Wir erleben Katharina Wöllner schon als Kind zwischen Anpassung und Widerstand gegen die Konventionen ihrer Zeit, Gegensätze, die sich auch in den Beziehungen zum Vater oder zum Onkel David widerspiegeln. Wir begleiten Katharina durch ihr Leben: den ersten Weltkrieg, die Provinz in Brünn, das Aufkommen des Nazismus, den Zusammenbruch des väterlichen Betriebes im Gefolge des „schwarzen Freitags", den zweiten Weltkrieg, den Zusammenbruch der staatlichen Ordnung. Den Verfall des äußeren Lebens begleitet der Verfall ihres eigenen, die ungewünschte Ehe zerbricht, die Kinder entfernen sich von ihr, in einer unwürdigen Liebschaft ist sie sich ganz entfremdet. Erst als sie ganz am Boden ist, findet sie sich wieder, als Fließbandarbeiterin, im Büro, als Oma ihres Enkelkindes Achim, den seine Mutter Annamaria nicht in ihre neue Ehe nehmen will. Wir treten aus Katharinas Leben mit einem Brief dieser Frau, in dem sie scheibt: „Viel haben wir von unserer Mutter ja nicht gehabt, das ist wahr. Sie ist immer ihre eigenen Wege gegangen. Und noch in ihrem Alter kann ich sie nicht verstehen. Vielleicht war es ganz richtig, dass sie Achim aufnahm. Sie hat immer Menschen gebraucht, die ihre Liebe herausforderten."