Kamala Markandaya, eine in England lebende Südinderin und bekannte Autorin der indischen Literatur, schrieb zahlreiche Romane. "Eine Handvoll Reis" ist ihr fünfter und neben "Nektar in einem Sieb" ihr hierzulande bekanntestes Werk. Es ist quasi eine Fortsetzung des ersten Romans, "Nektar in einem Sieb". Ging es dort noch um die Landflucht, um Veränderungen des Lebens auf dem Land und um das Ertragen von Leid, so stehen im Mittelpunkt von "Eine Handvoll Reis" hingegen das Leben in der Stadt und der Konflikt zwischen Moral/Ehrlichkeit und Korruption. Ort der Handlung ist die südindische Metropole Madras, in die der junge Ravi vom Land geflüchtet ist. Er schlägt sich mit weniger Fatalismus durchs Leben als einst seine Eltern. Er muß sich entscheiden, ob er den ehrlichen Weg weitergehen soll, trotz aller sozialen Ungerechtigkeiten, oder ob er eine Karriere in der Welt des Schwarzmarkts einschlagen soll. Das Leben in der Stadt wird eindrucksvoll beschrieben, und die Charaktere, vor allem Ravi, sind realitätsnah gezeichnet. Die Sprache ist recht einfach. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)