Es ist die Welt der peruanischen Oberschicht, die der zauberhaften, ewig jungen Susan, Enkelin des Präsidenten und Mutter des einsamen, kleinen Julius, den sie bei Gefühlsaufwallungen mit Küssen überhäuft um dann wieder, fast hörig, ihrem allseits begehrten und beneideten zweiten Ehemann Juan Lucas zu folgen, und zwischen Golfplatz und Swimmingpool, Restaurants und Coctailpartys dessen männliche Gespräche über Stierkampf, Autos und Frauen zu bewundern, ähnliche Konsum-Kriterien, mit denen auch Julius' Mitschüler ihre Klassenkameraden aburteilen. Seinen rabiaten älteren Brüdern Santiago und Bobby wird fast unbeschränkte männlich Freiheit gewährt. Ein sinnloses Luxusleben führend, wachsen sie zu zweifelhaften Existenzen heran. Der schwächliche und einsame Julius, der sich in Sehnsucht nach seiner verstorbenen Schwester Cinthia verzehrt, zieht sich in eine alte Kutsche zurück, von der aus er die Dienstboten im Spiel erschießen darf, die Dienstboten, die als einzige ihm Wärme entgegenbringen, die aber von der Familie im Grunde verachtet und, bei Bedarf abgeschoben werden.
Keine der handelnden Personen macht eine Entwicklung durch. Echenique ordnet ihnen oft bleibende Adjektive zu. Susan, zauberhaft, bleibt in ihrem Fühlen und Handeln hilflos und oberflächlich, Juan Lucas der scheinbar perfekte Macho ebenfalls. Santiago und Bobby, körperlich robust, haben von Beginn an gegen die Verführungen ihrer Umwelt keine Chance, aber auch der sensible und gerecht denkende Julius bleibt sich gleich - außer dass er älter wird und statt aus der Kutsche zu schießen die männlichen Flüche lernt. Echenique schildert einen Zustand, und Menschen, die ihm ausgesetzt sind. Unterschiedlich determiniert, reagieren sie auf ihn unterschiedlich, erscheinen aber auf ihrem einmal eingeschlagenen Weg letztlich nicht wandelbar. Das scheint die Schwäche eines großen Romans zu sein - aber sie ist gewollt. Und mit einer Fülle von köstlichen Nebengestalten, etwa denen von Julius' Mitschülern Cano und Fernandito, den Dienstboten Vilma und Nilda , der Klavierlehrerin Proserpina, um nur einige zu nennen, öffnet sich dem Leser eine Kette von vergnüglichen Erzählungen. Leider sind diese nicht durch Kapitelüberschriften kenntlich gemacht, was ein späteres und gezieltes Nochmallesen erschwert. Eine flott erzählte Handlung, wechselt mit Erinnerungsfetzen, welche, solange sie spärlich eingesetzt werden, das Interesse des Lesers steigern, es bei manchmal allzu häufigem Gebrauch jedoch erlahmen lassen. Der Grundton ist stets humorvoll - ich habe laut aufgelacht.