Ein typischer Anita Shreve Roman, es gibt keine heile Welt, alle Personen haben ihre Probleme. Die "todkranke" Braut hat Brustkrebs und hofft noch auf ein, zwei schöne Jahre bevor sie stirbt. Vielleicht hätte Frau Shreve ein bißchen besser recherchieren müssen, die Überlebenschancen bei Brustkrebs sind heute sehr gut, eine entsprechende Darstellung wäre für viele betroffene Frauen eine sinnvolle Botschaft gewesen.
Aber es gibt noch mehr Ungereimtheiten! Es werden nur Freunde aus der Schulzeit (die schon über 25 Jahre her ist) zur Hochzeit eingeladen, der Kontakt zu den meisten ist in der Zwischenzeit abgerissen und das "dramatische" Ereignis aus der Vergangenheit kann nicht der Grund dafür sein, zumal es einen sehr gequälten und bemühten Eindruck macht, die Idee in der Geschichte unterzubringen und es eigentlich keinen der Protagonisten wirklich interessiert. Genauso zweifelhaft ist der Versuch das Thema "09/11" so zwanghaft in die Geschichte einzubauen, dieses Ereignis sollte nicht als dramaturgisches Mittel mißbraucht werden.
Die Idee mit der Geschichte in der Geschichte ist ein ganz interessanter Ansatz, allerdings musste auch dafür ein traumatisches Ereignis der amerikanischen Geschichte herhalten.
Interessante Ansätze, die irgendwie verbunden werden, machen noch keinen guten Roman aus.