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Eine Zierde für den Verein: Roman vom Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen
 
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Eine Zierde für den Verein: Roman vom Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen [Audiobook] [Audio CD]

Marieluise Fleißer , Norbert Vollath , Eva Sixt
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Lohrbär-Verlag; Auflage: 1 (1. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3939529109
  • ISBN-13: 978-3939529101
  • Größe und/oder Gewicht: 14,2 x 12,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 482.233 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Eine oberbayerische Provinzstadt am Ende der 20er Jahre. Wo die Liebe hinfällt: Frieda Geier, die auf ihren eigenen Beinen mitten im Leben steht, die sich ohne männliche Hilfe durch die Wirtschaftskrise schlägt und ihrer kleinen Schwester eine höhere Schulausbildung finanziert, verliebt sich in Gustl Gillich, Tabakwarenhändler, Sportkanone, Stolz des örtlichen Schwimmvereins und Möchtegern-Patriarch. Die Beziehung gestaltet sich als zusehends kompliziert: Aufbrechendes weibliches Selbstbewusstsein und überkommene Konventionen prallen aufeinander. Zu verschieden sind die Vorstellungen von Geschlechterrollen, von Unterwürfigkeit und Dominanz, Bevormundung und Abhängigkeiten. Hinzu kommen später verletzte Eitelkeit und gekränkter Stolz. Die Geschichte endet tragischer, als sie es müsste.Eva Sixt, die auch die Textauswahl besorgt hat, liest den Text einfühlsam, packend und mit dem gebührenden leicht bayerischen Grundton in der Stimme. Norbert Vollath hat mit Bassklarinette, Sopransaxofon und Shruti Box einen in sich geschlossenen Soundtrack dazu kreiert, der musikalisch das Beziehungsgeflecht der handelnden Personen illustriert, die Enge einer mittleren Provinzstadt am Ende der Weimarer Republik, aber auch den häufig aufblitzenden hintergründigen Fleißer'schen Humor.

Über den Autor

Marieluise Fleißer, geb. am 23. November 1901 in Ingolstadt) studierte ab 1920 in München Theaterwissenschaft bei Arthur Kutscher und Germanistik. Sie lernte in dieser Zeit Lion Feuchtwanger und über ihn Bertolt Brecht kennen. Schon als junge Studentin schreibt sie ihr erstes Drama "Die Fußwaschung" (späterer Titel "Fegefeuer in Ingolstadt"). Ab 1925 lebte sie wieder in Ingolstadt, wo sie 1974 starb.

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Marieluise Fleißer wurde am 23. November 1901 in Ingolstadt als Tochter eines Eisenwarenhändlers geboren. Sie wurde im Klosterinternat in Gnadenthal, später bei den Englischen Fräulein" in Regenburg erzogen. Zeitlebens verband sie ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu ihrer Heimatstadt. Doch mehr als unter Ort ihrer Herkunft müsste sie unter den sie umgebenden und sie vereinnahmenden Männern gelitten haben. Ihr erster Mentor, Lion Feuchtwanger (der sie sogar dazu brachte, alles bis dahin Geschriebene zu vernichten) bevormundete sie während ihrer Zeit München ebenso, wie später Brecht oder ihr Lebensgefährte in Berlin und ihr Ehemann in Ingolstadt. Sie wurde von Brecht, mit dem sie auch eine Liebesbeziehung verband, protegiert und gleichzeitig ausgenutzt. Ihr Theaterstück Fegefeuer in Ingolstadt wurde 1926 unter Brechts Vermittlung an der Jungen Bühne uraufgeführt. Das Nachfolgestück Pioniere in Ingolstadt, führte Brecht selbst 1929 (nachdem es 1928 in Dresden durchfiel) am Theater am Schiffbauerdamm auf. Es kam zum Skandal und brachte die Ingolstädter aufgrund seiner drastischen Schilderung des Provinzalltags, gegen Fleißer auf. Brecht hatte das Stück eigenmächtig radikalisiert. Es kam zum Bruch mit Brecht. Sie lebte, reiste, schrieb und stritt drei Jahre mit dem äußerst schwierigen Egozentriker Hellmut Draws-Tychsen. 1932 kehrt sie nach Ingolstadt zurück. Ihr Jugendfreund und Ex-Verlobter Bepp Haindl wurde ihr Ankerpunkt im kleinbürgerlichen Milieus Ingolstadts. Als seine Tabak- und Spirituosenhändlersgattin wurde sie aufs Heimchen reduziert. Literarisch war sie nicht mehr aktiv. Die Nazi-Zeit überstand sie weitgehend unbehelligt.
Erst spät wurde sie wieder entdeckt. Brecht brachte ihr Nachkriegsstück Der starke Stamm auf die Bühne. Rainer Werner Fassbinder verfilmte 1971 Pioniere in Ingolstadt und sorgte damit für eine Wiederentdeckung. Anfangs verweigerte Marieluise Fleißer ihr Einverständnis zur Verfilmung, an die schlechten Erfahrungen mit Brecht denkend, wurde aber von den jungen Filmemachern überzeugt und daraufhin sogar zur großen Fürsprecherin und Mentorin einer neuen Generation und des neuen deutschen Films. Marieluise Fleißer starb 1974 in Ingolstadt.

Ihr einziger Roman Mehlreisende Frieda Geier (1931 erschienen) verdankt seine Wiederauflage 1972 - von Fleißer leicht überarbeitet und unter dem Titel Eine Zierde für den Verein - unter anderem auch Rainer Werner Fassbinder. Er bewirkte gemeinsam mit Franz Xaver Kroetz und Martin Sperr eine Gesamtausgabe beim Suhrkamp-Verlag.
Dieter Lohr wiederum sorgte 2011 für eine Hörbuchausgabe des Romans um jene Frieda Geier, die als selbstständige Vertreterin für ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Schwester Linchen sorgt, welche in einem höheren, katholischen Mädcheninternat (unter Zuständen wie Jane Eyre in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts) aufwächst. Gustl Gillich, ein Zigarrenladenbesitzersohn (!) ist Friedas Verlobter. Frieda, die für die damalige Zeit eine eigenständige und selbstbewusste Frau ist, lässt sich jedoch nicht von ihm vereinnahmen und löst die Verbindung, womit sie ihn in seinem selbstverständlichen, männlichen Überlegenheitsgefühl zutiefst kränkt. Leider nutzt Friedas Aufopferung, um ihrer Schwester ein besseres Leben zu ermöglichen, nicht. Sie wollte diese vor der Welt schützen, hat ihr damit aber auch alle Möglichkeiten sich gegen diese zu wehren entzogen. Weltfremd erzogen, mit aufoktroyiertem Schuldgefühl und übertriebener Demut, ohne das Selbstbewusstsein Friedas, muss sie bei ihrem ersten Kontakt mit dieser Welt zu Grunde gehen. Die Beziehung von Frieda und Gustl, sowie die Figur des Gustl beruht teilweise auf Bepp Haindl und Fleißers Beziehung zu ihm.

Titel (der sich auf Gustl bezieht) und Untertitel finden keinem Halt im stark gekürzten Text und suggerieren eine glücklicherweise nicht vorhandene Belanglosigkeit oder auch Leichtigkeit. Vielleicht wäre der ursprüngliche Titel (allerdings ohne den Titelzusatz) treffender und origineller gewesen. Frieda ist unzweifelhaft die Hauptfigur des Hörbuchs. Ihr Streben nach Unabhängigkeit, für Frauen heute eine Selbstverständlichkeit, war ein harter, ständiger Kampf. Das Hörbuch vermittelt uns eine Zeit, in der Frauen (trotz Wahlrecht und Zugang zu Universitäten) kaum Rechte und Chancen hatten. Das zentrale Thema ist das alltägliche Netz von Abhängigkeiten, in dem sich sowohl die unverheiratete, wie die verheiratete Frau befand. Ergreifend und erschütternd wirken diese fast beiläufigen Alltagsschilderungen. Den ZuhörerInnen wird bewusst, dass das alles gar nicht so entfernt ist, bedenkt man, dass z.B. im Kanton Appenzell-Innerrhoden erst 1990 das Komunalwahlrecht für Frauen eingeführt wurde oder Vergewaltigung in der Ehe in Deutschland erst seit 1997 strafbar ist. Neben der emanzipatorischen, bietet der Text auch einer biographische Interpretation viel Nahrung.

Gelesen wird der Roman mit dezentem bairischen Einschlag von Eva Sixt, die auch die Textauswahl vornahm. Musikalisch begleitet sie Norbert Vollath.
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