Meinem Vorrezensenten muss ich widersprechen: der Einstieg in das Buch ist überaus schwierig. Die ersten 50 Seiten sind wie ein Spielfilm mit zu vielen Schnitten pro Minute. Aber wenn diese Hürde geschafft und der Handlungsstrang gefunden ist, erwartet den Leser ein überaus fesselnder Roman. Meiner Meinung nach geht es in erster Linie in diesem Buch um den alltäglichen und unausrottbaren Rassismus in US-Amerka (die "weiße" Hauptdarstellerin Vidamía und ihr "schwarzer" Freund Wyndell). Nebenbei erfährt man jede Menge über den Jazz, worüber man als Nicht-Fan aber auch recht flüssig hinweglesen kann, über Puerto Rico, die Südstaaten und natürlich New York. Die Geschichte des irisch-stämmigen Vaters (Vietnam-Veteran und gescheiterter Pianist) ist ein wichtiger Erzählstrang neben (fast schon zu) vielen anderen. Zum Schluss hin wird das Buch leider sehr brutal und - noch bedauernswerter - ein bisschen zu sehr "Friede, Freude..." nach all der Gewalt. Insgesamt ist dieses Buch jedoch auf jeden Fall lesenswert: Die Charaktere der Geschichte sind so lebendig beschrieben, dass sie einem beim Lesen quasi aus dem Buch entgegen steigen. Ein sehr guter Schreibstil (hervorragend übersetzt) und sehr sorgfältig recherchiert. Hallo Verlag: bitte noch mal auf Druckfehler durchsehen!