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Eine Nacht bei McCools beginnt damit, dass dem Zuschauer suggeriert wird, Liv Tyler sei sexy, fährt dann damit fort, dies zu beweisen und bleibt beständig dabei, diese Annahme zu bekräftigen, bis dem Betrachter keine Wahl mehr bleibt, dies nun auch rückhaltlos zu glauben. Das wird einem leicht gemacht, schade nur, dass die Kerle dabei dran glauben müssen. Liv Tyler spielt die Sexbombe Jewell Valentine, die drei Typen in ihre kriminelle Vorstellung von fröhlicher Häuslichkeit lockt. Der erste, der den Köder schluckt, ist Matt Dillon als Barkeeper. Paul Reiser (Beverly Hills Cop, Mad About You) spielt dessen Cousin, einen Anwalt, der ebenfalls nicht widerstehen kann. Und als ein Mord die ganze Sache auch noch verkompliziert, entwickelt John Goodman (The Big Lebowski, Arachnophobia in seiner Rolle als Detektiv eine ganz eigene Art von liebestoller Ritterlichkeit. Mit seinem schäbigen Pompadour stiehlt Michael Douglas als angeheuerter Lohnkiller, der die gesamte Bande aufscheuchen soll, allen die Schau, und Andrew Dice Clay (Die Abenteuer von Ford Fairlane ist überraschend witzig in einer recht gefährlichen Doppelrolle. Liv selbst kann sich natürlich in ihrer eigenen Rolle behaupten.
Dies alles ist recht amüsant, doch Eine Nacht bei McCools ist nur selten so lustig, wie man es sich wünschen würde. Die Dialoge von Drehbuchautor Stan Seidel (der leider verstarb, bevor der Film fertig gedreht war) sind scharf genug, doch fehlt ihnen der gewisse Dreh der Coen-Brüder (Hudsucker - Der große Sprung, O Brother were art thou?), der dem Film den ultimativen Kick geben würde. Im Grunde ist das nicht so tragisch; mit einer Femme fatale wie Liv Tyler, die alle Fäden in der Hand hält, vergibt man dem Film rasch seine Schwächen. --Jeff Shannon
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Wer sich diesen Film entgehen läßt ist selbst dran schuld!
"Eine Nacht bei McCool's" ist keine bahnbrechende Neuerfindung des Kinos, aber eine hübsche kleine Regiearbeit. Obwohl es vor Stars nur so wimmelt, wirkt der Film eher auf angenehme Art wie ein B-Movie - so, als hätten Michael Douglas, Liv Tyler und Co. zwischen zwei Mammutprojekten ein paar Tage frei gehabt und mit sichtlichem Spaß diese kleine Gaunerkomödie dazwischen geschoben. Es muss ja nicht immer "Herr der Ringe" sein.
Die Geschichte ist im Kern nach dem "Rashomon"-Prinzip aufgebaut, d.h. verschiedene Personen geben dasselbe Ereignis aus ihrer Sicht wieder. Eine solche Erzählweise erfordert große Sorgfalt von allen Beteiligten, und es ist erfreulich zu sehen, dass diese Sorgfalt in vielen Details wahrgenommen werden kann. Gerade bei eher kleinen Produktionen ist dies ja leider keine Selbstverständlichkeit.
Viele dieser Details werden einem erst beim mehrmaligen Sehen des Films klar; wer achtet schon darauf, dass vor der Schlussszene die Müllabfuhr durch Randys Wohnviertel fährt? Dessen Cousin Carl wirft den Müllmännern seinen leeren Kaffeebecher vor die Füße, was man in diesem Moment eher als Beleg seiner Eile und seiner Arroganz deutet, sich nachher aber als eigentlicher Anlass dafür entpuppt, dass das Schicksal ihn ausgerechnet mittels der Müllabfuhr bestraft.
Die Besetzung ist von erster Güte; auch Nebendarsteller wie der hierzulande unterschätzte Richard Jenkins (der Pfarrer) oder Andrea Bendewald (Carls Ehefrau Karen) verleihen ihren Charakteren Gestalt, obwohl ihre Auftritte nur sehr kurz sind. Liv Tyler wandelt spielerisch zwischen all den Frauenbildern, die die Männerwelt in sie hineinprojiziert, teilweise nahtlos innerhalb derselben Szene (z.B. als sie wie eine normale Ehefrau vom Einkaufen nach Hause kommt und Randy anschließend zum Einbruch im Hause seines ehemaligen Chefs überredet).
Michael Douglas' selbstironischer Auftritt ist sensationell. Dass er eigentlich der beste Partner für Jewel ist, wird im Film mehrmals angedeutet und ist eigentlich auch logisch. Geschickterweise mischt ihn die Regie aber so sehr im Alte-Leute-Milieu unter (Bingo-Halle), dass den meisten Zuschauern erst am Ende des Films ein Licht aufgeht.
Auch die anderen Hauptdarsteller gefallen mir sehr gut: Matt Dillon als liebenswerter Trottel von nebenan, der so herrlich dämlich aus der Wäsche schauen kann wie kein Zweiter; Paul Reiser als selbsternannter Macho mit Hang zur Peitsche und "so einem Ding mit Stacheln"; John Goodman als XXL-Detective, der in seiner Uniform wirkt wie ein Riesenbaby mit Mini-Revolver.
Fazit: Ein netter. lustiger Film, bei dem sich genaues Hinschauen lohnt, den man aber nicht allzu ernst nehmen sollte.
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