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Eine Geschichte des Lesens Gebundene Ausgabe – 1998


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 428 Seiten
  • Verlag: Volk und Welt; Auflage: 4. Auflage. (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3353011013
  • ISBN-13: 978-3353011015
  • Größe und/oder Gewicht: 24,2 x 16 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 586.262 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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Intime, körperliche Beziehung

Vorab ein Geständnis: Eine Geschichte des Lesens stand fast fünf Monate in einem kleinen Regal, das Büchern vorbehalten ist, die ich nicht beabsichtige zu lesen. Es erschien mir einfach anmaßend eine Lesegeschichte zu verfassen, zu groß das Vorhaben, zu groß die Wahrscheinlichkeit eines jeden Autors daran zu scheitern. Zumal momentan alles mögliche historiographiert wird. Das Ende der Geschichte mag längst erreicht sein, für den Büchermarkt gilt das nicht. Von der "Geschichte des Reißverschlußes" bis zur "Geschichte der Toilette", alles schon dagewesen und gnadenlos zwischen zwei Buchrücken gepreßt. Noch länger ist die Liste der Bücher, die in ermüdend wohlmeinender Weise das Hohelied auf die Buchkultur singen, die den Untergang des Lesens, den Verlust der Literalität etc. beklagen (eine posititive Ausnahme ist dabei natürlich Daniel Pennacs "Von der Lust am Lesen", das auch an dieser Stelle besprochen wurde). Trotzdem, na klar, griff ich mir irgendwann den schweren mit einem besinnlichen Gemälde von G.A. Henning geschmückten Band und begann zu schmöckern. Aus reinem Oportunismus allerdings. Immer größer wurde die Zahl der hymnischen Elogen; zum Sachbuch des Monats wurde es gewählt, die Kollegen, ansonsten eine beinahe pathologisch uneinige und zwieträchtige Zunft, schrieben von "Sternstunden der Lektüre", von einer "anrührenden Liebesgeschichte zwischen den Menschen und den Büchern." Und? Haben sie recht? Sie haben.

Denn Manguel nimmt sich seines Themas nicht auf eine enzyklopädäische Weise an, er sucht vielmehr das Anekdotische, erzählt, was Autoren und Leser mit und durch Literatur erlebt haben. Sich selbst spart Manguel dabei nicht aus. Überhaupt ist vielleicht Manguel Biographie selbst Ursprung der "Geschichte des Lesens". Die Subjetivität der eigenen Leseerfahrung wird nie unterschlagen: Der Leser, sagt Manguel, das bin ich. Nicht umsonst fehlt dem Buchtitel der bestimmte Artikel. Der polyglotte Manguel arbeitete eine Weile als Vorleser des erblindeten argentinischen Autors von Weltruhm Jorge Luis Borges. Es ist irritierend und spannend zugleich, wie Manguel schildert, wie er lernte "nichts als das Notizbuch zu sein, daß der blinde Mann brauchte, um seine Ideen zusammenzutragen". 1989 fährt Manguel in den Irak, um die Ruinen Babylons und das zu besichtigen, was man für die Reste des Turmbaus zu Babel hält. "Ich hatte eine Penguin Anthologie von Short Stories bei mir, und nachdem ich die Spuren dessen besichtigt hatte, was mir für den abendländischen Leser, der Ursprung aller Bücher war, setzte ich mich in den Schatten eines Oleanderbusches und las."

Das Buch will keine Chronik einer "Kulturtechnik" oder gar der Literatur sein, sondern ein Spaziergang durch "den Park der Lesefreuden", voller faktischer und fiktiver Berichte.

Berichte wie die vom berühmtesten Bücherdieb der Weltgeschichte, den Grafen Guglielmo Libri, der im 19. Jahrhundert ganze Bibliotheken zusammenstahl. Und so ganz nebenbei erfährt der Leser auch etwas über die Rolle der Brille, die sich im Laufe des 14. Jahrhunderts einbürgerte und die für die Etablierung des Buches gewiß keine unwichtige Rolle spielte: So wurde einem lesenden Doktor auf einem Gemälde des Marientodes aus dem 11. Jahrhundert später noch eine Brille aufgemalt, weil sie im 14. und 15. Jahrhundert als Symbol der Gelehrsamkeit galt.

Manguels Buch macht Lust auf die Lektüre der Bücher, die er erwähnt, denn es geht ihm auch um die

intime, körperliche Beziehung zum Buch..., an der alle Sinne teilhaben: Die Augen sammeln die Wörter von der Seite auf, in den Ohren hallen die Geräusche der gelesenen Laute wider, die Nase inhaliert den vertrauten Geruch von Papier, Leim, Tinte, Pappe oder Leder, die Fingerkuppen streichen zärtlich über das rauhe oder glatte Papier....

Natürlich erfährt man auch viel Kluges über die großen Zusammenhänge der Leseentwicklung, der gesellschaftlichen und sozialen Bedeutung des Lesens in den unterschiedlichen Epochen. Aber eben über die Hintertreppe, auf leisen Sohlen, die Anekdote als stiller Motor des Verstehens. Was gibt es dort nicht alles zu bestaunen: die mesopotanische Tontafel, die Schriftrolle in der Bibliothek von Alexandria, dem Roman einer japanischen Hofdame umd das Jahr 1000 bis zum ersten Reclam-Buch. Und was die Geschichte des Lesens mit der Geschichte von Geschlechterdifferenzen zu tun hat, dokumentiert folgende Warnung eines mittlealterlichen Moralisten: "Es schickt sich nicht für Mädchen, Lesen und Schreiben zu lernen, falls sie nicht Nonnen werden wollen, da sie sonst ab einem bestimmten Alter an Liebesbriefe schreiben und empfangen können." Und natürlich widmet sich Manguel auch dem Stellenwert, den das Lesen heute hat: "Es ist interessant, wie oft ein rein technologischer Fortschritt dem Überkommenen, statt es zu verdrängen, eher neue Impulse verleiht und uns Reize bewußt macht, die wir früher übersehen oder nicht für wesentlich erachtet hätten. Wer den Fortschrit der Computertechnik als bücherfeindliches Teufelswerk ansieht, huldigt der Nostalgie auf Kosten der Erfahrung. "Und das ist die zum Programm erhobene Hoffnung in Manguels Buch: Die elektronischen Medien werden das Buch nicht ersetzen können."

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Alberto Manguel, geboren 1948 in Buenos Aires, wirkte unter anderem in Buenos Aires, Paris, London, Mailand und Toronto als Verlagslektor und Literaturdozent. Er übersetzte zahlreiche Bücher und ist Herausgeber von Anthologien und Kurzgeschichten. Er lebt vorwiegend in Toronto und Paris und ist seit 1988 kanadischer Staatsbürger. Für sein Buch "Eine Geschichte des Lesens" wurde er mit dem Prix M dicis ausgezeichnet.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Helmut Schmid am 17. Februar 2008
Um es gleich vorweg zu nehmen. Es ist ein schöngeistiges, wundervolles Buch, das sich mit dem Zweck aller Literatur, dem Lesen selbst befasst. Die Edition - Verlag Alfred A. Knopf, Kanada (in Deutschland: Verlag Volk und Welt, Berlin) - dringt in reizend gefühlvoller Schlichtheit ins Herz des Lesers.

Im Rahmen einer kleinen Bildergalerie von Lesenden, gleich zu Beginn des Buches "Die Geschichte des Lesens", (darunter auch der blinde Jorge Luis Borges, dessen Vorleser der junge Autor Alberto Manguel im Argentinien der 1960er Jahre war), erkennen wir, dass es nicht nur Frauen-die-lesen-sind-gefährlich gibt, sondern auch Männer aller Zeiten und Kulturen sich der Sehnsucht Lesen (Virginia Woolf) gerne hingegeben haben: der junge Aristoteles, Vergil, der heilige Dominikus, Jesus und die Schriftgelehrten, der heilige Hieronymus, Erasmus von Rotterdam (in seiner Studierstube), Charles Dickens, zwei unbekannte Islamschüler sowie ein ebenfalls unbekannter Moguldichter sind - neben dem schon erwähnten Borges - nur einige der Protagonisten männlichen Geschlechts, für die diese Gymnastik des Geistes nicht weniger bedeutend war, als eine durchaus auch nicht unwichtige körperliche Ertüchtigung.

Es ist die letzte Seite, mit der Alberto Manguel beginnt. So nämlich - "Die Letzte Seite" - überschreibt der Autor sein erstes Kapitel. "Lies um zu leben!", schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts der Schriftsteller Gustave Flaubert in einem Brief. Lies um zu lesen, und du fällst in jene Welten (und lebst infolgedessen in jenen Welten), von denen Alberto Manguel zu berichten weiß. Ganz von hochmütiger - wie er schreibt - Sehnsucht durchdrungen, identifizierte er sich restlos z.B.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 13. November 2003
Ein Buch, das Lust macht. Auf Lesen, auf Leben. Wenn man sich in ein Buch verlieben kann, dann in dieses. Manguel hat ein einzigartiges Talent, den Leser mit jeder Seite tiefer in die wunderbare Welt der Bücher zu ziehen. Voller Respekt und Achtung erzählt er 'eine' Geschichte des Lesens, 'seine' Geschichte des Lesens, von der Antike bis heute.
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