Ich muss einem der Vorredner widersprechen. Eschbach *will* höchst offensichtlich gar keine realistischen Aliens darstellen und auch kein physikalisch funktionierendes Szenario darstellen, sondern genau das Gegenteil, um uns einen Spiegel vorzuhalten.
Das kommt auch am Ende nochmal ganz klar heraus.
Dazu nutzt er das Mittel einer SF-Story und eine deutlich erkennbare Überzeichnung.
Die Story ist mit kaum einer Stunde eher kurz, aber gut und ohne besondere Längen. Meine Empfehlung: Hörenswert...
*** vorsicht ab hier Spoiler - weiterlesen auf eigene Gefahr ***
Eschbach hat den klassischen Spruch, "wir gehen mit der Erde um, als hätten wir eine zweite im Gepäck", wörtlich genommen.
Er stellt anhand einer Story mit Außerirdischen dar, die uns ein "zweites Europa auf dem Mond" für unsere Rettung bauen wollen und als Bezahlung den Gesamtwert von Europa verlangen, dass wir bei unseren kaufmännischen Rechungen nur betrachten, was ein Haus, eine Firma, ein Land oder eben Europa "wert" ist, dabei aber den mit Abstand größten aller Werte völlig vernachlässigen: Den des funktionierenden *Ökosystems* als Grundlage unserer Existenz.
Klar, das muss man als BWLer oder Politiker auch nicht bezahlen. Darum ist es denen vollkommen egal. Die Welt ist ja groß und war schon immer da - bis wir sie zerstören.
Nett fand ich auch die verblüffte Frage des Ober-Alien, wie ein so großer Länderbund wie Europa, der seit Jahrzehnten in Wohlstand und Frieden lebt, trotzdem bis über beide Ohren verschuldet sein kann? Das gibt es im ganzen Universum nicht nochmal. ;-)
Wenn man ein wenig zwischen den Zeilen liest, ist diese Story eine kräftige Ohrfeige an uns alle, speziell aber die Politiker. Nur werden die das sicher weder lesen noch irgendwas merken.
Die Erkenntnis für uns in der realen Welt soll sein, dass es sowas wie ein "zweites Europa" eben *nicht* geben kann. Wir haben eben keine zweite Erde im Gepäck. Wenn wir unsere einzige zerstören, ist es aus mit uns.