Devon Davenport sitzt in Untersuchungshaft. Der 15 Jährigen wird versuchter Mord an ihrem Neugeborenen vorgeworfen. Das Baby wurde ausgesetzt und weist außerdem Misshandlungsspuren auf. Die Suche nach der Wahrheit beginnt, denn die junge Mutter behauptet, dass sie nicht bemerkt habe, dass sie schwanger gewesen sei. Viel mehr sei sie von der Geburt überrascht worden und habe im Affekt gehandelt. Die ersten Indizien sprechen jedoch gegen ihre Version und niemand will ihr Glauben schenken.
Devons Mutter hatte bei der Geburt ihres Kindes gleich ein Lebensmotto für ihre Tochter auserkoren: "The sky's the limit" und daher ihr Kind Devon Sky Davenport genannt. 15 Jahre lang schien sich die Prophezeiung durch ihren Namen zu bewahrheiten. Devon war eine sehr gute Schülerin, ein überragendes Fußballtalent und hatte stets eine viel versprechende Zukunftsaussicht. Bis zu dem Tag, an dem die Polizei ein Neugeborenes zwischen den Mülltonnen fand und kurz darauf auf Devon aufmerksam wurde, deren blutdurchtränkte Hose eine Verbindung zum Baby offenbarte.
Genau dort beginnt der Roman, der auf 416 Seiten einen realistischen Einblick in die Gefühlswelt einer verzweifelten Teenagerin schildert, die ungewollt schwanger wurde und scheinbar nur einen einzigen Ausweg sah. Der Leser begleitet Devon von nun an die nächsten Tage durch alle Stationen hinweg, beginnend mit einem Krankenhausaufenthalt, dem Alltag im Jugendknast, ihren Gesprächen mit der Psychologin und der Anwältin, bis zu ersten Gerichtsverhandlung. Schritt für Schritt werden ganz behutsam Devons Motive und die Hintergründe zur Tat aufgedeckt.
>>Ich habe nichts davon gewusst, das schwöre ich. Ich wusste wirklich nicht, dass ich schwanger bin.<<
>>Wann, Devon? Wann wusstest du nicht, dass du schwanger bist?<<
>>Zu keiner Zeit! Nie!<<
(Klappentext)
Die sensible Thematik des Romans ist heutzutage immer noch aktuell und vor allem sehr brisant. Es gibt viele ungewollte Schwangerschaften von Mädchen im Teenageralter und auch das "Entsorgen" des neugeborenen Babys im Müll scheint weiter verbreitet zu sein, als man annehmen und vor allem hoffen möchte. So beruft sich die Autorin in ihrem Nachwort auf eine Studie die zwischen 1989 und 1998 in den USA durchgeführt wurde, deren schockierendes Ergebnis lautet: Die Gefahr am ersten Lebenstag ermordet zu werden, ist zehn mal größer, als zu irgendeiner anderen Zeit des Lebens (vgl. hierzu Seite 407 des Romans in der u.a. Auflage).
Der Jugendroman hat mir sehr gut gefallen und mich bewegt. Neben dem flüssigen Schreibstil liegt es u.a. an der oben bereits erwähnten Erzähltechnik. Die eigentliche Tat ist bereits begangen worden. Nun geht es um die schrittweise Aufklärung, für die Amy Efaw verschiedene Perspektiven heranführt und zusätzlich zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her springt, ohne den Leser dabei zu verlieren.
Der zweite Grund, warum mich "Eine Tat wie diese" überzeugt hat, ist die Art und Weise, wie die Autorin die Thematik aufgreift und mit ihr umgeht. Sie versucht nicht, den Leser zu manipulieren und auf eine bestimmte Seite zu ziehen (pro Staatsanwaltschaft oder pro Devon), sie äußert sich nie verurteilend über das Verhalten der jungen Mutter. Amy Efaw klagt niemanden an, verharmlost aber auch nichts. Sie hat es geschafft einen emotionalen, berührenden Roman zu schreiben, der nie reißerisch wirkt, sondern neutral die Problematik einer Jugendlichen aufzeigt, die ungewollt schwanger wurde und sich nicht anders zu helfen wusste. Die Einblicke in Devons Leben und ihre Psyche waren durchweg interessant, so dass ich das Buch absolut weiterempfehlen kann.
Fazit: Ein Roman, der die Thematik gekonnt aufgreift, dabei bewegt und wachrüttelt.