physik verkauft zu haben als Madonna über Sex“?

Doch wirklich gelesen oder gar verstanden haben vermutlich die wenigsten die streckenweise schwere Kost, die der Kosmologe ihnen in seinem Bändchen vorsetzt. Spötter lästern deshalb, die „Kurze Geschichte der Zeit“ sei das meistverkaufte ungelesene Buch seit der Bibel.

Dass kaum ein Leser bis zur letzten Seite durchgehalten hat, bezweifelt nicht einmal der Autor: „Auch ich verstehe keineswegs alle Ideen in meinem Buch; wäre dem so, würde ich den Plan Gottes kennen.“ Und ebenso ehrlich gibt Hawking zu: „Wahrscheinlich hat meine Behinderung zum Verkaufserfolg des Buches beigetragen. Wenn dem so ist, finde ich das bedauerlich.“

Noch eindrucksvoller als seine wissenschaftliche Leistung, sagen Freunde und Kollegen, sei aber ohnehin die Bravour, mit der er sein Schicksal meistert. Seit Jahren ist der Geistesheroe an den Rollstuhl gefesselt. Reden kann der Gelähmte nicht mehr. Was er sagen will, teilt er per Augenbewegung einem Infrarotsensor mit. Ein Sprachcomputer sagt dann mit näselnder Stimme, was der Professor ihm aufgetragen hat.

Mit 20, als junger Physikstudent, erkrankte Hawking an unheilbarem Muskelschwund („amyotrophische Lateralsklerose“). Normalerweise führt dieses Leiden rasch zum Tode. Als die ersten Symptome der Krankheit auftraten, gaben ihm Ärzte nur wenige Jahre. Die niederschmetternde Diagnose warf den jungen Wissenschaftler beinahe aus der Bahn. Dass die Krankheit, die Hawking für zwei Jahre in tiefe Depressionen stürzte, ihn nicht niederrang, verdankte er der Begegnung mit seiner späteren Ehefrau, der Sprachstudentin Jane Wilde: „Von da an war ich entschlossen zu leben.“

Doch auch die Ehe eines Genies hält nicht ewig. Jahre nach der Trennung schilderte seine Ex-Frau, wie sich Hawking als harscher Haustyrann gebärdet habe. Während ihr Mann kosmische Schwarze Löcher ergründete, fühlte Jane sich eher von einem menschlichen Schwarzen Loch verschlungen. Frauen von Astrophysikern, klagt sie, seien Witwen, egal wie lange ihre Männer leben.

Immerhin verhinderte der Mega-Erfolg der „Kurzen Geschichte der Zeit“, dass die persönliche Katastrophe auch zur finanziellen wurde. Als es zur Scheidung kam, war Hawking bereits so berühmt, dass die Klatschblätter Anteil an seinem Privatleben nahmen. „Der klügste Mann der Welt lässt sich scheiden“, alberte „Bild“, „weil seine Frau an Gott glaubt.“

Ohne sein ungewöhnliches Schicksal wäre Hawking sicher kaum zum Popstar der Physik geworden. Sein Werdegang enthält eben alle Zutaten für einen modernen Mythos: Ausgerechnet jener Mann, der sprach- und bewegungslos zurückgeworfen wurde auf den reinen Geist, sucht mit unbändiger Willenskraft nach der Schöpfungswahrheit – die der ungläubige Denker selbst bloß für eine mathematische Formel hält.

Für seine Fans ist es dabei auch unerheblich, dass er in der heutigen Kosmologie nur eine Nebenrolle spielt. Hawking weiß selber sehr genau, dass er nicht in einer Reihe mit Newton und Einstein steht. Er hoffe, sagt er bescheiden, einen kleinen Baustein zur Pyramide des Wissens hinzugefügt zu haben: „Aber er ist sicher nicht so groß wie die Bausteine dieser Männer.“

Seine wichtigste Erkenntnis stammt aus den frühen siebziger Jahren. Als junger Forscher widmete er sich dem (theoretischen) Studium der Schwarzen Löcher – jener Sternenkadaver, die so massereich sind, dass nicht einmal Lichtstrahlen aus ihrem Schwerefeld entkommen können. Hawkings Berechnungen ergaben, dass die düsteren Gebilde keineswegs auf ewig unveränderliche Grabmäler sind. Unter bestimmten Voraussetzungen können sie sehr wohl energiereiche Strahlung aussenden, dabei schrumpfen und irgendwann sogar verdampfen.

Hawkings Kalkulationen ließen die Hoffnung keimen, dass die Himmelsforscher schon bald sogar in der Lage wären, andere kosmische Extremzustände mathematisch zu entzaubern – vor allem den Urknall selbst, also die explosionsartige Geburt des Universums.

Genau dieser Ehrgeiz treibt ihn seit frühester Jugend an: nachzuweisen, dass der Kosmos auch ohne einen Gott entstanden sein kann. Am elegantesten wäre der Schöpfer aus der Welt zu schaffen, so erkannte Hawking, „wenn wir in einem Universum leben, das vollkommen in sich geschlossen und ohne Anfang und Ende ist“.

Tatsächlich gelang es ihm, ein solches Weltmodell auszutüfteln; um dieses kosmologische Konzept geht es letztlich in den Schlusskapiteln seines Buches. Leider ist das von ihm erdachte Universum, in dem sogar die Zeit ihren Sinn verliert, bis heute reine Theorie geblieben. Im Gegenteil passen die jüngsten Beobachtungen der Astronomen nur schlecht zu den Vorhersagen des Hawking-Kosmos.

Spätestens seit Erscheinen seines Weltbestsellers hat der Professor aus Cambridge ohnehin keine wissenschaftlichen Leistungen zuwege gebracht, die in der Fachwelt für Aufsehen sorgten – was nicht wirklich überraschen kann, grenzt es doch an ein medizinisches Wunder, dass der 64-Jährige überhaupt noch am Leben ist. Zwar rühmen seine Kollegen bis heute seine Geistesschärfe; aber zunehmend sehen sie ihn auch als Orakel vom Dienst. „In den letzten Jahren ist er sehr viel spekulativer geworden“, formuliert diplomatisch sein Freund, der US-Physiker Kip Thorne.

Das Laienvolk indes lauscht immer wieder aufs Neue seinen phantasievollen Gedanken, die er in Büchern oder öffentlichen Vorträgen präsentiert. Gebannt hören seine Fans ihm zu, wenn er über Außerirdische, die Besiedlung ferner Planeten oder die genetische Verbesserung des Menschen fabuliert. Wie kaum ein anderer trägt er so zur Popularisierung von Wissenschaft bei – einen besseren Botschafter und Entertainer hat die Physik seit Albert Einstein nicht gehabt.

Speziell Hawkings britischer Humor hat einen hohen Unterhaltungswert. Mit Ironie berichtet er etwa in der „Kurzen Geschichte der Zeit“ von einer Audienz bei Papst Johannes Paul II. in Rom, wo Jesuitenpater ein Kosmologen-Symposium organisiert hatten. Der Heilige Vater bat die Gelehrten, den Urknall selber, Gottes Schöpfungsakt, von wissenschaftlicher Neugier zu verschonen.

Dass er, Hawking, soeben im Vatikan die Idee ausgebreitet habe, es gebe womöglich keinen Anfang des Universums und somit auch keinen Schöpfungsakt, sei dem Papst wohl entgangen – Gott sei Dank: „Ich hatte keine Lust, das Schicksal Galileis zu teilen, mit dem ich mich sehr verbunden fühle – zum Teil wohl, weil ich genau 300 Jahre nach seinem Tod geboren wurde.“

Nachwort von Olaf Stampf zu Eine kurze Geschichte der Zeit. SPIEGEL-Edition Band 16 -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Eine kurze Geschichte der Zeit – Die Suche nach der Urkraft des Universums
OT A Brief History of Time: From the Big Bang to Black Holes OA 1988 DE 1988Form Sachbuch Bereich Physik
Das international ungewöhnlich erfolgreiche Buch Eine kurze Geschichte der Zeit von Stephen Hawking soll auf allgemein verständliche Weise die fundamentalen Fragen beantworten, die den Autor zu seinen Forschungsarbeiten in Kosmologie und Quantentheorie veranlasst hatten: Woher kommt das Universum? Wie und warum hat es begonnen? Wird es enden? Und wenn, wie wird dieses Ende aussehen?
Inhalt: In elf Kapiteln spannt Hawking den Bogen von unserer Vorstellung vom expandierenden Universum (die Galaxien bewegen sich voneinander fort; beim Urknall war das Universum unendlich klein und dicht) samt seiner mathematischen Abbildung in der allgemeinen Relativitätstheorie von Albert R Einstein über die Darstellung der Elementarteilchen und Naturkräfte zu den Schwarzen Löchern. Auch einen eigenen Forschungsbeitrag stellt Hawking allgemein verständlich dar: Ein Schwarzes Loch als Endstadium der Entwicklung eines sehr massereichen Sterns kann Teilchen und Strahlung als Folge von Quantenfluktuationen in genau der Menge aussenden, die der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik zulässt. Schließlich würde es (sogar) in einem gewaltigen Strahlungsausbruch ganz verschwinden. Das gilt im Prinzip auch für Schwarze Löcher mit vielen hundert Millionen oder Milliarden Sonnenmassen, wie man sie in den Zentren der Galaxien und Quasare vermutet – aber je kleiner das Schwarze Loch ist, umso stärker wird die Strahlung. Auch beim Urknall wird das Gravitationsfeld so stark, dass Effekte der Quantenmechanik bedeutsam werden.
Über die Frage nach Ursprung und »Schicksal« des Universums kommt Hawking zum Zeitpfeil und der – heute immer noch nicht erreichten – Vereinheitlichung der Physik, bei der es darum geht, die bisher getrennt nebeneinander bestehenden Theorien der Gravitation und der Quantenmechanik bzw. Quantenfeldtheorien für starke, schwache und elektromagnetische Wechselwirkung miteinander zu vereinigen.
Das Werk schließt mit Charakterisierungen von Lebenswegen der berühmten Physiker, die sich Hawking zum Vorbild nimmt: Einstein, der mit seiner allgemeinen Relativitätstheorie eine entscheidende Grundlage der heutigen Gravitationstheorie und Kosmologie gelegt hat, Galileo R Galilei und Isaac Newton (1643–1727), den Begründer der »alten« Gravitationstheorie.
Wirkung: Diese Darstellung der Kosmologie ohne Formeln wurde auch deshalb international ein großer Verkaufserfolg, weil Hawking als Person in Nachrichtenmagazinen und anderen Medien im Vergleich zu seinen Wissenschaftlerkollegen ungewöhnlich oft präsent ist. Das Buch ist Vorläufer vieler anderer populärer Präsentationen der Kosmologie und hat wesentlich zum allgemeinen Interesse für diesen Wissenschaftszweig beigetragen. G. W.

Kurzbeschreibung

"Eine rasante Geisterbahnfahrt durch das Labyrinth kosmologischer Denkmodelle." (Der Spiegel) "Der Physiker Stephen Hawking ist im Begriff, die Formel zu finden, die das Universum erklärt." (Zeit-Magazin)

carpe.com

In diesem Buch erzählt Hawking die Geschichte der Kosmologie. Er beginnt mit dem archaischen Bild des Schildkrötenturms, der die Erde trägt, gelangt über Aristoteles, Newton und Galilei zu den Superstring-Theorien, die darauf bauen, daß die Raumzeit zehn oder gar 26 Dimensionen hat, macht den Leser mit den Grundlagen der Relativitätstheorie vertraut, der Quantenmechanik und der Quantentheorie.

Die weißen Zwerge kann jeder sehen, der den Sternenhimmel betrachtet. Aber wie sind Schwarze Löcher, die keinerlei Licht aussenden, zu entdecken? Warum verschlucken die Schwarzen Löcher alles und jedes, was in ihre Nähe kommt? Und warum senden sie auch Materie aus? -- Was hat Gott tun müssen, um die Welt zu erschaffen? Was ist mit dem Urknall? Wird Gott demnächst zum Opfer der Wissenschaften? Und, und...

Hawking entwickelt keine neue Theorie; er stellt das Warum in den Mittelpunkt seiner Geschichte der Zeit und erzählt diese voller Leidenschaft auf verblüffend unakademische Weise, in verständlicher Sprache und mit sehr viel wenn auch etwas bissigem Humor.

Stephen W. Hawking wurde im Jahr 1942 geboren, hat Physik und Mathematik studiert, wurde im Jahre 1979 mit dem Titel "Lucasian Professorship" ausgezeichnet, leidet seit über 20 Jahren an einer unheilbaren Nervenerkrankung, die tödlich verlaufen soll, ist demzufolge an einen Rollstuhl gefesselt und ständig auf Hilfe anderer angewiesen. Der Geist von Stephen W. Hawking aber durchdringt die unermeßlichen Weiten von Zeit und Raum, um dem Universum die letzten Geheimnisse abzutrotzen. --Regula Erni -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Über den Autor

Prof. Dr. Stephen W. Hawking, 1942 geboren, Physiker und Mathematiker an der Universität Cambridge, wo ihm 1979 der Titel "Lucasian Professorship" verliehen wurde, ein angesehenes Lehramt, das vor ihm Newton und Paul Dirac bekleideten. Zahlreiche Veröffentlichungen, vor allem wissenschaftliche Artikel und Fachbücher.
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