Der Name Deeanne Gist steht für spannende Unterhaltung mit interessanten historischen Details und einem guten Schuss Romantik. Ihr neuer Roman »Eine Braut auf Bestellung« macht da keine Ausnahme. Wer »Die eigenwillige Jungfer« und »Das kratzbürstige Frauenzimmer« mochte, wird sicherlich auch hier voll auf seine Kosten kommen.
Diesmal entführt uns die Autorin ins Seattle der 1860er Jahre. Aufgrund des Frauenmangels bietet ein gerissener Geschäftsmann an, gegen Bezahlung Bräute von der Ostküste zu holen, wo durch den Bürgerkrieg viele Frauen Witwen oder Waisen geworden sind. Der Holzfäller Joe ist völlig dagegen, eine »Braut auf Bestellung« zu erhalten. Doch er ist darauf angewiesen zu heiraten, wenn er nicht die Hälfte seines Landbesitzes, der ihm nur mit Frau zustünde, verlieren will. Aus dieser Notsituation heraus hat er nur eine Bedingung für seine zukünftige Gemahlin: Sie muss kochen können.
Anna hat im Zuge des Krieges ihre Familie verloren. Sie fühlt sich für ihren Tod verantwortlich und hat beschlossen, nie zu heiraten. Da sie völlig mittellos ist, sucht sie eine neue Stelle und reagiert auf eine Anzeige, in der unter anderem Köchinnen gesucht werden. Während Joe eine Braut erwartet, hofft Anna auf eine gute Anstellung. Es kommt zu einigen Verwechslungen, Anna weigert sich, zu heiraten und Joe erhält sieben Wochen Aufschub, um eine Frau zu finden. Da ist noch die eine Braut, die übrig geblieben ist ... Oder wird Anna ihre Meinung über das Heiraten ändern? Doch selbst wenn, wie kann die junge Frau wissen, ob Joe wirklich an ihr interessiert ist oder nur an der Rettung seines Grundbesitzes? Selbst Joe ist sich seiner Gefühle da nicht so sicher. Ein Dilemma, aus dem es so schnell keinen Ausweg gibt. Und so ist auf vielen weiteren Seiten für Spannung gesorgt.
Historisch ist der Roman nicht nur dadurch, dass er in der Vergangenheit spielt. Deeanne Gist hat authentische Zeitungsartikel und einen Brief aus dem Bürgerkrieg eingefügt, auch den gerissenen Geschäftsmann gab es wirklich. Ihre Beschreibung der Arbeit der Holzfäller ist interessant und gut gelungen. Das Buch bleibt spannend bis zum Schluss.