Nach unzähligen Fällen verschlägt es den römischen Privatermittler Marcus Didio Falco samt Anhang diesesmal als kaiserlicher Revisor nach Großbritannien zu einer Großbaustelle, wo es nichtmit dem Rechten zugeht. Außerdem hat Falco noch private Gründe, hat er doch unter seinem neu gebauten Badehaus eine Leiche im verwesenden Zustand gefunden und die dafür verantwortlichen Bauleiter sind, wie könnte es ander seien, schnurstracks nach Britannien entfleucht. Und kaum ist Falco auf der Baustelle passiert auch einiges, die Anzahl der misteriösen Unfalle mit letaler Folge steigen rasant ...
Leider kann Lindsay Davies mit "Eine Leiche im Badehaus" nicht den Anschluss an ihre vorherigen Werke halten. Wortwitz und Sarkasmus sind auch hier reichlich vorhanden. Doch das Szenarion ist leider wenig atemberaubend und weniger fesselnd als etwa die dunklen Gassen Roms. So müht man sich durch die unzähligen Baubesprechungen und ist mit Korruption und Unfähigkeit der Arbeiter konfrontiert. Aber wen interessiert eigentlich die Trägheit des Getränkejungen oder die lasche Arbeitsmoral der Steineträger? Und während man mitbekommt wie sich Architekten, Auftraggeber, Projektleiter und Bauleiter permanent untereinander in die Haare kommen fragt man sich, wie es eigentlich mit der Aufklärung der Morde weitergeht. Das Ende, aller Morde, kommt dann schnell und rasant, als wäre der Autorin am Schluss der Platz ausgegangen. Dennoch bleibt das Buch ein lesbarer Lindsay-Roman, auch wenn er Längen aufweist.