Ich habe es mit geteilter Freude gelesen.
Mir scheint es als Gesellschaftskritik eines gehetzten jungen Mannes, der mithilfe des Erstlingswerk mit seiner erlebten Welt abrechnen wollte. Das Buch "Eine Odyssee - Ruhe" kann man ohne weiteres als Abrechnung mit den heutzutage versteiften gesellschaftlichen Ordnungen verstehen. Obwohl das Buch in einigen Passagen ausschweifend wirkt, zieht es doch in den Bann und lässt nicht mehr los, die letzten Seiten fesseln den Leser durch die authentische Erzählweise und die erschütternde Offenheit des Autors gegenüber seiner Figur. Man könnte fast meinen, der Autor selbst leide.
Den Untertitel "Reisetagebuch eines Verrückten" hat das Buch redlich verdient. Als Leser möchte man manchmal gar nicht weiterlesen, so deprimierend erscheint es. Wenn man es doch tut, kommt man auf den nächsten Seiten in den Genuss der satirischen Verzerrung unseres Alltages und bereut den Kauf keineswegs.
Ich empfehle dem Käufer beim Lesen eine ruhige Ecke im Haus, einen warmen Tee und viel Verständnis für die erste Arbeit eines Schriftstellers, der vermutlich erst mit der Zeit seine wahre Größe im Schreiben erlebt. Man kann noch viel erwarten, wenn man die fast täglich neu erscheinenden Kurzgeschichten von Stefan Schürrer auf "zeitverdichtet.de" liest. Ich selbst verfolge seine Entwicklung mit großer Freude.
Bin gespannt auf sein nächstes Werk.
Das werde ich mir natürlich ebenfalls zulegen.