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Eine Vorhaut klagt an
 
 
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Eine Vorhaut klagt an [Taschenbuch]

Shalom Auslander , Eike Schönfeld
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch (17. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833306459
  • ISBN-13: 978-3833306457
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 152.402 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das Wunder dieses bemerkenswerten Buchs ist, dass sich Auslanders Klage am Ende als das überraschende, von Liebe und Menschlichkeit bestrittene Plädoyer für das unversehrte Leben seines Sohnes erweist." (FAZ )

"Weil in diesem furiosen Roman mit großem Ernst die Frage verhandelt wird, was es heißt, heutzutage religiös zu sein, ist dieses Buch sehr wichtig für eine Welt, in der viele Menschen die Rückbesinnung auf Kult und Religion bedenkenlos gutheißen." (DER SPIEGEL )

"Shalom Auslander reitet in Eine Vorhaut klagt an sein eigenes Leben über die Klippe, um sich zu retten - und gerade dieses doppelte Risiko macht das Buch so aufregend, zieht den Leser mit, manchmal bis über den Abgrund, der das Leben jedes Menschen ist." (DIE ZEIT )

"Ein respektloses, unglaubliches 'Ätsch' gen Himmel." (COSMOPOLITAN )

Kurzbeschreibung

Aufgewachsen in einem vollkommen abgeschotteten jüdisch-orthodoxen Umfeld in New York, hatte Shalom Auslander sich den religiösen Gesetzen unterzuordnen, seitdem er denken kann. Über allem thronte dieser Gott, der ihn nicht verstand und ihm seine Jugend zur Hölle machte. Schokoriegel, Comics, Pornos, das alles führte geradewegs Richtung Untergang. Noch heute legt er am Schabbat lieber zwanzig Kilometer zu Fuß zurück zu einem Eishockeyspiel, statt ein Taxi zu nehmen. Doch nach dem Spiel gibt's dann, aus Rache, einen XXL-Hot Dog, extra unkoscher. Eine Vorhaut klagt an ist seine große Abrechnung mit Gott. Furchtlos böse, schockierend wichtig und unglaublich unterhaltsam.

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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Der Buch-Vorleser TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Oh ja, Shalom Auslander leidet. Der Gott nämlich, den ihm seine Eltern und seine Lehrer und überhaupt fast jeder um ihn herum ans Herz legen, ist nicht sein Gott. Überhaupt fragt sich Shalom, warum es einen Gott geben muss und warum nur diese Distanz, diese Gläubigkeit, diese Ausstrahlung der Allmächtigkeit gepredigt wird, wenn es doch unter diesem Gott so offensichtliche Ungerechtigkeiten gibt. "Eine Vorhaut klagt an" ist der beim Berlin Verlag in der wieder einmal vorzüglichen deutschen Übersetzung von Eike Schönfeld erschienene Rückblick des Juden Shalom Auslander auf sein noch junges Leben. Voller Sarkasmus und reich an bösartigen Ungehörigkeiten schildert Auslander seine Jugend zwischen Angst und Hoffnung, jüdischen Traditionen und der Sehnsucht, diese zu überwinden und moderner in einer modernen Gesellschaft zu sein. Mit der Furcht vor dem Ausgeliefertsein an einen fürchterlichen Gott und gebunden an die strengen Sitten und Gebräuche des jüdischen Volkes macht sich Shalom Auslander auf den Weg aus dieser Vorbestimmtheit, die bis ins nördliche New York, wo er aufwächst, reicht. Fast abgeschoben kommt er sich vor, als er nach Israel geschickt wird um dort den festen Glauben an Gott zu studieren und zu verstehen. "Eine Vorhaut klagt an" ist vieles geworden, Abrechnung mit der religiösen Unnahbarkeit gegen die Modernisierung des Alltages, eine ganz persönliche Anklage gegen die entpersonifizierte Ausrichtung jeglicher Religion und nicht zuletzt eine wütende und dabei literarisch ganz vorzüglich gelungene Positionsbestimmung eines jungen jüdischen Mannes in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wobei dieser Mythos der Unbegrenztheit dabei ganz sicher ins Wanken gerät.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Shalom Auslander wächst in einem orthodoxen jüdischen Viertel in New York auf. Er lernt nicht nur zwölf Namen für den Gott, dessen Name nicht ausgesprochen werden soll, sondern auch, dass Gott gerne und viel bestraft - vor allem mit dem Tod. Gott ist verschlagen und Shalom Auslander kann nicht anders, als zu glauben, dass Er alles persönlich nimmt. Shalom Auslander will nichts mehr, als Gott loswerden, seinen Glauben an Ihn verlieren. Und so lebt er zwar nicht mehr nach den jüdischen Regeln, wartet dafür jedoch tagtäglich darauf, dass Gott ihn tötet oder seine Frau tötet oder sein ungeborenes Baby tötet oder sein Baby tötet, nachdem es gesund geboren worden ist, oder seine Frau während der Geburt tötet oder einen Freund tötet. Wenn ich Ihnen schon einmal begegnet bin und Sie auch nur ansatzweise mochte, habe ich Sie mir tot, enthauptet, zerstückelt vorgestellt."

Das ist die Welt des Shalom Auslander. In Rückblicken erzählt er von seiner Kindheit und Jugend, davon, dass er den Sabbat nicht mochte, dafür jedoch nichtkoscheres Essen, Mädchen und Marihuana, während der Leser zugleich dabei ist, wie seine Freundin Orli schwanger ist, einen Jungen gebärt und Shalom noch immer Angst hat vor der Rache des Herrn Holocaust". Sein Verhältnis zu Gott ist ein besonderes, es ist geprägt von Zorn und Verachtung, Angst und Schuld, von Paranoia und Alpträumen.

Auslanders autobiographischer Roman Eine Vorhaut klagt an" wurde von der New York Times zu einem der besten hundert Bücher des Jahres 2007 gewählt. Zu Recht! Es ist nicht nur sprachlich ausgefeilt, sondern bietet dem Leser vieles: Man schmunzelt, man wischt sich die Lachtränen von der Wange und hält kopfschüttelnd inne, man staunt - man staunt tatsächlich sehr viel in diesem Buch - und man hat Mitgefühl für diesen Menschen, der nicht mit und nicht ohne Gott leben kann und dessen jüdisch-orthodoxe Kindheit solch lange Schatten wirft.

In Anbetracht der Strenge des Themas mag man es gar nicht sagen, aber Eine Vorhaut klagt an" ist ein außergewöhnlich unterhaltsames Buch. Ein Buch voller Sarkasmus, Situationskomik und der ganz leisen Tragik eines Lebens, das sich zu emanzipieren versucht.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Typisch Gott! 2. April 2010
Von Mag Sarah Krampl TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Ich bin auf das Buch deshalb aufmerksam geworden, weil ich von Shalom Auslander bereits "Vorsicht, bissiger Gott" gelesen hatte und mir das Buch sehr gut gefallen hat. "Eine Vorhaut klagt an" ist umfangreicher, unterscheidet sich aber nicht sonderlich im Inhalt vom Vorbuch. Das Problem, das Auslander mit der Religion hat, stammt aus seiner Kindheit und diese wird in diesem Buch in einer Parallelhandlung neben sein jetziges Leben auch aufgerollt. Wie viel von seiner Biographie erfunden ist, weiß ich nicht. Auslander (geboren 1970) wuchs in einer jüdisch-orthodoxen Familie in New York auf und lebt heute in Brooklyn.
Im Prinzip geht es in diesem Buch darum, dass Auslander sich über die jüdische Gottesvorstellung aufs gröbste beschwert. Er macht sich einen persönlichen Gott, mit dem er ständig streitet. Hauptthemen sind seine Sexualsucht und koscheres Essen. Er verstößt dauernd gegen die Gebote der Bibel bzw. des jüdischen Glaubens. Seine Beziehung zu Gott bringt ihn öfter zur Verzweiflung, weil er eigentlich gar keine haben will aber nicht anders kann. Gott ist für ihn ein Dorn im Auge, eine riesige Neurose. Der Kernpunkt ist, dass Auslander sich von Gott auf den Arm genommen fühlt, er wartet ständig darauf, dass ihm Gott Fallstricke stellt und wenn er es nicht macht, dann hat er trotzdem ständig Angst, in Zukunft könnten die schrecklichsten Dinge ihm und seinen Lieben aus Strafe für seine sexuellen Taten und das Essen unkoscherer Speisen geschehen. Mit seiner Familie hat er überhaupt keinen guten Kontakt. Er erzählt wie seine Frau schwanger ist und er sich die ganze Zeit überlegt, ob er den Jungen beschneiden lassen soll oder nicht. Am Ende wird er beschnitten aber nicht nach religiösen Vorschriften, d.h. nicht am 8. Tag nach der Geburt sondern schon am 2. im Krankenhaus. Ich kann ihm in seinen Ängsten und Zweifel Gott gegenüber gut verstehen. Der Vater war Säufer, die Mutter ständig besorgt und mit dem Tod beschäftigt. Wie soll einer, der so aufgewachsen ist, absolutes Vertrauen haben? Gott wird nicht als Freund sondern als Feind gesehen, als strenges, strafendes Übergewissen. Ich persönlich hab das erste Buch von ihm "Vorsicht, bissiger Gott" deshalb besser gefunden, weil es für mich neu war. Dieses Buch unterscheidet sich nur in der Länge aber nicht im Inhalt vom ersten Buch, im Gegenteil, es ist auch nicht mehr so lustig, sondern wird eher bedrückend. Die Sätze sind sehr einfach gehalten mit viel Wiederholungen, so dass es vom sprachlichen Standpunkt aus, nicht sehr gelungen ist. Nichtsdestotrotz hat mich dieses Buch deshalb beeindruckt, weil Shalom Auslander Gott zur Rede stellt. Er behauptet nicht, dass es keinen Gott gibt, sondern im Gegenteil, es gibt ihn aber er ist eben nicht der gütige, liebende Gott sondern das Gegenteil davon und die Realität zeigt eigentlich auch kein anderes Bild von ihm. Dass Menschen, die man liebt, sterben, dass man schlechte Gedanken und Gefühle hat, dass man zum Teil große Probleme im Leben hat ist eine Tatsache und das zeigt uns Auslander. Er zeigt uns aber auch, dass er die Hoffnung und den Glauben auf Gott nicht wirklich aufgegeben hat, Gott ist ihm nicht gleichgültig, im Gegenteil. Deshalb finde ich auch den Satz von Maxim Biller in der Zusammenfassung des Romans am Anfang nicht richtig, wenn er behauptet, dass man nach dem Lesen dieses Buch erkennen muss, dass es keinen Gott gibt. Dieses Buch passt auch in die heutige Zeit, wo die Religion ironisch, sarkastisch betrachtet wird. Man denke nur an Bücher wie "Jesus liebt mich" von David Safier, oder "Die Bibel nach Biff" von Christopher Moore, oder "Der verirrte Messias" von Peter Henisch usw. Insgesamt haben mir dieses Buch und auch die andern hier erwähnten Bücher gut gefallen, weil sie dem strengen Dogma, der strengen Sicht der Dinge in religiösen Belangen etwas entgegenwirken und sich doch mit dem Thema beschäftigen.
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