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Produktinformation
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In Eine andere Welt verliert der berühmte Sänger und Showmaster Jason Taverner plötzlich seine Identität. Ohne die im Polizeistaat dieses zukünftigen Nordamerika notwendigen Papiere erwacht er in einem heruntergekommenen Hotelzimmer. Niemand erinnert sich an ihn -- weder sein Manager noch seine Geliebte. Und in den Programmzeitschriften ist seine Fernsehsendung nicht verzeichnet. Da er sich ohne Ausweise nicht frei auf der Straße bewegen darf, nimmt er sein letztes Geld, um sich illegale Papiere zu beschaffen. Mit diesen begibt er sich nun auf die Suche nach Spuren seiner Identität, doch weder einer seiner Millionen Fans noch eine Geburtsurkunde lässt sich auftreiben. Dafür beginnt die Polizei sich für ihn zu interessieren und verdächtigt ihn schließlich eines Mordes, den er nicht begangen hat.
Eine andere Welt zeigt glaubwürdige und verschrobene Figuren, die in einem Polizeistaat (über-)leben, diesen stützen, ignorieren oder verändern wollen. Menschen, die belogen werden und sich selbst belügen, die leben und atmen und mit wenigen Worten treffend charakterisiert werden. Dick bannt das Gefühlt des Ausgeliefertseins hier perfekt auf knapp 300 Buchseiten, in eine packende Handlung, die bis zum Schluss mit überraschenden Wendungen aufwartet. Und inmitten all dieser Düsternis blitzt immer wieder menschliche Nähe und ein Augenblick voll Liebe und Glück auf, der nicht aufgesetzt und süßlich wirkt, sondern wahrhaftig. Dick ist hier einmal mehr ein ausgezeichneter Roman gelungen, der sich nahtlos in die Reihe seiner Meisterwerke wie Ubik oder Blade Runner einreiht. Kurz: Eine andere Welt ist brillant. --Ewald Richter
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eines der besten von Philip K. Dick,
Rezension bezieht sich auf: Eine andere Welt (Taschenbuch)
Philip K. Dick als Science-Fiction-Autor zu bezeichnen, ist eigentlich eine Falschklassifizierung, obwohl er per Konvention diesem Genre angehört. Eigentlich ist es offensichtlich, dass er seine Gegenwart thematisiert und die Stilmittel des SF-Genres nutzt, um zu verfremden und zu verzerren. In "Eine andere Welt" geht es um den Fernsehmoderator Jason Taverner, dessen Realität sich dergestalt verändert, dass niemand mehr ihn kennt. Es gibt keine Aufzeichnungen über ihn, nicht einmal eine Geburtsurkunde, seine Fernsehsendungen sind nie gesendet worden, und seine Freundin kennt ihn nicht. Die Welt, in der er lebt, ist von staatlicher Kontrolle dominiert. Ohne gültige Ausweispapiere kann man sich nicht einmal auf die Straße trauen. So zieht Taverner los, verschafft sich gefälschte Ausweispapiere und versucht das Rätsel seines Identitätsverlustes zu begegnen und sich selbst wieder zu "legalisieren". Dabei ist ihm jedoch bewusst, dass es eigentlich aussichtslos ist: Wer den "Pols" einmal aufgefallen ist, der hat verloren. Nur Anonymität oder Berühmtheit schützt vor Verfolgung, und beides hat er verloren, denn weil er sich nicht legitimieren kann, hat sich die Polizei schon an seine Fersen geheftet. Taverner ist das Produkt eines Eugenik-Projekts, ein sogenannter Sechser. Das sind Menschen mit ausgewählten Genen und besonderen körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Er ist sehr von sich selbst überzeugt. Seine Attraktivität für Frauen versucht er gezielt einzusetzen. Im Verlaufe des Romans begegnet er mehreren sehr unterschiedlichen Frauenfiguren. Er hat aus kühler Berechnung Sex mit ihnen oder versucht sie auf andere Weise auszunutzen, um der Geheimpolizei zu entgehen. Dabei lernen wir mehrere unterschiedliche Frauenschicksale kennen. Auch die Polizei ist kein anonymes Machtinstrument, sondern trägt ein Gesicht. Das ist gerade das Spannende an dem Roman: Es gibt keine klare Trennung zwischen Gut und Böse. In diesem totalitären Staat sind eigentlich alle Opfer. Einer der höchsten Polizeibeamten hat ein inzestuöses Verhältnis mit seiner drogensüchtigen Schwester. Er ist ein Gefangener dieser fatalen Leidenschaft, genau wie Taverner letzlich ein Gefangener seiner Überheblichkeit ist. Deshalb ist diese Utopie völlig anders als die orwellsche Vision des Totalitarismus. Bei Orwell hat die absolute Macht kein Gesicht, der "Große Bruder" ist nur ein Bild. Bei Dick dagegen sind die Verfolgten genau wie die Verfolger denselben Gesetzmäßigkeiten ausgeliefert. Die Repräsentanten der Macht sind nicht wirklich mächtig: Über ihre menschlichen Schwächen und ihr egoistisches Streben nach individuellem Glück werden sie denen, die sie unterdrücken, letztlich gleich. Über allem liegt der Dunst der Nixon-Ära in den beginnenden Siebzigern der USA. Unter der Fuchtel staatlichen Kontrollwahns windet sich die Menschlichkeit, und die Täter sind nur die Opfer aus der zweiten Reihe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Schwächeres Werk von Dick,
Von
Rezension bezieht sich auf: Eine andere Welt (Taschenbuch)
Philip K Dick ist vielleicht sogar mein Lieblingsautor. Doch dieses Buch gehört zu den wenigen Werken, die mich eher enttäuscht hatten.
Es ist eines der späteren Bücher von ihm und das macht sich insoweit bemerkbar, als die Thematik, die hier behandelt wird, vom Autor eigentlich längst abgegrast war und kaum noch Neues bieten konnte. Die Auflösung (Vorsicht Spoiler!) der für Dick-Leser nicht neuen Geschichte, daß die Hauptfigur sich in einer Situation befindet, in der seine ihm bekannte Welt völlig fremd geworden und seine Identität scheinbar ausgelöscht ist, wirkt fast schon abgedroschen: Eine Droge, deren Konsum die eigene Wahrnehmung der Umwelt verändert und unbeteiligte Dritte ohne ihr Zutun in diese Veränderung mit hineinreißt werden, ist enttäuschend, weil fast schon ein Dick-Klischee. Doch die eigentliche Intention des Werks, nämlich die Entwicklung der USA zu einem faschistischen Polizeistaat, wird fast nur gestreift, ist eine reine Randerscheinung. Besonders enttäuschend ist aber, daß viele im Buch entwickelte Konflikte im letzten Kapitel einfach so im Vorübergehen abgearbeitet werden. Die ganze Geschichte mit den beteiligten Figuren hat sich zu einem großen Konfliktpotential entwickelt, wird dann jedoch einfach nur im Vorübergehen aufgelöst. Offenbar hatte der Stoff beim Niederschreiben eine Dimension angenommen, der Dick nicht mehr Herr wurde. Oder das Buch wurde im Zeitdruck geschrieben. Vielleicht durfte auch ein gewisser Umfang nicht überschritten werden - was auch immer. Es löst sich jedenfalls alles so einfach im Wohlgefallen auf und man ist als Leser verstimmt darüber, das eine Menge potentieller Konfliktstoff, der bis zum Ende des Romans noch gar nicht richtig behandelt wurde, einfach so praktisch vom Tisch gefegt wird. Das hinterläßt jedenfalls einen sehr unbefriedigenden Eindruck und nährt den Verdacht, daß Dick sich bei diesem Werk völlig verschätzt hatte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4.0 von 5 Sternen
Thematik gewinnt wieder an Präsenz,
Von
Rezension bezieht sich auf: Eine andere Welt (Taschenbuch)
In diesem Werk Dicks verliert der Protagonist Taverner, ein weltbekannter und Weltberühmter Fernsehstar, für eine begrenzte Zeit seine Identität und sieht sich dadurch den Repressalien seiner Welt ausgesetzt. In dieser Welt haben praktisch alle Angst vor den Pols und den Nats, den Polizisten und Nationalen. Diese repräsentieren einen ziemlich klassischen Polizeistaat, in dem jeder per se verdächtig ist. Gleichzeitig tobt eine Art Bürgerkrieg gegen die "Studenten" die in den "Campussen" leben. Jedoch wird dies nicht eingehender beleuchtet. In dieser Welt hatte Taverner als Berühmtheit kaum etwas zu befürchten, ließ sich allerdings auch nie wirklich etwas zuschulden kommen. Als Sechser, also genetisch verbesserter Mensch der 6. Generation, ist er vielen anderen Menschen ohnehin überlegen, sowohl geistig als auch äußerlich. All das ändert sich, als er quasi über Nacht seine Identität verliert und in einer Welt aufwacht, in der niemand ihn zu kennen scheint. Ohne Ausweispapiere muss er nun auch Angst vor der Polizei haben, besorgt sich gefälschte Papiere, wird aber dennoch aufgegriffen, etc. Es ist wie ein Alptraum. Im Laufe der Geschichte jedoch gibt es plötzlich wieder Hinweise auf sein früheres Leben, es tauchen Plattencover auf, plötzlich erkennen ihn wieder Menschen und auch seine Akte bei der Polizei taucht wieder auf. Warum, sei hier nicht verraten.
Eigentlicher Hintergrund der Geschichte ist die Überwachung der Gesellschaft, die Macht der Polizei und die Gefahren für jeden einzelnen, in deren Netz zu geraten. Die Überwachungsmöglichkeiten dieser Behörden sind durchaus realistisch, wenn auch eine miniaturisierte H-Bombe etwas zu hoch gegriffen sein dürfte. Angespielt wurde ursprünglich mal auf Nixons Regierungszeit, und tendenziell kann man auch "1984" ein wenig wiederfinden. Aktualität erfährt dieses Thema auber auch heute wieder, wenn immer mehr Daten entweder durch den Staat oder durch Unternehmen gesammelt werden und der gläserne Bürger entsteht. Natürlich sind wir noch weit von den verhältnissen dieser Welt entfernt, aber wenn dem nicht so wäre, wäre es eben auch keine Utopie. Versöhnlich stimmt ein wenig das Ende des Buches, wo alle Handlungsstränge aufgelöst werden. Allerdings ist nicht klar, ob es sich wirklich zum besseren wendet, denn den Bürgerkrieg verlieren die Studenten, und neu gegründete Universitäten dürfen nur von Systemgerechten Menschen unter Aufsicht der Polizei besucht werden. Und wenn es am Ende wirklich ein Happy End gäbe, bliebe die Frage, ob sich damit auch ein befristeter Polizeistaat rechtfertigen ließe. So kann man auch heute noch dieses Buch mit Gewinn lesen, auch wenn die Erwähnung von Schallplatten und Grammophonen vielleicht antiquiert wirken mag. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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