Auch nach über 5 Jahren "Arbeiten" mit dem Buch ist es mit Abstand das Beste, was man zum Thema Kolonialgeschichte finden kann. Nicht nur beim ersten Lesen, auch beim Nachschlagen einzelner Themen oder Fragestellungen findet man schnell und sehr verständlich geschrieben die Antworten auf seine Fragen. Jede Frage, die sich mir in den letzten 5 Jahren zum Thema Kolonialgeschichte gestellt hat, konnte mir das Buch beantworten - nicht immer in allen Einzelheiten - dafür ist das Buch mit nicht einmal 200 Seiten zu dünn - aber als Überblickswissen, auf dem man sehr gut aufbauen konnte, wenn man tiefer einsteigen wollte.
Die wesentlichen PROs: übersichtlich, sehr gut verständlich, viele Abbildungen und Karten lockern das Buch auf,
jedes Kapitel ist auch für sich gelesen verständlich, d.h. man muss nicht zum Verständnis laufend zurückblättern, weil Wichtiges "weiter vorne erklärt wurde"
Behandelt werden: Europäische Weltreisende im Mittelalter, italienische Anfänge (Seerepubliken, Kartographie, Renaissance, . . .), Portugals Entdeckungsreisen und die Suche nach dem Seeweg nach Indien, von Kolumbus bis zu den ersten Weltumsegelungen, das spanische Weltreich, Frühkapitalismus . . .
Das erste französische Kolonialreich, England in Amerika, Europäer in Indien, die niederländischen "Pfeffersäcke", Russland erobert Sibirien, Entdeckung der Südsee und Australiens, Aufbruch ins Innere Afrikas
Abschließend ein wirklich kurzer Einstieg in das Thema Imperialismus: Ausprägungen des Imperialismus, Innenansichten des Imperialismus am Beispiel Deutschlands
Wenn man überhaupt etwas kritisieren möchte, dann ist es der (zu) kurze Teil zum Thema Imperialismus. Aber das ist nicht mehr Thema des Buches, deshalb gibt es nur eine kurze Hinführung zu diesem Thema.
Wie gesagt: Ich bin begeistert von diesem Buch. Die Anschaffung hat sich gelohnt.