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Eine blaßblaue Frauenschrift
 
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Eine blaßblaue Frauenschrift [Broschiert]

Franz Werfel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Leonidas, aus kleinen Verhältnissen zum Sektionschef im Wiener Unterrichtsministerium aufgestiegen - nicht zuletzt durch die Ehe mit der reichsten Erbin der Stadt -, erhält im Herbst 1936 einen Brief von Vera Wormser. Die Tochter eines jüdischen Arztes, mit der er vor 18 Jahren, bald nach seiner Heirat, den 'einzigen echten Liebesrausch im Leben' erfahren hat, bittet ihn, einem Jungen zu helfen, der im nationalsozialistischen Deutschland nicht länger das Gymnasium besuchen darf.

Klappentext

»Leonidas war betäubt. Nach einer Ewigkeit von achtzehn Jahren hatte den allseits Gesicherten die-Wahrheit doch eingeholt. Es gab keinen Ausweg mehr für ihn und keinen Rückzug. Er konnte sich der Wahrheit, die er in einer Minute der Schwäche eingelassen hatte, nicht mehr entziehen. Nun war die Welt für ihn von Grund auf verwandelt, und er für die Welt.«

Über den Autor

Franz Werfel, 1890 in Prag geboren, veröffentlichte schon 1909 erste Gedichte. Nach einem Volontariat in einer Speditionsfirma und dem Militärdienst auf dem Prager Hradschin verließ er seine Heimatstadt und arbeitete ab Oktober 1912 als Lektor im Leipziger Kurt Wolff Verlag. Während des Ersten Weltkrieges als Soldat an der ostgalizischen Front, wurde er im Spätsommer 1917 ins Wiener Kriegspressequartier vesetzt. In den 20er und 30er Jahren avancierte Werfel zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. 1938 wanderte er über Frankreich und Spanien in die USA aus, wo er am 26. August 1945 im Alter von 55 Jahren in Beverly Hills, Kalifornien, starb.

Auszug

April im Oktober

Die Post lag auf dem Frühstückstisch. Ein beträchtlicher Stoß von Briefen, denn Leonidas hatte erst vor kurzem seinen fünfzigsten Geburtstag gefeiert und täglich trafen noch immer glückwünschenden Nachzügler ein. Leonidas hieß wirklich Leonidas. Den eben so heroischen wie druckenden Vornamen verdankte er seinem Vater, der ihm als dürftiger Gymnasiallehrer außer diesem Erbteil nur noch die vollzähligen griechischrömischen Klassiker und zehn Jahrgänge der >Tübinger altphilologischen Studien< vermacht hatte. Glücklicherweise ließ sich der feierliche Leonidas leicht in einen schlicht-gebräuchlichen Leo umwandeln. Seine Freunde nannten ihn so und Amelie hatte ihn niemals anders gerufen als Leon. Sie tat es auch jetzt, indem sie mit ihrer dunklen Stimme der zweiten Silbe von Leon eine melodisch langgezogene und erhöhte Note gab.

»Du bist unerträglich beliebt, Leon«, sagte sie. »Wieder mindestens zwölf Gratulationen... «

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