Nach "Dame, König, As, Spion" und "Der Spion, der aus der Kälte kam" war das mein dritter Roman von John le Carre. Es ist schon spannend, wie Turner langsam die Taten und das Motiv von Harting zusammenpuzzelt, aber das ganze zieht sich doch etwas hin. Ich teile nicht die Meinung, dass auch 100 Seiten gereicht hätten, aber ich hatte schon das Gefühl, dass ich für die kleinen Informationsbrocken, die sich Turner immerwieder erfragt, und nach denen auch ich "lechzte", recht viel Aufwand treiben musste. Häufig war ich auch überrascht, wie Turner sie zusammensetzt, aber es war dann immer schlüssig.
Die Handlungs- und Denkweisen der einzelnen Personen fand ich aber faszinierend und ich hatte - auch wenn ich es nicht wirklich beurteilen kann - den Eindruck, dass le Carre bei diesem Buch am stärksten auf seine eigenen Erfahrungen zurückgreifen konnte. Damit meine ich nicht die Schilderung der Schauplätze. Als Bonner hatte ich mir da eine stärkere Einbeziehung meiner Stadt erhofft. Es ist viel eher die politische und menschliche Situation gewesen und die glaubwürdige Schilderung der Personen.
Das Buch ist wirklich nicht schlecht, aber jemandem, der noch kein Buch von le Carre gelesen hat, wurde ich zunächst eines der beiden oben genannten als Einstieg empfehlen.