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Eine besondere Vorsehung: Roman
 
 
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Eine besondere Vorsehung: Roman [Taschenbuch]

Richard Yates , Anette Grube
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (4. Januar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442740525
  • ISBN-13: 978-3442740529
  • Originaltitel: A special providence
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 262.273 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Richard Yates
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Wenn es eines letzten Beweises bedurfte, um Yates’ einsame Könnerschaft als schreibender Exorzist zu belegen – hier ist er!" (Spiegel online )

"Das Menschenfreundliche an Yates’ Roman – und nicht nur an diesem – ist die seltene Fähigkeit, von Menschen zu erzählen, die sich fortlaufend über ihre Möglichkeiten täuschen und die hartnäckig an ihren Vorstellungen von der Welt festhalten, ohne ihnen alle Sympathie zu entziehen oder sie zu denunzieren in ihrer unbewussten Weltflüchtigkeit."



(Frankfurter Allgemeine Zeitung )

"Der große Romancier Yates gilt als Stimme der Lost Generation." (Woman )

Kurzbeschreibung

Robert Prentice ist das Ein und Alles seiner Mutter Alice. Ihm, dem sie einst mit einer Statue ein Denkmal setzte, hat die Bildhauerin ihren bisher einzigen Kritikererfolg zu verdanken. Und mit seiner Hilfe – so viel ist sicher! – wird sie irgendwann künstlerische Anerkennung erzielen. Doch plötzlich steht sie allein da mit ihren Fantasien von einem glamourösen Künstlerleben, denn Robert meldet sich zum Militär und geht nach Europa, um auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs zu Ruhm und Ehre zu gelangen …


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Eine besondere Vorsehung" ist bereits vor vierzig Jahren in Amerika erschienen und war, wie eigentlich alle Bücher von Richard Yates, seiner Zeit weit voraus. Seine Romane und Erzählungen handeln stets von den unerfüllten Träumen und verlorenen Illusionen der Menschen, von den Verlierern und Außenseitern der Gesellschaft. Er zeigt stets direkt und unangestrengt die Schattenseiten des Lebens in einer kapitalistischen, gnadenlosen Welt - die Kehrseite des Lebens der Menschen, die mit der Gesellschaft mithalten wollen, Ruhm und Anerkennung nacheilen, hohe aber uneingelöste Erwartungen an das Leben entwickeln und dabei von einer Katastrophe in die nächste straucheln.

Eine besondere Vorsehung" beschreibt das Leben von Robert, genannt Bobby Prentice und seiner Mutter Alice. Der junge GI Robert besucht im Jahre 1944 noch einmal seine Mutter Alice in New York, ehe er nach Europa in den Krieg ziehen muss. Hier zeigen sich sofort die Spannungen, die zwischen Mutter und Sohn liegen. Eine Nähe zueinander können beide nicht wirklich herstellen. Nun wechselt die Handlung zwischen Roberts Erlebnissen auf den Schlachtfeldern in Frankreich und Deutschland (wo der Autor selbst stationiert war) und den Schwierigkeiten der in Armut lebenden Mutter, die eisern an ihrem Lebenstraum von einer Karriere als Bildhauerin festhält. Robert ist ein Mitläufer, ein unheroischer Soldat, der einfach nur überleben will und seinen einzigen Freund im Krieg verliert. Wie auf das Leben der Mutter, blicken wir auch zurück auf die Kindheit des achtjährigen Bobby, der im Schlepptau von Alice, erdrückt von übertriebener Liebe, jahrelang durch Amerika flieht. Nach der Scheidung von ihrem untreuen Ehemann musste sie sich als Alleinerziehende durchschlagen und lebte dabei dermaßen über ihre Verhältnisse, das sie vor ihren Gläubigern zu ihrer Schwester nach Texas fliehen musste. Was zur Folge hat, dass die Unterhaltszahlungen eingestellt wurden. Doch Alice hält weiterhin an ihrem mittlerweile lebensbedrohenden Traum vom Durchbruch als Künstlerin fest, deren mühsamer Alltag aus der zermürbenden Arbeit in einer Fabrik besteht, während Robert längst den Glauben an seine Mutter verloren hat, auch wenn er sich dies nicht eingestehen will.

Richard Yates zeigt sich hier wieder als Meister darin, Lebensläufe zu beschreiben, die eben nicht von Glanz und Erfolg erzählen, sondern das beschreiben was weitaus häufiger vorkommt: nämlich die Armut und das Elend der ausgeschlossenen Menschen, auf deren Kosten die Erfolgreichen leben. In einem ruhigen und klaren Ton schildert er das Leben dieser Menschen, völlig frei von Anklage und sozialem Neid. Er zeigt nur auf und bewertet nicht, dabei beschreibt er aber mit einer echten und tiefen Anteilnahme. Eine besondere Vorsehung" ist es wohl auch, dass Richard Yates zu Lebzeiten nie so anerkannt wurde, wie er es verdient hätte. Hoffentlich kann er nun seinen längst überfälligen Platz in der Weltliteratur einnehmen!!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Posthumer Erfolg 19. August 2010
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
7 Bücher und 2 Sammelbände umfasst das Werk von Richard Yates, alle sind autobiografisch. In den letzten Jahren wurden sie gründlich vom Staub des jahrzehntelangen Vergessens gereinigt: Yates ist angesagt, ein Umstand, den ihn, den übersehenen Schriftsteller, erfolglosen Ehemann und Vater, exzessiven Alkoholiker und Kettenraucher, vielleicht am meisten wundern würde. Seine Prosa kennt keine Manierismen, benutzt keine Tricks, ist einfach und gradlinig und stets dem Scheitern abgerungen. Ein später Erfolg zu Lebzeiten hätte seinen Absturz und Verderben, seinen Süchten geschuldet, auch nicht aufgehalten. Gewiss hätte er sich in einer erfolgreichen bürgerlichen Existenz niemals heimisch gefühlt.

In seinem bekanntesten Werk, "Zeiten des Aufruhrs" porträtierte er eine seiner Ehefrauen, die unbedingt in Europa leben wollte, was er ihr ermöglichte, in "Easter Parade" das Scheitern seiner Schwester Edith, die ebenfalls eine Alkoholikerin war und im Alter von nur 47 Jahren starb, und in diesem Buch erzählt er die Geschichte seiner Mutter, am Rande die seines Vaters und vor allem die seiner Kindheit und Jugend. Wie einst seine leibliche Mutter hält sich Alice Prentice für eine überragende Künstlerin, Bildhauerin, die schon bald aus ihrer Ehe ausbricht und mit ihrem Kind von Ort zu Ort zieht, immer abgebrannt, immer Schulden hinterlassend, immer erfolglos. Während ihre Verblendung sie vor allzu viel Realität schützt, erträgt ihr Sohn Robert mit zusammengebissenen Zähnen die Demütigungen ihres gemeinsamen Alltags und die immer verzweifelteren Kapriolen seiner Mutter. Sein Vater hat keinen Einfluss auf seine frühere Frau, nur seine zögerlich gewährte finanzielle Unterstützung ist stets sehr willkommen und manchmal die letzte Rettung für Alice, die weder das Talent zum Geldverdienen noch zum Haushalten besitzt. Die Liebe zu ihrem Sohn ist von entsetzlicher Lieblosigkeit und eingebettet in ihre Unfähigkeit, auf seine Bedürfnisse einzugehen, ja sogar, diese zu erkennen. Ihre Welt ist die der Illusionen, die sie rücksichtslos verteidigt und nicht davor zurückschreckt, ihren Sohn als Schutzschild zu benutzen.

Robert flüchtet schließlich zum Militär und landet auf den Schlachtfeldern des zweiten Weltkriegs in Europa. Die drastischen, detailreichen Schilderungen, grauenvolle Sequenzen, sind dem Fundus eigener Erinnerungen aus seiner Militärzeit in dunklen Zeiten entnommen, die Yates auch ins Zentrum der Finsternis brachte: nach Deutschland. Robert Prentice erhofft sich Ehre, vielleicht sogar Ruhm, was er nicht erreichen wird. Mit Alpträumen und eine Abfindung für seine auf Dauer lädierte Gesundheit verlässt er das Soldatenleben. Zu seiner Mutter, nach wie vor unbelehrbar, inzwischen alt und abgehalftert, die seine Rückkehr als Held sehnsüchtig erwartet, geht er nicht zurück.

"Eine besondere Vorsehung", sicher nicht Yates rundestes Werk mit zwei konträren Erzählsträngen, wurde von den Lesern abgelehnt und von der Fachwelt ignoriert. Es ist eine Geschichte, die dem Leser einiges abverlangt und keine Hoffnung bietet, sie ist schonungslos und mit Herzblut geschrieben. Richard Yates glanzlose Vita, geprägt von Einsamkeit, Exzessen und Depressionen endete damit, dass er an seinem eigenen Erbrochenen erstickte. In seiner armseligen Wohnung fand sich nur ein einziger sentimentaler Gegenstand, ein Bild seiner Töchter, für die er kein Sorgerecht hatte. Und das Fragment eines weiteren Buchs. Sein Nachleben als Schriftsteller hat lange auf sich warten lassen, jetzt aber ist es eingetreten.

Helga Kurz
19. August 2010
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Yates at his best! 20. Oktober 2008
Von S. Epperlein TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nach "Easter Parade" waren meine Erwartungen an diese Buch von Yates hoch. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Es ist eine Geschichte über, oder besser im zweiten Weltkrieg und auch die Geschichte eines schwierigen Mutter-Sohn-Verhältnisses.

Yates beschreibt nicht nur die Kriegsgeschehnisse, sondern beleuchtet vor allem das Innenleben von Robert, der, aus Amerika, sich freiwillig zum Militär gemeldet hat und in Europa in den Krieg zieht.
Bei den Schilderungen all dessen, was Robert, immer mehr in Kriegskämpfe involviert, erlebt, hatte ich das Gefühl, ich bin mitten dabei. Er erleidet immer wieder persönliche Niederlagen, die er scheinbar tapfer erträgt.

Neben diesem Handlungsstrang im zweiten Weltkrieg, verfolgt man das Leben von Alice in Amerika. Sie hält an ihrer Idee, eine große Künstlerin zu sein fest, obwohl der Erfolg ausbleibt, lebt über ihre Verhältnisse und zieht nur aus ihren Gedanken und aus den Briefen ihres Sohnes Robert ihre Kraft.

Es ist aber auch eine traurige Geschichte, da sowohl Robert, als auch insbesondere seine Mutter Alice immer wieder an ihren eigenen Ansprüchen scheitern.

Yates ist ein wirklich hervorragender Autor, der seine Leser mitten ins Herz trifft.
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