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Eine Karte verändert die Welt: William Smith und die Geburt der modernen Geologie
 
 
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Eine Karte verändert die Welt: William Smith und die Geburt der modernen Geologie [Taschenbuch]

Simon Winchester , Reiner Pfleiderer
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (1. Mai 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442730899
  • ISBN-13: 978-3442730896
  • Originaltitel: The Map that Changed the World
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 337.691 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Simon Winchester
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Produktbeschreibungen

Wissenschaft-Online

Dava Sobel hat es vorgemacht: In „Längengrad“ schrieb sie über den Uhrmacher John Harrison und führte ihre Leser nicht nur in eine vergangene Zeit, sondern brachte ihnen auch die Geisteshaltung und den Wissenshorizont einer ganzen Epoche nahe. Nun versucht sich Simon Winchester an einem ähnlichen Projekt — der Geschichte von William Smith, geboren 1769 in Oxfordshire in England, dem die Geologie elementare Erkenntnisse verdankt. Zunächst einmal der Inhalt: Smith entstammte als Bauerssohn zwar der britischen Unterklasse. Dennoch konnte er sich aus ihr befreien: Angetrieben von naturwissenschaftlicher Neugier wurde er Kanal- und Bergbauingenieur im Südwesten Englands und schließlich ein gefragter Mann. Bei seiner Arbeit hat er — für die damals gerade entstandene Wissenschaft der Geologie — zwei grundlegende Beobachtungen gemacht. Erstens, dass die Gesteinsschichten Englands nicht unvorhersagbar angeordnet sind, sondern einem bestimmten Muster folgen. Wenn also an einem Ort unter der so genannten "Roterde" Kohle zu finden ist, ist dies auch an einem anderen Ort häufig der Fall. Zweitens lässt sich das relative Alter der Gesteinsschichten anhand des jeweiligen Fossilinhalts bestimmen. Hierdurch bleibt zwar das absolute Alter unbekannt; festgestellt werden kann aber, dass das eine Sedimentgestein vor oder nach einem anderen entstanden ist. Mit der Entdeckung dieser beiden Umstände ging William Smith als Vater der "Stratigraphie", einer zentralen Disziplin der heutigen Geowissenschaften, in die Wissenschaftsgeschichte ein. Sein Schaffen erreichte den Höhepunkt, als er nach Jahrzehnten einsamer Forschung und Zigtausenden, kreuz und quer durch Großbritannien zurückgelegten Kilometern die erste echte kolorierte, geologische Karte erstellte. Simon Winchester hat sich mit William Smith eine Figur mit einer spannenden Biografie vorgenommen. Denn Smith war nicht nur ein genialer Beobachter. Er hatte auch stets mit den Mächtigen zu kämpfen. Ihnen war die wissenschaftliche Arbeit durch ihre höhere gesellschaftliche Stellung vorbehalten, und einen Underdog wie Smith konnten sie nur schwer akzeptieren. Außerdem hatte William Smith offenbar zwei Fehler, die sein Leben prägten und ihn zu einer tragischen Figur machten: Er war zu vertrauensselig (so dass sich andere mit seinen Federn schmücken konnten) und er hatte keinen Sinn für seine Finanzen. Nun zur Umsetzung der Geschichte: Tja ... Winchester hätte aus dem interessanten Stoff mehr machen können. Viele Passagen wiederholen sich, viele Anmerkungen sind mehr als überflüssig und sollen wohl die Fleißarbeit des Autors dokumentieren. Der größte Patzer ist jedoch die verwirrende und falsche Darstellung der tektonischen Verhältnisse des englischen Untergrundes genau in jenem Abschnitt, in dem William Smith der Groschen fällt. Liegt es am Autor? Liegt es an der Übersetzung? Letzteres kann nicht ausgeschlossen werden: Immer wieder sind Beispiele für unglückliche oder wissenschaftlich nicht haltbare Ausdrucksweisen zu finden. Nun zur Aufmachung: Bücher über Geologie — insbesondere solche, in denen Laien die Geologie erklärt wird — brauchen eingängige Karten und Abbildungen. Erst recht dann, wenn die Geschichte in unbekannten Gegenden spielt. Was nutzt es den Lesern, wenn der Autor fortwährend Orts- und Landschaftsnamen benutzt, ohne eine optische Orientierungshilfe zu geben? Also: Es müssen mehr geologische, geographische und morphologische Karten her — und zwar in einer Qualität, die deutlich besser ist als in der vorliegenden ersten Auflage. Gerade die Qualität der Smith´schen Karte, die im Zentrum des Buches steht, ist erbärmlich: schwarz-weiß (!), klein, grob gerastert und somit in keiner Weise aussagekräftig — eine Katastrophe, denn um sie geht es ja hier! Zuletzt sei noch erwähnt, dass es — wie schon bei der Abbildungsqualität — spätestens bei den vielen Druckfehlern auffällt, welchen Stellenwert das Buch im eigenen Verlag hat. Schade eigentlich. So bleibt mir nur ein Fazit: Gut gedacht, aber halbherzig gemacht. Rezensent: Dr. Lars Dittert -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Meisterhaft erzählt Winchester eine spannende und höchst bewegende Geschichte." (Newsday )

"Eine Freude zu lesen. Winchesters Stil ist glänzend und raubt einem den Atem." (Time Out )

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Woher weiß man eigentlich, was auf der Welt vor 100 Millionen Jahren passierte? Wie die Saurier aussahen und aus welcher buckligen Verwandtschaft wir selber als Spezies der Amazon-Rezensenten erwuchsen? Das vorliegende Buch „Eine Karte verändert die Welt" von Simon Winchester wird auf all diese Fragen auch keine erschöpfende Auskunft geben, aber es wird den Blick für die Richtungen schärfen, in denen sich die Antworten finden lassen. Das Buch erzählt eine Lebensgeschichte aus den Gründerjahren der Geologie, aus einer Zeit also, in der die so genannten Koryphäen des Faches noch an Neptunismus und ähnlichen Humbug glaubten, während der Schmiedesohn William Smith bereits um 1790 mit Schüppe und Hacke den Boden umgräbt und sich seinen Reim auf die Unerklärlichkeiten macht, auf die er stößt. Woher kommt die Kohle, die am Ende des 18. Jhdt. zum Gold Englands wurde, und wieso haben die Flöze fast alle die gleiche Struktur? Warum wechseln die Gesteinsschichten so abrupt wie die Moden und zwar fast immer in der gleichen Reihenfolge? Während der begnadete Kartograph John Cary 1794 seinen ersten „Atlas von England und Wales" herausbringt, keimt in William Smith der kühne Plan, eine Karte zu zeichnen, die die Welt verändern wird und zwar nicht eine Karte der Oberflächenstruktur, sondern eine Karte der Unterwelt und ihrer Schichten, mit deren Hilfe sich vielleicht sogar all jene geologischen Kostbarkeiten besser finden lassen, nach denen die Epoche so giert. An diesem Ziel arbeitet der wackere Smith Jahr für Jahr und wird doch nicht froh daran, weil sich immer neue Schweinehunde finden, die ihm die Früchte seines Geistesschweißes abspenstig machen - allen voran der gelackerte adelige Plagiator George Bellas Greenough, der als Präsident eines einflussreichen mineralogischen Dilettantenclubs der großen geologischen Karte Smith mit einem schamlosen Plagiat zuvorkommt. So wird die Karte, die um 1815 die Welt verändern sollte, finanziell erst mal ein großer Reinfall, weil andere den Ruhm einheimsen und Smith nur die Schulden blieben. Von einem der der privaten Schuldgefängnisse Londons gezeichnet, von der etablierten Gesellschaft verächtet, seines Besitzes verlustig verlässt Williams 1819 verbittert die Metropole Englands - mit nichts anderem mehr im Gefolge als seiner gestörten Ehefrau, die ihn fast noch mehr Nerven kostet als seine Gläubiger und Feinde.
Doch der Engländer sagt nicht umsonst: „Einen guten Mann kann man nicht auf Dauer unten halten", und gottlob bewahrheitet sich dieses Sprichwort auch im späten Leben des unglücklichen Smith. Die Geologie als Wissenschaft macht Fortschritte, klarere Geister erkennen den Wert der Smith'schen Schriften und Karten, die Plagiatteure werden entlarvt, und 1831 erhält William Smith mit der erstmals gestifteten Wollaston-Medaille, mit Leibrente und Ehrendokterwürde endlich die verdiente Anerkennung als „Vater der englischen Geologie" - um dann kurz darauf wie im Märchen glücklich und zufrieden das Zeitliche zu segnen. Simon Winchester, der mit „Der Mann der die Wörter liebte" bekannt wurde, erzählt diese Geschichte so kurzweilig und spannend wie möglich. Obwohl seine Hauptperson William Smith mitunter so staubstrocken wie der Kalk ist, der er untersucht, gelingt es dem Autor mit jeder Menge Lokalkolorit und Dönekens alles in allem, ein recht farbenfrohes Bild der Smith'schen Ära zu zeichnen. Auch von der Geologie ist reichlich die Rede, wenngleich man bei den mineralogischen und paläontologischen Feinheiten doch hier und da zum Lehrbuch Zuflucht nehmen muss. Aber unterhaltsam und spannend ist es allemal: das Buch weckt das Interesse an der Geschichte der Erde durch die Biographie eines lange verkannten Genies, und das ist doch schon eine ganze Menge.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von mayor
Format:Taschenbuch
einerseits hab ich mich mit diesem buch etwas schwer getan, weil ich mit gesteinstypen nicht wirklich viel anfangen konnte und viele komplizierte namen auftauchen. von geologie versteh ich zwar nicht viel, aber nachdem ich mich erst ein bisschen eingelesen habe, fand ich es sehr gut.
Interessant waren für mich hauptsächlich die beschreibungen der landschaften und was alles nötig war, sie so aussehen zu lassen -
auf den menschen william smith, auf sein glück und unglück wird sehr genau eingegangen -
der schreibstil (kann nur für die übersetzung sprechen) ist flüssig und lebhaft. leicht zu lesen und zu verstehen. ich würds jedem weiterempfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
A Gentleman's Hobby 4. April 2011
Von Niclas Grabowski TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Es geht um Geologie, die Wissenschaft, die das mineralogische Dilettantentum adliger, britischer Herren zu Anfang des 19. Jahrhundert ablöste. Die Geschichte von William Smith wird hier erzählt, dem nicht nur auffiel, dass die Erde unter seinen Füßen aus zu unterscheidenden Gesteinen bestand, sondern auch noch, dass sich diese Gesteine Schichten zuweisen ließen. Und dass man diese Schichten mit Hilfe der jeweils enthaltenen Fossilien auch noch Zeitaltern der Erdgeschichte zuordnen kann. Eine Entdeckung, die das damalige Weltbild, das noch von der biblischen Zeitauffassung einer Schöpfung der Welt in sieben Tagen geprägt war, durchaus verändert hat.

Doch Philosophiegeschichte ist nicht die Stärke dieses Buches, vielmehr geht es um eine Art Sozialstudie des Wissenschaftlers in dieser Übergangszeit. Smith, dieser Name war damals wohl schon so bürgerlich-spießig wie heute, und so gab es natürlich einen Konflikt mit den gestandenen Gentlemen, die ihre aufwendige Sammlung von Mineralien in den Schaukästen des eigenen Landhauses oder der Stadtvilla ausstellten. Smith, durch sein Fachwissen eigentlich schon zu Wohlstand gekommen, wollte es diesen Leuten gleich tun, und so lebte er über seine Verhältnisse, ging Bankrott und verlor sein Vermögen - ohne dass die alte Elite jemals seine Leistung akzeptiert hätte. Es musste schon ein Generationswechsel passieren, ehe es dann für Smith spät im Leben doch noch Anerkennung gab.

Simon Winchester erzählt diese Lebensgeschichte mit lesbar viel persönlichem Engagement, teilweise sogar etwas romanhaft. Im Nachwort dankt er einem weiteren Biographen von Smith, dessen Buch erst noch erscheinen muss, für dessen Mithilfe. Und tatsächlich kommt man beim Lesen manchmal um den Eindruck nicht herum, dass eine mit weniger Verve geschriebene Biographie durchaus auch noch Platz neben diesem Buch hat. Denn natürlich macht das Buch aus Smith einen missverstandenen Helden, auch wenn dieser mit dem Schreiben eigener Bücher eben doch so seine Probleme hatte. Es gibt eben immer zwei Sichten auf eine Medaille, und hier liest man halt nur die eine.

Dennoch ist dies ein schöner Ausflug in die Vergangenheit, und besonders in die Aspekte der Vergangenheit, die zu unser heute doch etwas aufgeklärteren Welt beigetragen haben. Gott sei Dank.
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