Bücher wie dieses vermitteln einen Eindruck über die dramatische Entwicklung der Menschheit und deren Errungenschaften und den daraus resultierenden - und auch inzwischen greifbar spürenden - Folgen, wie den Klimawandel und die Zerstörung der Umwelt. Sie machen uns auf unsere Fehler aufmerksam, die wir in den vergangenen Jahrzehnten zweifelsohne gemacht haben, die wir aber ganz offensichtlich zu wenig registrieren und nur wenig wahr haben wollen. Neben mehreren Vorschlägen zum wirtschaftlichen Umdenken und zum gerechteren Verteilen von den Reichen zu den Armen, gehen auch hier die Autoren der wirklichen Ursache nicht bzw. nur wenig auf den Grund. Es ist die rasant gestiegene Weltbevölkerung in den vergangenen hundert Jahren. Gesellschafts- und Globalisierungskritiker wie Al Gore, Michael Moore, Jean Ziegler (Das Imperium der Schande) und Jeffrey D. Sachs (Das Ende der Armut), gehen davon aus, dass mit entsprechender Umverteilung des Wohlstandes, die Schwierigkeiten, in die sich die Menschheit gebracht hat, überwunden werden können. Dabei sind alle Versuche den Armen dieser Welt zu helfen zum Scheitern verurteilt, wenn die Bevölkerung weiter zunimmt. Der Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung ging z.B. von 35 Prozent (1960) auf 18 Prozent (2000) zurück, jedoch durch die Verdoppelung der Anzahl der Menschen in diesem Zeitraum, hielt sich die Zahl der Hungernden bei etwa einer Milliarde - laut der FAO sind es 842 Millionen. Will man monatlich 30 US-Dollar jeden an Hunger leidenen Menschen zur Verfügung stellen, müssten dafür pro Jahr über 303 Milliarden Dollar aufgebracht werden. Das entspricht etwa dem Militärbudget der USA im Jahr 2001 mit über 322 Milliarden Dollar. Um die Probleme der Menschheit in den Griff zu bekommen und die Zerstörung unseres Lebensraums zu verhindern, müsste - neben allen anderen Maßnahmen zur Reduzierung unseres umweltfeindlichen Verhaltens - auch eine Reduzierung der Anzahl unserer Art angestrebt werden. Eine wirklich "bessere Welt" kann es nur geben, wenn etwas gegen das Bevölkerungswachstum unternommen wird.
W. Hain, Wien, 18.2.07
http://web.utanet.at/mahain/ReducingMankind.htm