Giampiero, Paolo und der Ich-Erzähler, alle aus Bari stammend, besuchten gemeinsam das Gymnasium und studierten auch gemeinsam in ihrer Heimatstadt.
20 Jahre, nachdem sich die 3 aus den Augen verloren hatten, schlagen Giampiero (Notar in Bari) und Paolo (Universitätslehrer in Chicago, inzwischen amerikanischer Staatsbürger und wegen eines Todesfalles in der Familie nach langer Zeit wieder einmal in Bari) dem Ich-Erzähler vor, eine Nacht in ihrem Bari "durchzumachen". Gesagt, getan - nur entwickelt sich diese Nacht ein bißchen anders, als sich wohl jeder von den dreien gedacht hatte...
Natürlich betreibt der Verlag einen gewissen Etikettenschwindel: Der geeichte Krimileser denkt beim Namen "Carofiglio" sofort an den Krimiautor (und kauft sich womöglich das Buch "un'gschaut").
Desto größer dann die Überraschung, wenn es sich als eine regelrechte kleine psychologische Studie entpuppt: 3 Männer, ganz offensichtlich in der Midlife-Crisis (oder knapp davor) suchen im Laufe einer Nacht die Schauplätze ihrer jugendlichen "Schandtaten" auf. Das hört sich nun vielleicht wie eine "Sauftour" an (auf Paolo trifft dies auch zu), ist letztlich aber der endgültige Abschied von der Jugendzeit, verbunden mit der Gewissheit, sich nie mehr wiederzusehen. Man hat sich einfach nichts mehr zu sagen...
Carofiglio überrascht seine Leser mit einer ganz neuen Seite seines Schaffens und bereitet damit großes Lesevergnügen (auch auf Grund der glänzenden Übersetzung durch Viktoria von Schirach!)