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5.0 von 5 Sternen
Fachkundiger + kompakter Gesamtüberblick zur altägyptischen Götterwelt, 13. August 2009
Eigentlich schon ein KLassiker. Liegt seit etlichen Jahren in meinem Ägyptologie-Bücherregal - mehrfach drin gelesen. Das Werk ist bestens geeignet um sich einen detaillierten Einblick in die für uns scheinbar komplizierte ägyptische Götterwelt zu verschaffen und somit die Gedanken der Ägypter und deren Lebens- sowie Todesanschauungen zu ergründen und annähernd zu verstehen. Der Leser profitiert gewiss auch von der klaren Ausdrucksweise des Autors Hornung, und überhaupt von dem gut geliederten Aufbau der Themengebiete.
der Monotheismus samt Polytheismus, Sein und Nichtsein wird behandelt. Es geht um die Gesamtheit der ägyptischen Götterwelt, weniger um einzelne Gottheiten. Mit Belegstellen in den Kapiteln.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Standardwerk für die ägyptische Religion, 16. September 2003
Hornungs "Der Eine und die Vielen" ist das Standwerk für diejenigen, die sich ernsthaft mit der Gottesvorstellung in der ägyptischen Religion auseinandersetzen wollen. Hornung geht der Frage nach ob die ägyptische Religion (im Neo-Paganismus auch Kemet bezeichnet) Polytheistisch oder Monotheistisch ist, dabei formuliert Hornung seine Ergebnisse so vorsichtig, daß nicht immer ganz klar ist, ob Kemet nun polytheistisch ist oder nicht.
Informationen über die einzelnen Götter und ihre Mythen wird man in diesem Buch vergebens suchen.
"Der Eine und die Vielen" ist eine reine religionswissenschaftliche Abhandlung, die teilweise - da sehr theoretisch - etwas trocken geraten ist. Allerdings ist dieses Buch auch nicht dafür gedacht, es nebenbei zu lesen
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Polytheismus, Henotheismus, Monotheismus & Synkretismus, 25. September 2011
"Die altägyptische Religion ist das Gegenbild einer 'absoluten Religion', denn sie stellt die 'Ewigkeitswerte', zu denen gerne aufgeblickt wird, in Frage und reißt das Denken aus den allzu gewohnten Bahnen."
(Erik Hornung)
Der baltendeutsche Autor, Prof. emer. Dr. Erik Hornung, gilt weltweit als der beste Kenner des Wadi el-Muluk (Tal der Könige), dass sich gegenüber der heutigen oberägyptischen Stadt Luxor auf der westlichen Seite des Nils befindet. "Der Eine und die Vielen" zählt zu einer langen Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten, die der Ägyptologe im letzten halben Jahrhundert im In- und Ausland publiziert hat. Diese Fachbücher sind mittlerweile zu Klassikern geworden. Die erste Auflage von "
Der Eine und die Vielen. Ägyptische Gottesvorstellungen." ist bereits vor 40 Jahren von der Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt im 1971 herausgegeben worden. Die im August 2011 nunmehr erschienene 7. Auflage ist ein unveränderter Nachdruck der 6., vollständig überarbeiteten und erweiterten Auflage aus dem Jahre 2005. Dementsprechend wurde auch das damalige Vorwort des Autors übernommen.
Nach einer Einführung gliedert sich Hornungs Darstellung des altägypthischen Pantheons in sechs weitere Kapitel. Das zweite Kapitel befasst sich mit der Bedeutung und dem Gebrauch der ägyptischen Gottesbezeichnung "netjer", dem Adjektiv "göttlich" und weiteren elementaren Begriffen für "göttliche Mächte". Nach einer kurzen Einleitung werden in Kapitel drei die Personifikationen, weiblichen Parallelbildungen sowie die Vielnamigkeit und Hierarchie erläutert. Hinzu kommt der wichtige Aspekt des Synkretismus, der in der Ikonographie von Maria und Jesus (Isis und Horusknabe) und einer Vielzahl anderer als "urchristlich" verstandenen theologischen Vorstellungen bis in die Gegenwart wirkt. Das vierte Kapitel hat die Darstellung und Erscheinung der Götter zum Gegenstand. Die Mischgestalt mancher Götter, die bereits im Altertum bei anderen Völkern Befremdung, Abneigung und spöttische Ablehnung wird gedeutet und die "wahre" Erscheinung der Götter offenbart. Während der Pharao im Zusammenhang mit den Gottesbildern eine zentrale Rolle einnimmt, ist der Pantheismus das Bindeglied zwischen Monotheismus und einem polymorphen Vielgötterei.
Nachdem der Autor im Kapitel sechs die Eigenschaften der Götter, ihre Herkunft, Entstehung, ihre Allmacht, aber auch Altern und Sterben (!) erläutert, kommt er im nachfolgenden Kapitel mit der "Wirkung der Gottheit und der Antwort des Menschen" zu dem elementaren Thema, dass alle Religionen der Menschheit miteinander verbindet. Das siebte und letzte Kapitel dient schließlich der Vorstellung von numerisch-genealogischen, lokalen und sozialen Ordnungs- und Gliederungssystem mit denen die Götter erfasst wurden. Spannend ist ein Exkurs zum Ansatz Echnatons, der als Begründer des ersten Monotheismus gilt. Auch sind bestimmte Formen eines Henotheismus (Monolatrie), der die Verehrung eines einzigen Gottes in den Mittelpunkt des Glaubens stellt, ohne dass die Existenz anderer Götter verneint wird, in den nur vordergründig monotheistischen Religionen der Gegenwart präsent. Man denke an die Engelshierarchie, Erzengel, Gottesmutter und eine Vielzahl von Heiligen, die sich eigentlich in nichts vom hinduistischen Polytheismus oder einem schamanischen Animismus unterscheiden.
Auch die abschließende 28seitige Materialiensammlung kann sich sehen lassen: Abkürzungen der genannten Periodica, Monographien,Zeittafel, Glossar der wichtigsten Gottheiten und ein Index. Der optische Höhepunkt kommt jedoch noch danach mit einem farbenprächtigen 12seitigen Tafelteil, in dem repräsentativ aus den Gräbern von Theben-West ausgewählte Abbildungen präsentiert werden.
"Der Eine und die Vielen" ist nicht nur ein Standardwerk zur Einführung in die Welt der altägyptischen Götter. In einer Zeit wie der unseren, in der religiöser Fundamentalismus aller Couleur Zulauf bekommt, rüttelt es an den vermeintlichen Glaubensbastionen erstarrter Dogmata. In dieser Hinsicht kann das Buch sicherlich auch seinen Beitrag zur Toleranz und einem interreligiösen Miteinander leisten.
Darüberhinaus bietet das Buch für timediver® als Nachschlagewerk zahlreiche Möglichkeiten zur Auffrischung der Erkenntnisse, die ich bei meinen Ägytenreisen in den Jahren 1988 und 1989 gewonnen hatte.
Ohne Einschränkung: 5 Amazonsterne.
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