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Eine Zeit ohne Tod [Taschenbuch]

José Saramago , Marianne Gareis
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. April 2009
Und wenn einfach keiner mehr sterben würde? Es ist der 1. Januar in einem nicht näher bezeichneten Land. Da geschieht, wofür es kein Beispiel in der Geschichte gibt: An diesem Tag stirbt niemand. Und auch am folgenden Tag nicht und am darauffolgenden. Selbst die Königinmutter, bei der es aussah, als würde sie den Jahreswechsel nicht mehr erleben, verharrt im Sterben. Eines Tages findet der Direktor des nationalen Fernsehens einen Brief auf dem Tisch, über dessen Erhalt er umgehend den Ministerpräsidenten in Kenntnis setzt. Der Brief stammt vom Tod … «Bei allem Realismus, bei allem Engagement ist Saramagos Kosmos das Terrain der großen Geheimnisse, der wahren Mirakel, die resistent sind gegen Deutung, Aufschluss, Klärung.» Frankfurter Rundschau

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 3 (1. April 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499243423
  • ISBN-13: 978-3499243424
  • Originaltitel: As Intermitencias da Morte
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 41.220 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

José Saramago wurde am am 16.11.1922 in dem Dorf Azinhaga im portugiesischen Ribatejo als Sohn einer Landarbeiterfamilie geboren. Mit zwei Jahren Umzug nach Lissabon. Aus finanziellen Gründen Wechsel vom Gymnasium auf eine berufliche Schule, die er 1939 als Maschinenschlosser verließ. Zwei Jahre Tätigkeit in diesem Beruf in einem Krankenhaus, anschließend Übergang in die Verwaltung. Ab 1955 häufige Aufenthalte im Literatencafé «Café Chiado». Durch Vermittlung Arbeit im Verlag «Estúdios Cor». In dieser Zeit erste Veröffentlichungen. 1969 Eintritt in die (verbotene) kommunistische Partei, erste Auslandsreise (Paris). Ab 1968 literarische bzw. politische Mitarbeit bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften; März bis November 1975 beigeordneter Direktor der ältesten portugiesischen Tageszeitung «Diáro de Notícias». Nach der "Nelkenrevolution" 1974 Arbeit im Ministerium für Kommunikation. 1975-1980 verdiente er seinen Lebensunterhalt hauptsächlich als Übersetzer. Seit 1980 war er als freier Schriftsteller tätig. 1986 sprach Saramago sich gegen den Beitritt Spaniens und Portugals in die Europäische Union und für eine Unabhängigkeit der Iberischen Halbinsel aus. Er ist Mitglied des Ordens Militar de Santiago de Espada (Portugal) und des Ordre des Arts et Lettres (Frankreich) sowie Ehrendoktor der Universitäten Turin, Sevilla und Manchester. Seine Werke sind in 26 Sprachen übersetzt. José Saramago lebte zuletzt auf Lanzarote, wo er am 18. Juni 2010 verstarb. Auszeichnungen: Prémio da Associação de Crítícos Portugueses (1979); Prémio Cicade de Lisboa für «Hoffnung im Alentejo» (1980); Prémio Literário Município de Lisboa für «Das Memorial» (1982); Prémio da Crítica da Associação Portuguesa de Crítícos (Prémio D. Dinis) für «Das Todesjahr des Ricardo Reis» (1986); Premio Internazoniale Ennio Flaiano (Italien) (1992); Nobelpreis für Literatur (1998).

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rezensent
Format:Gebundene Ausgabe
"Eine Zeit ohne Tod" ist der neuste Roman des Nobelpreisträgers Saramago. Das unerhörte Ereignis zu Beginn dieses Buches besteht darin, dass tod (kleingeschrieben, personifiziert als Frau!) ihre Arbeit niederlegt. Die Gesellschaft altert weiter, Menschen flüchten zum Sterben ins Ausland, die Regierung des nicht näher benannten Landes ist hilflos.
Saramago spielt auf den ersten hundert Seiten mit den aktuellen Debatten des alternden Europa, überzeichnet sie und feuert die ein oder andere Spitze gegen Politiker und Medien, die kein Vertrauen verdienen. Manchmal hat man das Gefühl, der Autor vergesse für ein paar Absätze das eigentliche Thema und ist eher damit beschäftigt sich persönlich Luft zu machen, doch seine kritischen Passagen wirken im Kontext doch zuletzt immer angemessen.
Dass er in Meister darin ist, den Leser zu verwirren, ist bekannt. Der typisch unzuverlässige Erzähler lässt einem das ein oder ander Mal im unklaren, betrachtet das Geschehen nah in einer Familie oder distanziert für die ganze Nation. Saramago zeigt in der ersten Hälfte des Romans, wie unser gesamtes gesellschaftliches Leben auf den Wechsel zwischen Generationen, auf den Tod hin ausgerichtet ist und wie irrsinnig ein Wunsch nach Unsterblichkeit sein kann.
Als tod doch wieder die Arbeit aufnimmt, ändert sich der Tonfall und die Atmosphäre: der Erzähler schaut ihr über die Schulter, verfolgt ihre Wege und es kommt dazu, dass ein Mann nicht sterben will, obwohl alle Welt den normalen Gang der Dinge wieder angetreten hat. Um hier nicht zu viel zu verraten, sei nur gesagt, dass den Leser ein überraschendes und wohl inszeniertes Ende erwartet.
Wer Saramago kennt und zu schätzen weiß, der darf hier bedenklos die Lektüre beginnen, aber auch für alle anderen sei er empfohlen, ist er Neue doch weniger düster und leichter zugänglich als manch andere seiner Werke (z.B. "Das Todesjahr des Ricardo Reis").
Spannend aufgebaut, elegant und temporeich erzählt: sehr gut!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was wäre wenn ... ? 7. Juli 2009
Von Valentine TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Tod hat seine Arbeit eingestellt! Auf den ersten Blick ein Grund zur Freude, wenn plötzlich niemand mehr stirbt - doch es bedeutet auch, dass Menschen, die im Sterben liegen, nicht einfach die Augen schließen dürfen, sondern auf unbestimmte Zeit in diesem Zustand zwischen Leben und Tod gefangen bleiben. Es bedeutet, dass Bestatter und Totengräber arbeitslos werden, dass Krankenhäuser und Altenheime völlig überfüllt sind, dass Überbevölkerung droht, die das Rentensystem an den Rand des Zusammenbruchs bringen wird, dass Familien verzweifelt mit ansehen, wie jemand ohne Hoffnung auf Erlösung auf dem Sterbebett liegt.

Die Politik ist ratlos, die Presse spekuliert, die Kirche sieht sich mit dem Verlust ihrer Existenzberechtigung konfrontiert, denn ohne Tod kein ewiges Leben. Währenddessen gründen findige Köpfe eine Gruppierung, die Menschen zum Sterben außer Landes bringt, denn dort waltet Gevatter Tod nach wie vor seines Amtes. Daraus entwickelt sich eine mächtige verbrecherische Organisation, die bald das ganze Land im Würgegriff hat, die öffentliche Ordnung, das Leben, wie man es kannte, ist völlig auf den Kopf gestellt.

Wieder entwickelt Saramago ein faszinierendes "Was wäre wenn"-Szenario, in dem ein ganzes Land durch ein plötzliches Ereignis vollkommen aus der Bahn geworfen wird und sich auf einmal im Angesicht von Gegebenheiten wiederfindet, die eigentlich gar nicht möglich sind. Es gibt kaum echte Protagonisten, meist nur namenlose Figuren, auf die er hier und da Schlaglichter wirft.

Sprachlich bietet Saramago wieder sein ganzes typisches Stilarsenal auf: ewig lange Bandwurmsätze, wenig Absätze, keine wörtliche Rede, viele Schauplatzwechsel. Die Übersicht ging trotzdem nie verloren, weil das Geschehen zeitlich linear erzählt wird. Ab und zu schaut er sich selbst beim Schreiben über die Schulter und spricht den Leser direkt an. Doch auch ohne dieses direkte Einbezogenwerden hätte mich das Buch unglaublich gefesselt. Für mich hat sich Saramago hier selbst übertroffen. Packend waren seine Themen schon immer, doch hier schreibt er auch besonders lebendig und flüssig. Großartige Lektüre.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ende der Zeit ohne Tod. Ein Nachruf. 19. Juni 2010
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Schicksal der Hoffnung ist, stets aufs Neue geboren zu werden."
(José Saramago)

José Saramago (1922-2010), portugiesischer Nobelpreisträger für Literatur seit 1998, ist ein wunderbares Buch gelungen. Fragt man nach Buchanfängen, die Weiterlesen zwingend machen ist es dieser: "Am darauffolgenden Tag starb niemand ". Es ist Neujahr und das Ende des Sterbens suggerierte unüberlegt ein Paradies ausschließlich in einem fiktiven Land und nur innerhalb der Grenzen, so dass die Nachbarn Züge des unerbittlichen Imperialismus zeigten und ebenso sich blind gegenüber der vierfachen Krise, nämlich der demographischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen. In Anbetracht all der Katastrophen sich der Blick zur Hölle veränderte. Verletzte wurde blutüberströmt geborgen, eigentlich tot überlebten sie, weil es so sein musste. Alte und Kranke blieben daheim oder überfüllten die Krankenhäuser und Altenheime. Politscher Druck und Chaos aus der vorhersehbaren Krise wurden größer, Formen der Euthanasie durch Grenzübertritt deutlich und notwendig. Hoffnung, ewig zu leben wich dem Horror, niemals zu sterben.

Vertrauend auf die Weisheit der Zeit, die uns versichert, "dass es immer ein Morgen geben wird, das die Probleme löst, die heute noch unlösbar erscheinen" lösten Thesen Thesen ab. "Falls wir nicht sterben, haben wir keine Zukunft mehr" war nur eine dieser Thesen bis die Wende kam und der Zug der Zeit auf sein altes Gleis zurückfand. Der Tod tritt auf, eine Sie (portugiesisch: morte, feminin) und nur als persönlicher Tod, es wird wieder gestorben, aufatmen in dem Land, die Normalität kehrt zurück und doch - ein Mensch ist außerhalb der Regel, sein Tod mit 49 tritt nicht ein, seinen 50 Geburtstag erlebt der einsame Cellist, weil, wie der Erzähler berichtet: "Mit kalter Aufmerksamkeit hast du den schlafenden Cellisten beobachtet, diesen Menschen, den du nicht zu töten vermochtest, weil du seiner erst habhaft wurdest, als es bereits zu spät war". So rettet auch hier der Tod die Liebe wie bei Verdi oder Shakespeare - allerdings ins Leben.

Tritt anfangs wohlüberlegt und wiederholt die Betrachtung der gesellschaftlichen Nuance aller Ursachen und Folgen des fehlenden Todes in den Vordergrund, findet die spontane Wende im erneuten Sterben und in einer persönlichen Beziehung in D-Dur, der Tonfolge der Freude und der Liebe bei Bach und Beethoven eine gekonnte Interpretation und macht so das Buch zu einem Lesevergnügen, atemlos von der ersten bis zur letzen Seite. Die Tod stößt an die eigenen Grenzen und so endet der Roman, wie er begonnen hat: "Am darauffolgenden Tag starb niemand." Die Gründe werden sich verändert haben.

Saramago schreibt ohne orthographische Regel, sein Ineinanderlaufen von Frage und Antwort, von jedem Dialog erschwert das Lesen und macht es wie die Geschichte ist: atemlos. Atemlos in einem Szenario der Überbevölkerung, in dem deutlich wird, wie sich Werte, Moral, Liebe und Pflege verändernd zeigen können, wie notwendig Gesellschaft, Kirche und der Mensch an sich des Todes bedürfen. Diese Hetze stockt erst im Zuge der Wende. Dass Saramago in der Hast an Neubetrachtungen desselben nicht vorbeikommen will, zeigt er in der Vielfalt der Blickwinkel, ist doch jede Betrachtung eine von sozialkritischem Ernst oder satirischer Philosophie. Ein Mann, ein Literat, ein Nobelpreisträger ist nicht mehr, einer, "der mit Gleichnissen, getragen von Phantasie, Mitgefühl und Ironie, ständig aufs Neue eine entfliehende Wirklichkeit greifbar macht", so der Beginn der Mitteilung der Schwedischen Akademie zum Nobelpreis.

José Saramago ist tot. Am Freitagmittag, gestern, dem 18.06. ist er in seinem Haus auf Lanzarote gestorben. In einem Interview sagte er einmal: "Meine Ruhe und meine Gelassenheit haben mir geholfen, den Tod als etwas ganz Natürliches zu betrachten, gegen den man sich allerdings wehren sollte. Man darf nicht resignieren und die Tatsache des Sterbens einfach akzeptieren." Eine Zeit ohne Tod ist für den großen Portugiesen zu Ende. Seine unentwegte Hoffnung auf den besseren Menschen wird weiterleben. Wie auch seine Bücher: "Die Stadt der Blinden", sein Nobelpreis-Werk, "Die Stadt der Sehenden" und sicher auch seine kleine, jüngst erschienene Autobiographie als Kleine Erinnerungen, die mit dem 15. Lebensjahr endet, doch Basis ist für einen Mann, dessen Herkunft, Denken und Schreiben bestimmt hat. Nirgends besser formuliert als genau dort: "Lass dich von dem Kinde verführen, das du einmal warst."
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Super!
Das Thema, unglaublich. Umsetzung: super. Erstes Buch was ich von ih las. Der SChreibstil: ungewöhnlich aber so ziemlich das beste was ich bisher gelesen habe.
Vor 1 Tag von Haraldana veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen keine leichte Kost - aber großartiger Stoff
Das war mein erster Saramago - - und ich bereue es nicht, kann es allen empfehlen, die sich darauf einlassen wollen - die Geschichte und die Idee hinter dem Buch sind groß -... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Wurzer Leo veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Entäuschung
Nachdem ich die Bücher: Die Stadt der Blinden und die Stadt der Sehenden gelesen hatte, fand ich das Buch nicht lesenswert, es gibt viele Wiederholungen zu den genannten... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. April 2011 von Hans-uwe Graefenhain
3.0 von 5 Sternen Schleppender Anfang, aber tolles Ende
Mir ist dieses Buch empfohlen worden und nachdem ich den Inhalt grob erzählt bekommen habe, habe ich mich auf die Lektüre gefreut. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. August 2010 von F.Nerd
5.0 von 5 Sternen erquickend tödlich
"Eine Zeit ohne Tod" ist ein für mich voller Humor steckendes Buch, teilweise recht bissig, jedoch derart entlarvend - wie dringend der Tod von vielen unsrer Institutionen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. August 2010 von Dr. Stephan Peters
4.0 von 5 Sternen visionäre Gesellschaftskritik
In "Eine Zeit ohne Tod" beschäftigt sich der 1998 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnete Schriftsteller José Saramago mit einer Vision. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Juli 2010 von Anke Przybilla
5.0 von 5 Sternen "Am darauffolgenden Tag starb niemand" (11).
Eine Welt ohne Tod, wäre das nicht etwas Wunderbares, die Erfüllung eines uralten Menschheitstraums? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Juni 2010 von Michael Dienstbier
4.0 von 5 Sternen Tod als Frau
Man muß sich mit dem Buch beschäftigen, dann ist es hoch spannend. Allerdings ist die Art der Sprache und Rechtschreibung gewöhnungsbedürftig. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Oktober 2009 von Axel Herbst
4.0 von 5 Sternen Zwei Bücher in einem
"Eine Zeit ohne Tod" hat eine spannende Grundidee. Was würde passieren, wenn plötzlich niemand mehr sterben würde? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. September 2009 von Herman Melville
5.0 von 5 Sternen Fehlbarer und ach so menschlicher Tod
Saramago war für mich immer der Meister der dunklen Töne. Man denke nur an "Stadt der Blinden" oder "Der Doppelgänger". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. April 2009 von gabimuc31
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