Das Buch von Justine Rhett war in Anlehnung an die erste Story schon einmal unter dem Titel "Ich war kein braves Mädel, Santa Claus" erschienen. Diese Umbenennung macht Sinn, denn die Nikolaus-Geschichte gehört nach meinem Geschmack eher zu den schwächeren Stories des Buches (zumal Erotik und Nikolaus so eine Sache sind). Die insgesamt zehn Geschichten sind von unterschiedlicher Länge, unterschiedlicher Thematik, unterschiedlicher Härte und insgesamt sehr vielfältig, so dass für jeden Liebhaber der etwas härteren Erotik etwas dabei sein dürfte.
Der Erzählstil der Autorin gefällt mir sehr gut, ganz besonders in der mit fast 50 Seiten längsten Geschichte "Schrei, mein Liebling, schrei!", bei der es um eine Sub/Dom-Beziehung zwischen zwei Lederlesben geht. Sehr gelungen und intelligent die eingestreuten Gesellschaftsbeschreibungen, die Anmerkungen über wettbewerbsfreies Billardspiel unter Frauen sorgten sogar für manche Auflockerung beim Lesen.
Der Autorin gelingt es sehr gut, auf wenigen Seiten eine dichte Atmosphäre entstehen zu lassen und die Charaktere aufzubauen.