Dies ist KEIN Film über Fußball - Hayat, die Hauptfigur, mußte eben irgendeine Leidenschaft haben, aber es hätte ebensogut eine andere Sportart sein können.
Wichtig ist, daß Hayat trotz eines geschwächten Körpers an ihrem Ziel festhält - und das tut sie, sehr zum Entsetzen ihres besorgten Vaters.
Auch Hayats türkische Abstammung ist für den Film eigentlich nicht entscheidend - aber vielleicht ging es darum, eine junge Frau zu zeigen, die eine dreifache Außenseiterin ist, nämlich durch ihre Herkunft, ihre Krankheit und ihre für Frauen untypische Fußballbegeisterung.
Der Kontrast - kleine, zierliche, noch dazu gerade erst genesene Frau und eine Tätigkeit, die viel Kraft erfordert - ist interessant.
Das eigentliche Thema des Films ist die Überwindung einer schweren Krankheit.
Aber auch als sie wieder gesund ist, kann Hayat ihre Krankheit nicht einfach "abhaken", denn es ist eine Entstellung zurückgeblieben - ihr wurde eine Brust amputiert. Kann sie auch mit nur einer Brust mit ihrem Trainer Toni zusammensein - wird er sie akzeptieren oder abstoßend finden?
Toni ist die interessanteste Figur des Films, er wandelt sich vom arroganten Macho zu einem sehr liebevollen Freund, der viel Geduld mit Hayat hat - sie macht es ihm wirklich nicht leicht, sondern läßt ihn ziemlich lange zappeln, aber er gibt nicht auf... Die Szene, in der Toni Hayat aus ihrem Brustverband wickelt, ist wahnsinnig romantisch und sehr schön! Na ja, so arg sah die operierte Stelle nicht aus, das wäre sicher drastischer gegangen - da hatte die Regisseurin wohl Angst vor ihrer eigenen Courage.
Dennoch ist das Ganze zum Glück kein Kitschfilm, denn der Humor kommt nicht zu kurz - Toni ist sehr witzig, ebenso Hayats schrulliger Vater und die energische Ärztin. Rundum gelungen!