Bei "Eine kurze Geschichte des Scheiterns auf Japanisch" handelt es sich um das Erstlingswerk von Fiona Campbell, die eine kurze Zeit in Japan gearbeitet hat und ihre Eindrücke über die japanische Kultur in diesem Buch niederschreibt.
Die Handlung lässt sich kurz zusammenfassen: Kenji ein durchschnittlicher Salaryman verliert nach 20 Jahren seinen Job bei einem Fernsehsender. Statt es sofort seiner Frau zu beichten, hält er es aus Scham darüber ein halbes Jahr geheim und verdient seinen Lebensunterhalt mit Pachinko spielen, einem japanischen Glücksspiel.
Natürlich erfährt es seine Frau und zwingt ihn niedere Arbeiten anzunehmen, da Kenji ansonsten keine seiner Qualifikation entsprechenden Jobs finden kann. Kenji quält sich also Tag ein und Tag aus zur Arbeit und entwickelt währendessen aus Langeweile in seinem Kopf das Konzept für eine neue "spektakulären" Fernsehshow.
Als er diese einem Bekannten aus der Fernsehproduktion vorstellt, ist dieser sofort begeistert und verspricht diese mit Kenji zu produzieren.
Natürlich kommt es anders als von Kenji gedacht! Der Produzent gibt die Idee als seine eigene aus und lässt Kenji außen vor, bis es diesem gelingt durch eine List ins Team hinzu zu stoßen. Dort wird er jedoch nicht wie erhofft in die Arbeiten miteinbezogen, sondern verbringt wochelang seine Zeit damit Toaster und ähnliches zu reparieren.
Durch eine glückliche Fügung wird Kenji völlig unerwartet von seinem Martyrium befreit und zum leitenden Produzenten befördert. Natürlich ist auch dieses Glück nicht von Dauer und Kenji schafft es nur unter Biegen und Brechen die Show fertig zu stellen, die dann nach vielen Anlaufschwächen prompt zur erfolgreichsten Show Japans mutiert!
Leider muss Kenji diesen Erfolg bitter bezahlen...
Das Buch ist ganz nett geschrieben und wurde von mir innerhalb von 3 Tagen durchgelesen. Natürlich ist die eigentliche Geschichte von ewigen Loser nicht neu, dafür entschädigt jedoch das Setting, in dem sie spielt. Ich habe selbst eine Zeit lang in Japan gelebt und finde es sehr schön, wie die sich meine Erfahrungen und Eindrücke zur japanische Gesellschaft mit denen der Autorin decken.
Für Japan Fans also 4 Sterne, alle anderen sollten lieber einen Stern abziehen!