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Eine Kultur ohne Zentrum: Vier philosophische Essays: Vier philosophische Essays und ein Vorwort
 
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Eine Kultur ohne Zentrum: Vier philosophische Essays: Vier philosophische Essays und ein Vorwort [Taschenbuch]

Richard Rorty , Joachim Schulte
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 150 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150089360
  • ISBN-13: 978-3150089361
  • Größe und/oder Gewicht: 15 x 9,6 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 80.322 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Richard Rorty
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Richard Rorty, geb. am 4. Oktober in New York City 1931, wächst dort in einem undogmatisch-linken Milieu auf;
1946 Studium an der Universität von Chicago. Zu seinen Lehrern gehören u.a. Rudolph Carnap, Charles Hartshorne und Richard McKeon. 1949 erwirbt er den BA und drei Jahre später den M.A. mit einer Arbeit über 'Whitehead's Use of the Concept of Potentiality'. 1952-56 arbeitet er in Yale. Thema der Dissertation bei Paul Weiss: 'The Concept of Potentiality', 1957-58 Dienst in der U.S.Army. 1958-61 Assistant Professor am Wellesley College. 1961-82 Universität Princeton, ab 1981 als 'Stuart Professor of Philosophy'. 1967 gibt er 'The Linguistic Turn'. 1973-74 Guggenheim Stipendium. 1981-86 MacArthur Stipendium. 1982 als akademische Konsequenz seiner Kritik an der sprachanalytischen Philosophie verläßt er Princeton und wird 1982-98 'Kenan Professor of the Humanities' an der Universität von Virginia. 1986 Northcliffe Lectures am University College, London. 1987 Clark Lectures am Trinity College, Cambridge. 1997 Massey Lectures in Harvard, Ehrendoktor der Universität von Paris. Seit 1998 lehrt Rorty Vergleichende Literatur an der Stanford University. Vorlesungen am Trinity College, Dublin. Im Sommer 2007 stirbt Richard Rorty in Palo Alto.

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kankin Gawain TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Dieses Buch ist a.) preiswert b.) einigermaßen kurz. Dennoch lernt man Rorty, seine ihm eigene Art zu denken und zu philosophieren recht gut kennen. Es sind vier kurze Abhandlungen über verschiedene Gebiete der Philosophie; der Tenor ist, das Rorty eine allgemeingültige philosophische Wahrheit ablehnt, dies einsehbar begründet und darüber hinaus die Kulturabhängigkeit philosophischer Paradigmen und Schlüsse anerkennt, weshalb er für eine möglichst offene Gesellschaft eintritt (in bester angloamerikanischer Tradition, die mit einem süffisanten Lächeln und guten Argumenten die großen Systemerrichter und Absolutheitsansprüchler der kontinental-europäischen Philosophie „auseinandernimmt). Eine gute, leicht lesbare, relevante Einführung in die Philosophie Rortys!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Philosophie, Religion, Naturwissenschaft und Kunst in der Versuchung, Zentrum einer Kultur zu werden, dieses ist das Kernthema vier bravouröser philosophischer Essays. Wie die Religion im 17. Jahrhundert beginnend die Vorherrschaft und das Zentrum der Kultur verloren hat, schickte sich die Naturwissenschaft erfolglos im 19. Jahrhundert an, diesen Platz zu übernehmen. Wo nun Klarheit herrscht über den Verlust und das Scheitern bleibt Platz für die offene Kultur ohne Zentrum, oder vielleicht noch für die Kunst, ist sie doch Ort offener Gedankenströme und damit gleich einer zentrumslosen Kultur. Eine Kultur ohne Zentrum ist notwendige Grundlage der Befruchtung aller und fördert die Interdependenzen der vier vorherrschenden Fakultäten. Diese wiederum zeigen Auswirkungen auf das Individuum in seiner gegenwärtigen wie zukünftigen Entwicklung. Wie bereits im 20. Jahrhundert diskutiert, wird aus einer Ich Bestimmung Fichtes oder einer Bestimmung religiöser Prägung gerade durch die Aufhebung der Vorherrschaft einer Fakultät, das Ich zu einem narrativen Ich (Sartre), welches in der Erzählung über die jeweilige aktuelle Situation sich einen Raum und in ihm die Gelegenheit schafft, Idee und neue Position in einander fließen zu lassen zu einer neuen Identität. Rorty erinnert mich hier sehr stark an die Identitätskonstruktionen aus der Forschung Keupps im gleichnamigen Buch, letztendlich an die Erfindung des Ichs im Geiste der Neurologie.

Identität im Sinne von Rolle und Besonnenheit ist der Willkommensgruss des Orakels von Delphi. Apollons Spruch: Erkenne Dich selbst! wird zu einer Allgemeingültigkeit, da er jeden Besucher gleichermaßen meint. Damit wird nach Platon (Charmides) auch des Menschen Sophrosyne (Besonnenheit) angesprochen, nämlich zu begreifen, was sein Wissen oder seine Erkenntnis im eigentlichen Sinne, das Erkennen der Erkenntnis ist. Mit diesem Wissen erkennt Rorty folgerichtig eben auch die Identitätszyklen des Menschen und sagt die Demokratie des Ich-Wechsels voraus. Damit wird der Prozess der Selbstbeschreibung und der Selbstbejahung zur notwendigen Selbsterschaffung im wechselnden Prozess des Lebens, der auch bei Sloterdijk in der Auflösung der "Weltfremdheit" sich wiederfindet. Vorhandenes wird in Vorgängerbeziehungen einbezogen und damit zum Zuhandenen (Heidegger), etwas was zur Hand ist im Kontext. Die Errungenschaften der Kultur werden nicht mehr als Autoritäten gehandelt, sondern als Hilfsmittel zur Neubeschreibung und Neugestaltung seiner selbst, des Ichs und der Umwelt. Damit wird Kultur nicht mehr mit Unbehagen betrachtet sondern als Verlängerung der Evolution mit narrativen Mitteln.

Naturwissenschaft, Kunst (Literatur), Philosophie (Religion) sind die Zweige des einen Baumes, auf dem Rotry sich bewegt. Viele Wegbegleiter des Geistes und des Denkens nimmt er mit auf seinen Weg. Ein wenig erinnert er mich an Schmidt-Salomon und seinem säkularen Humanismus, dem er ein Manifest gewidmet hat. (vgl. Rezension)

Rortys Zauberkräfte liegen außerhalb der Metaphysik und doch glaubt man, in ihnen gefesselt zu sein. So wie er selbst sagt, dass Erzählungen die Bestimmungen des Ichs verändern, fördert seine Erzählung zum Leser eine mögliche Veränderung der Identität, zumindest des Schwerpunktes. "Denk dir alles so, als sei es durch seine Beziehungen zu allem anderen konstituiert; hör auf zu fragen, was [...] in allem Wandeln konstant bleibt." (Whitehead)
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