Unerwartet findet sich Schäferhund Arco eines Morgens auf einer Autobahnraststätte wieder. Angebunden an einen Metallpfosten. Zunächst noch guter Dinge wartet er auf die Rückkehr seines Herrchens. Doch der kommt nicht. Und auch sonst kümmert sich niemand um den ausgesetzten Hund, der zusehends verstörter wird. Er hat Hunger, Durst, die Hitze und ein Gewitter machen ihm ebenso zu schaffen wie der Lärm und Gestank der vorbeibrausenden Autos. Langsam gibt sich Arco auf. Neben Arco spielt das Mädchen Julia eine entscheidende Rolle bei der Geschichte. Eigentlich sollte die Familie längst auf dem Weg in die Ferien sein. Doch der viel beschäftigte Vater muss länger arbeiten als geplant.
In zwei Perspektiven erzählt die Autorin die Geschichte von Arco und Julia. Räumlich getrennt, aber zeitlich miteinander verknüpft erfährt der Leser wie die beiden Helden ihre Tage verbringen, bis sie schließlich auf dem Autobahnrastplatz aufeinander treffen. Spätestens an dieser Stelle fließen beim Leser die erlösenden Tränen des Mitgefühls und der Erleichterung. Und zwar erst Recht, wenn man im Nachwort erfährt, dass jedes Jahr 100.000 Hunde in Deutschland ihr Zuhause verlieren! Das, was Arco in der Geschichte widerfährt, ist also alles andere als ein Einzelschicksal!
Astrid Frank schafft es, Arcos Gefühlswelt konsequent aus der Hundeperspektive zu schildern, ohne ihn dabei auch nur einmal zu vermenschlichen. Und der menschliche Leser fühlt mit und begreift, dass man so etwas einem Lebewesen nicht antun darf.
Wer „Kummer auf vier Pfoten" (das übrigens endlich wieder im Handel ist!) von der gleichen Autorin gelesen hat, der wird auch von diesem Buch nicht enttäuscht sein. Das einzige Manko ist vielleicht die schlechte Ausstattung des Buches. Da hätte sich der Verlag in Anbetracht der Zielgruppe (ab 10) etwas mehr Mühe geben können. Trotzdem erhält das Buch von mir 5 Sterne, den der Text ist es allemal wert.