Vielleicht erachten es einige als unpassend, dass sich der Produzent einer CD selbst zu Wort meldet. Da ich jedoch von Rezensent "Tobi-Tobi" persönlich angesprochen wurde, möchte ich nun doch ein paar essenzielle Fehlinformationen in seiner Rezension richtigstellen.
Was "Tobi-Tobi" (Rezensenten, die sich hinter einem Pseudonym verstecken sind ja a Priori suspekt) bezüglich "gesampelten Streichinstrumenten" und "Sparmassnahmen im Bereich der Studioaufnahmen" von sich gibt, ist natürlich absoluter Quatsch und in jeder Hinsicht einfach nur lächerlich und peinlich. Hätte dieser selbst ernannte "Klassik-Rezensent" die CD gekauft oder sich zumindest die Mühe gemacht, im Netz ein paar Rezensionen zu lesen, die - im Gegensatz zu seiner eigenen - diese Bezeichnung auch verdienen, wäre sogar ihm schnell klar geworden, dass bei dieser Produktion bezüglich der künstlerischen Qualität und klanglichen Integrität keine Kosten gescheut wurden.
Aufgenommen wurde in den besten Studios Europas (Volkshaus Studio Basel, Teldex Studio Berlin und Idee und Klang Studio Basel), denn der Aufnahmeraum verhält sich in Bezug zur Klangquelle wie die Saite in einem Flügel. Der Raum fungiert als Resonanzkörper der jeweiligen Instrumente oder Stimmen. Er prägt den Gesamtklang und drückt dem aufgenommenen Signal einen unverkennbaren Stempel auf. Ein gut klingender Raum ist unerlässlich für eine herausragende Aufnahme. Die Solo-Instrumente, die Rhythmusgruppe sowie das Orchester und die Bigband wurden deshalb im Volkshaus Studio Basel aufgenommen. Der Aufnahmeraum dieses Studios ist knapp 600 m2 groß und 12 Meter hoch. Holzpaneele an den Seitenwänden sind doppelt beschichtet, umklappbar und dienen zur Variation der Akustik (von sehr hallig bis trocken). Der ehemalige Aufnahmeraum des Radio Symphonieorchester Basel gilt als einer der akustisch besten Säle Europas. Die Stimme von Jasmin Tabatabai wurde im renommierten und klanglich nicht minder hochwertigen Teldex Studio Berlin aufgenommen. Und selbst da haben wir unseren eigenen AD Wandler von EMM Labs mitgenommen.
Von "gesampelten Streichinstrumenten" kann keine Rede sein! Ganz im Gegenteil wurden die String-Arrangements von 45 (!) Streichern des Sinfonieorchester Basel eingespielt, einem A-Orchester von Weltruf, dirigiert von Rainer Bartesch. Die Big Band Arrangements wurden von Mitgliedern der HR-Big Band eingespielt. Überhaupt findet sich auf der gesamten Aufnahme kein einziges gesampeltes Instrument!
Bei den Aufnahmen kam die einzigartige Mikrophon-Sammlung des Tonmeisters Daniel Dettwiler zum Einsatz. Diese enthält Einiges an erlesenen Vintage-Mikrophonen, u.a. fünf Neumann U47, zwei M49, mehrere Flaschenmikrophone, aber auch modernste High-End Mikrophone wie vier Brauner VM1. Alle Neumann-Mikrophone wurden von Andreas Grosser, dem weltweit anerkannten Neumann-Experten modifiziert und werden regelmässig von ihm gewartet. Das U47 gilt zu recht als der heilige Gral unter den Mikrophonen. John Coltrane, Miles Davis oder Billie Holiday wurden bei ihren legendären Aufnahmen mit diesem Mikrophon aufgenommen. Neben dem Mikrophon ist jedoch auch der passende Vorverstärker essenziell. So wurden u.a. alte Lorenz Vorverstärker aus der ehemaligen DDR und Telefunken V67 sowie GML Preamps eingesetzt.
Daniel Dettwiler setzt bei seinen Aufnahmen ausschliesslich Wandler von EMM Labs ein. Diese Wandler klingen nicht nur akurat, sie sind vor allem außerordentlich musikalisch. Der AD Wandler entscheidet letztlich über die Integrität einer Aufnahme. Eine digitale Aufnahme mit wirklich hochkarätigen Wandlern bietet gegenüber Aufnahmen auf Band viele Vorteile, so kann die Raumtiefe größer sein und mehr Detailtreue aufweisen. Gelingt die Aufnahme, hat man den Klang kompromisslos eingefangen. Trotzdem wird die Wichtigkeit des Wandlers oft vernachlässigt. Das ist, wie wenn ein Photograph seine Photos mit einem mittelmäßigen Scanner einscannen würde. Das Resultat würde Einiges an Detailtreue und Integrität des Originalphotos vermissen lassen.
Gemischt wurde in Dettwilers Idee und Klang Studio in Basel, dessen Akustik mit sehr viel Aufwand realisiert wurde und sogar einen Bodenabsorber aufweist. Als Abhöre kam das kompromisslose Strauss SE-MF-2 Mastering System zum Einsatz, das ursprünglich für die Masteringsuiten der Sony Music Studios in Tokio entwickelt wurde. In Europa verfügen nur noch zwei weitere Studios über diese aufwendige Abhöre (in Deuschland Pauler Acoustics). Die zum Teil über 160 Spuren wurden hybrid über ein Digidesign ICON (32 Kanal D-Control) und ein Studer Mischpult gemischt. Zum Einsatz kam auch Einiges an Outboard-Equipment, u.a. Urei 1178 und GML 8900 und 2030 Kompressoren. Ein Lexicon 960, ein 480, ein TC System 6000 sowie 2 Sony DRE S777 Samplingreverbs wurden eingesetzt, denn der Sound von hochklassigen Outboard Reverbs ist denen der besten Plugins noch immer um Welten überlegen.
Ich möchte daher dem "Klassik-Rezensenten Tobi-Tobi" empfehlen, seine Ausführungen in Zukunft auf musikalisch weniger anspruchsvolle Produktionen zu beschränken. Denn: Wer ein echtes Orchester nicht von einem gesampelten unterscheiden kann, sollte keine "Rezensionen" verfassen, in denen eklatante Unwahrheiten verbreitet werden.