Dr. Ute Paul- Prössler und Thomas Knauer nehmen den Leser mit auf eine kulinarische Reise durch Thüringen.
Die Autorin berichtet von der historisch gewachsenen Landschaft.
Viele Burgen erinnern an das Mittelalter. Damals führten bedeutende europäische Handelswege durch das mit dichtem Wald und fruchtbarem Ackerland gesegnete Land.
Regionale lukullische Spezialitäten der thüringischen Küche sind Klöße, Rostbrätel, Schmöllner Mutzbraten , Rostbratwürste und zahlreiche andere Wurstwaren.
Interessant zu lesen, dass die Thüringer Rostbratwurst 2004 von der Europäischen Kommission in die Liste der geschützten geografischen Bezeichnungen aufgenommen worden ist. Aus Thüringen stammen mindestens 51% der verwendeten Rohstoffe. Die Rostbratwurst muss mindestens 15- 20 cm lang sein und im Naturdarm angeboten werden. Sie wird auf dem Holzkohlenrost zubereitet und zur Abkühlung mit Bier übergossen. Um das Geschmackserlebnis zu vervollständigen wird sie von einem aufgeschnittenen Brötchen und Thüringer Senf begleitet. Dieser wird aus gemahlener Senfsaat, Brandweinessig und etwas Meerrettich hergestellt.
Man liest von den Sehenswürdigkeiten in Eisenach und von der Wartburg. Dort empfiehlt es sich nach dem historischen Pflichtprogramm das " Hotel auf der Wartburg " aufzusuchen, nicht zuletzt um das Menü " Rosenwunder " zu goutieren. Der Name des Menüs erinnert an die Mildtätigkeit der heiligen Elisabeth, die im 13. Jahrhundert auf der Wartburg lebte.
Der Thüringer Wald, Bad Salzungen, Zella-Mehlis, Eisfeld und Steinach werden thematisiert und man erfährt Einiges über die handwerkliche Tradition in Thüringen, so etwa über die Glasbläserkunst im Thüringer Wald. Das Glasapparatemuseum in Cursdorf sollten sich Besucher nicht entgehen lassen. Dort nämlich kann man unzählige physikalische Glasinstrumente in Funktion kennenlernen.
Der Bericht über Erfurt ist gut geschrieben und sehr informativ. Dass auf " Goldhelms Schokoladenmanufaktur " besonders hingewiesen wird, wird die Süßmäuler unter den Lesern erfreuen. Mich hat die Beschreibung des " Russischen Hofs " neugierig gemacht. Dort wartet man mit Spezialitäten aus der ehemaligen Sowjetunion auf. Der Gault Millau 2008 ehrt das Restaurant " Russischer Hof " als eines der besten russischen Restaurants Deutschlands.
Das Hotel und Restaurant " Alt Weimar " in Weimar ist tatsächlich so gut, wie von der Autorin beschrieben. Ich habe dort bereits gespeist und war sowohl vom Ambiente als auch von den kulinarischen Genüssen sehr angetan. Wer mehr über die Stadt erfahren möchte, sollte sich den Dumont -Reiseführer zulegen. Die Infos über Weimar sind für Weimar-Reisende etwas zu mager, genügen allerdings für ein erstes Beschnuppern.
Restaurants in Jena, auch solche in Saalfeld und in Rudolstadt sollte man besuchen. So gibt es in Rudolstadt eine Gaststätte, wo man Gerichte aus einer Rezeptsammlung von Luise von Lengfeld ( der Schwiegermutter Schillers) bestellen kann.
Dass sich in Rudolstadt Schiller, Goethe, Humboldt, Fichte, sowie die Musiker Richard Wagner, Franz Liszt und Paganini aufgehalten haben, ist neu für mich. Diese Stadt ist offenbar ein kultureller Kleinod, dem man wegen seinen Sehenswürdigkeiten und seiner herzlichen Gastfreundschaft unbedingt einen Besuch abstatten sollte.
Die vielen hübschen Fotos und die Rezepte einzelner Restaurants machen neben den Texten von Dr. Ute Paul - Prössler Lust auf eine Thüringenreise.
Rudolstadt werde ich mir das nächste Mal nicht entgehen lassen, sicher könnte eine Radtour an der Saale vergnüglich sein.....
Empfehlenswert.