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5.0 von 5 Sternen
Sehr gute Einführung, 26. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Eine Frage der Ehre (Gebundene Ausgabe)
Christian Graf von Krockow hat eine sehr lesenswerte Biographie von Stauffenberg geschrieben. Er zeigt auf, warum sich der zunächst begeisterte Hitler-Anhänger zum Widerständler wandelte. Besonders eindrucksvoll ist es, dass Krockow aufzeigt, wie mutig die Entscheidung, gegen Hitler ein Attentat zu verüben, gewesen ist. Denn bei einem Fehlschlag bezahlte man im totalitären Staat mit dem eigenen Leben. Es war in der Tat eine Frage des Gewissens. Ähnlich eindringlich wie Marion Gräfin Dönhoff in ihrer fast gleichnamigen Publikation: "Um der Ehre willen" (überhaupt habe ich den Eindruck, dass diese beiden persönlich befreundeten und aus demselben ostpreußischen Milieu stammenden Schriftsteller viele geistige Gemeinsamkeiten hatten)zeigt Krockow auf, dass die Widerständler ein besseres, ein moralischeres Deutschland wollten - und alles taten, um das Land von Hitler zu befreien. Wie schwierig es war, die eigenen Skrupel zu überwinden, den auf Hitlers Person geschworenen Eid zu verletzen und die Tat zu wagen, weil sich derjenige, auf den der Eid geschworen war, als skrupelloser Verbrecher erwies, der das Land in den Abgrund führte, zeigt Krockow - wie Frau Dönhoff - auf. Das Attentat musste trotz geringer Erfolgsaussichten (das Dritte Reich war ein totalitäter Staat)gewagt werden, um, wie Henning von Treskow, einer der Mitverschworenen sagte, vor der Welt zu zeigen, dass Deutsche konnte, dass Deutsche diesen mutigen Schritt gewagt hatten. Auch der schmerzliche Wandlungsprozess Stauffenbergs vom Hitler-Bewunderer zum erbitterten Gegner wird gut dargestellt. Wie in seiner sehr gut lesbaren Hitler-Biographie beschäftigt Krockow die Frage, wie es möglich war, dass die Deutschen Hitler verfallen sind, dass diese Kulturnation ein solch barbarisches Regime erhielt. Sehr interessant die Erörterung der Frage, was zu tun ist, damit Hitler nicht wiederkehren kann und damit solche "Helden" wie Stauffenberg nicht mehr notwendig sind. Es bleibt zu hoffen, dass die politische Reife und das demokratische Bewußtsein der Deutschen so weit ausgeprägt ist, dass auch in wirtschaftlichen und politischen Krisenzeiten ein Rattenfänger wie Hitler keine Chancen mehr erhält. Denn dies ist das wichtigste an diesem Buch: es zeigt noch einmal für seine Zielgruppe - in erster Linie junge Leute - auf, wie wichtig es ist, die Entstehung einer totalitären Diktatur zu verhindern. Denn - so Krockow zu recht - wenn diese erst einmal etabliert ist, ist es fast unmöglich, sie von innen zu beseitigen. Auch dies zeigt der 20. Juli 1944, der hunderte von unschuldigen Opfern gefordert hat. Insgesamt ein eindrucksvolles Buch, wenn auch nichts "Neues" geliefert wird, was der Autor nicht in früheren Publikationen angesprochen hätte oder was Marion Gräfin Dönhoff und andere - hervorragende Stauffenberg-Biographen, wie Peter Hoffmann, bereits in ihren Schriften dargestellt haben. Trotzdem: gerade für Jugendliche, aber auch für jeden politisch Interessierten nach wie vor äußerst lesenswert.
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5.0 von 5 Sternen
Hier wird einem Geschichte nähergebracht, 18. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Eine Frage der Ehre (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch - aus der im übrigen insgesamt recht empfehlenswerten Rowohlt-Reihe- bearbeitet sehr genau und lesenswert die Hintergründe des Stauffenberg-Attentates auf Hitler. Krockow schafft es, den Zeitgeist und den Geist, der die Verschwörer umtrieb, darzustellen. Es gelingt ihm ein packendes Buch, das selbst erfahrenen LeserInnen noch Neues vermitteln kann und den Jugendlichen, für die es geschrieben ist, diesen Menschen Stauffenberg, seine Ideale, seine Werte vorstellt. Was Krockow auch sehr gut gelingt, ist, darzustellen, warum es so schwierig war, auf Hitler ein Attentat zu verüben. Heute fragt man sich - gerade als Nachgeborener- immer wieder, warum nicht mehr Menschen versucht haben, Hitler zu beseitigen. Darauf geht er ein und auch auf die Tatsache, dass die Attentäter keineswegs mit Sympathien im Volk rechnen durfen und in der Tat bis nach dem zweiten Weltkrieg noch als "Verräter" verpönt waren. Ein bemerkenswertes Buch um bemerkenswerte Menschen, das auch in mir die Frage aufwarf, wann Menschen Helden werden.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wieder einge gelungene Geschichtsstunde, 31. Juli 2009
Christian Graf von Krockow ist es wieder einmal gelungen, ein fesseldes Buch über ein wichtiges Stück Deutscher Geschichte zu schreiben. Es gelingt ihm, die Zeit, die Hintergründe und vor allem das Selbstverständnis der Zeitgenossen lebendig vor Augen zu führen, so dass das Unbegreifliche der Nazi-Zeit auch für jemanden wie mich, der damals noch nicht auf der Welt war, zumindest etwas verständlicher und nachvollziehbarer wird. Auch in diesem Buch wird wieder deutlich, dass wir es mit Graf von Krockow mit einem wissenden und weisen Mann des Humanismus und der Aufklärung zu tun hatten, der nie langweilig wird und Lust macht, mehr von und aus der Geschichte zu lernen.
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