Das ist kein "Fantasy"-Roman, sondern ein Porno! Ich, eine wikrlich Interessierte Leserin von allem was mit Mythen (besonders die Mythen um Troja) zu tun hat, kaufte mir das Buch, da der Titel relativ vielverprechend war. Allerdings war das der größte Fehlkauf überhaupt.
Zum Inhalt: Briseis, die ach so wunderschöne Tochter des Königs von Lyrnessos, erzählt in Rückblenden ihre Lebensgeschichte. Nun könnte man annehmen, dass der mythisch-historischen Stadt Troja besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird - doch weit gefehlt! Briseis, die schöner sein soll als Helena aus Sparta, dessen Schönheit in den Mythen offiziell als Auslöser des 10-jährigen trojanischen Krieges gilt, erzählt von ihrem Leben als Prinzessin in Lyrnessos. Allerdings beschränken sich ihre Erzählungen fast ausschließlich auf ihre Erfahrungen mit Männern - einige von ihnen sogar aus dem Hause des Königs Priamos von Troja! Erfreulich, das wenigstens in diesem Zusammenhang von Troja die Rede ist. Irgendwann wird sie von ihren Eltern verheiratet um durch den Bund einen starken Verbündeten im Krieg gegen die Griechen für sich zu gewinnen, welche bei ihren Raubzügen durch das Land schließlich in Lyrnessos ankommen, Briseis' Mann Mynes erschlagen und die Stadt einnehmen. Unter den Griechen befindet sich kein geringer als Achilleus, der größte Held der Griechen. Es kommt wie es kommen muss: Sie verlieben sich ineinander und Briseis erlebt weiter Abenteuer mit ihrem Geliebten. An diesem Punkt dachte ich: Vielleicht wird es ja jetzt besser. "Nur Geduld. Lies weiter. Jetzt muss es wohl oder übel langsam zu Troja übergehen". Erfreulicherweise tat es das auch (wie es auf den ersten Blick schien): Sie ziehen zusammen in das Lager vor den Mauern Trojas. Allerdings zählt hier wieder mal das Kriegsgeschehen vor Troja nur sekundär. Der Schluss aber war wirklich ungeheurlich: am Ende ist unsere Protagonistin sogar für den Fall Trojas verantwortlich!
Das wäre es zum Inhalt.
Die Wortwahl ist stellenweise wirklich "brutal". Ich denke nicht, das sich in jener Zeit im Sprachschatz der Menschen solche Wörter befunden haben.
Wer, bedingt durch den Titel des Buches,denkt, das sich hinter diesem Buch, Geschichten und Mythen um Troja räkeln, der irrt sich gewaltig. Wenn ihr genau das sucht dann wäre Marion Zimmer Bradleys' "Die Feuer von Troia" zu empfehlen.
Wer billige "Liebesgeschichten" mag, der wird mit "Eine Tochter Trojas" gut bedient sein. Leider kann man ja hier nicht null Sterne vergeben. Mehr hat das Buch nicht verdient. Finger weg!!!