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Eine ganz gewöhnliche Ehe
 
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Eine ganz gewöhnliche Ehe [Taschenbuch]

Inge Merkel
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Noch einmal die alte Geschichte vom "göttlichen Dulder", vom "listenreichen Odysseus" und der geduldigsten Warterin in der Weltliteratur, von Penelope. Doch wie erzählt! Es geht hier weniger um Götter-Intrigen und Schlachten-Gemälde, als um Kummer und Verzweiflung, um Güte und Vestehen - schließlich um gemeinsames Gelächter.

Über den Autor

Inge Merkel, 1922 in Wien geboren, wo sie auch heute noch lebt, studierte Germanistik, Geschichte und Altphilologie und arbeitete nach ihrer Promotion im Institut für Klassische Philologie der Universität Wien. Mit ihrem 1989 erschienenen ersten Roman >Eine ganz gewöhnliche Ehe< (FTV Bd. 9230) - die Autorin war bei ihrem Debüt 67 Jahre alt - wurde sie schlagartig einem größeren Publikum bekannt. Die hinreißende Geschichte von den Abenteuern und der Rückkehr des Odysseus zu Penelope ist nach wie vor Inge Merkels erfolgreichster Roman.

Auszug

DIE WERBUNG

Warum ist in diesem Frühling das weinrote Inselmeer voll von rauschenden Schiffen? Alle halten sie Kurs auf die Peloponnesos zu! Hochmastige Schiffe mit weißen und gelben Segeln. Segel auf schlanken und langen, Segel auf breiten, bauchigen Schiffen. Rote Schiffe und schwarze Schiffe, den Vordersteven mit großen, geschweiften Augen bemalt. Dreigeteilt der hochgezogene Bug, am Heck nach innen gebogen der Kopf eines Pferdes. Die Segel knattern im frischen Wind an den knirschenden Rahen.

Warum sind in diesem Frühling alle Straßen, die nach Sparta führen, so voll von Wagen? Leichte, zweirädrige Gefährte. Vierrädrige große, kunstreich verziert, beschlagen mit gehämmerter Bronze, überdacht zum Schutz vor der Sonne und mit geflochtenen Sitzen ausgestattet, die im Wagenkorb schaukeln und die Stöße abfangen von den holprigen Straßen, in die der Winterregen Rinnen und Löcher gewaschen hat. Gemächliche Maultiere ziehen die Wege entlang, überholt von Gespannen feuriger Rosse, Peitschengeknall und Wolken des Staubes, Rädergeratter und das Knirschen des ledernen Zaumwerks, das oft mit glitzernden Glöckchen behangen ist. Auch Lastwagen rumpeln daher, von Ochsen gezogen, gedeckt mit Planen, damit der spritzende Kot nicht verdirbt, was an kostbaren Gaben nach Sparta geführt wird.

Keiner - er käme denn aus der Barbarei - hätte eine solche Frage stellen müssen! Jeder Bauer und Hirt, der von Acker und Weide den Zügen nachsah, die Augen mit der Hand gegen das Blenden der Frühjahrssonne bedachend, jeder von ihnen wußte, warum in diesen Wochen die Straßen und Wege Lakedaimons so ungewöhnlich belebt waren.

Helena, Ziehtochter des Königs von Sparta, war mannbar geworden. Alles was Namen hatte und auf sich hielt auf den Inseln und dem griechischen Festland, kam, um zu werben oder um wenigstens dabei zu sein bei diesem großen Treffen. Freilich, Hoffnung konnte sich nur machen, wer ... .

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