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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ich wär so gerne Billionär ..., 18. September 2007
Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, was er oder sie mit einer Million Euro anfangen würde?
John Fontanelli ist ein junger Amerikaner, der sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt, indem er per Fahrradkurier in New York Pizzen ausfährt.
Eines Tages wird er zu einem Anwaltsgespräch eingeladen, wo man ihm eröffnet, dass er von einem Vorfahren aus dem 16. Jahrhundert sage und schreibe eine Billion Dollar geerbt hat. Giacomo Fontanelli hatte in seinem Testament verfügt, dass sein jüngster lebender Nachkomme im Jahre 1995 das Geld erhalten sollte, um damit der Welt "die Zukunft zurückzugeben".
Für John wird plötzlich alles ganz anders. Seine Geldsorgen ist er auf alle Fälle los, doch erst langsam begreift er, was diese Riesensumme tatsächlich bedeutet. Er muss lernen, sich in der Finanz- und Geschäftswelt, aber auch in der High Society zurechtzufinden, unzählige Bittsteller melden sich zu Wort, und eines Tages willigt er ein, sich mit dem seltsamen anonymen Anrufer zu treffen, der ihn seit Wochen belästigt.
Dieser Malcolm McCaine will als gewiefter Geschäftsmann in Johns Dienste treten, und da John vom Big Business keine Ahnung hat, stellt er ihn ein. Mit McCaines Hilfe baut sich ein riesiger Konzern auf, der in alle wichtigen Wirtschaftszweigen tätig ist und nicht nur die Finanzwelt, sondern auch die Weltpolitik beeinflusst.
John treibt dabei ständig die Frage um, wie er der Menschheit die Zukunft zurückgeben soll, und ist mehr als einmal schockiert von McCaines brutalen Geschäftsmethoden, die auf dem Rücken der Angestellten und der Umwelt ausgetragen werden, die er eigentlich schützen wollte...
Hauptfazit dieses Buches ist wohl, dass nicht alles Gold ist, was glänzt - Konzernchefs und Finanzbosse kommen gar nicht gut weg in Eschbachs Buch. Dafür stellt er gewagte, teils ziemlich beängstigende, aber nicht uninteressante Theorien über Marktmechanismen, Geldwesen und die Zukunft der Welt auf.
Im Mittelteil wird das Buch erst einmal etwas zäh - nachdem man mit John die "Gewöhnungsphase" erlebt hat, geht es dann hauptsächlich um Akquisitionen des Fontanelli-Konzerns und andere Geschäfte, um Markt und Börse, was ich teils etwas langweilig fand. Doch dann zieht das Buch wieder etwas an und gipfelt in einem spannenden Schlussteil, in dem auch einige Persönlichkeiten der Zeitgeschichte eine tragende Rolle spielen, als John sich endlich klar wird, was er tatsächlich mit seiner Macht anfangen will.
Sprachlich ist das Buch ab und zu ein wenig holprig, seltsame Metaphern und Ausdrücke, die wie eine nicht sehr gelungene Übersetzung aus dem Englischen wirkten, haben mich gelegentlich ein wenig genervt.
Sehr schön fand ich die Ausstattung des Buches, nicht nur den Umschlag, der in Farbe und Schriftart US-Dollarscheinen nachempfunden ist, sondern auch das "Dollarnoten-Muster" auf dem Vorsatzblatt.
In der Bibliothek läuft das Buch unter "Thriller" - nach der Hälfte des Buches fand ich die Bezeichnung immer noch nicht passend, doch aufgrund der Entwicklungen im letzten Drittel kann man das durchaus so stehen lassen.
Abrechnung mit den menschenverachtenden Geschäftsmethoden großer Konzerne, Warnung vor der Endlichkeit der Ressourcen der Erde, Übervölkerung und wachsender Umweltbelastung und viele Bezüge zur Zeitgeschichte (das Buch spielt 1995-1998 ) machten das Buch für mich trotz der kleinen Mängel für mich durchaus lesenswert, auch wenn das eine oder andere ein wenig dick aufgetragen schien.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Genialer Köder und eine Portion Wirtschaftswissen, 18. Juni 2008
Das ist eins der genialsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Von Anfang an entfaltet Eschbach ein unglaublich mitreißendes Szenario, das einen nicht mehr loslässt. Natürlich spielt er mit der Frage: Was wäre, wenn ich plötzlich unglaublich viel Geld hätte?" Wer lässt sich da nicht gern zum Träumen verführen. Mit diesem Köder bekommt man im Verlauf des Buches aber nicht nur eine Romanze vorgesetzt, sondern auch eine gute Portion Wirtschaftswissen nebst immer wieder neuen und interessanten Schauplätzen. Und Trotz der Länge kommt hier garantiert keine Langweile auf. Habe das Buch in einem Rutsch ausgelesen und bin noch immer traurig, dass es vorbei ist.
Obwohl Andreas Eschbach bei vielen seiner Bücher nicht so recht zu wissen scheint, wie er sie beenden soll, empfand ich das Ende hier absolut passend. Da war ich beim Jesus-Video" eindeutig weniger befriedigt.
Absolute Kaufempfehlung!
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ebenso lehrreich wie spannend., 1. Dezember 2007
"Eine Billion Dollar" halte ich für eines der besten (wenn nicht sogar das beste) Bücher Eschbachs. Mit Akribie ging er der Frage nach, wo eigentlich das Geld herkommt, dass unser aller Leben mehr und mehr zu bestimmen scheint und warum das eigentlich so ist. Die Antworten, die er dabei gefunden hat, sind gerade deshalb so überraschend, weil man viele der Fakten in der einen oder anderen Form schon kannte. Nur hat man diese Fakten eben noch nie in diesem Licht betrachtet.
Dabei hat Eschbach kein trockenes Lehrbuch vorgelegt. Vielmehr wendet er einen ebenso simplen wie effektiven Trick an, um alles in einer ausgesprochen spannenden Geschichte zu verpacken: Die Hauptperson der Geschichte hat ebenso wenig Ahnung von den Geldmechanismen, wie der durchschnittliche Leser - eher sogar weniger. Und dieser ungebildete Pizzabote wird plötzlich in die Welt der Superreichen katapultiert, wird vielmehr zu einer eigenen Kategorie von Reichtum. Bei seinen Versuchen, die Prophezeiung seines Vorfahren wahr werden zu lassen, versteht er mehr und mehr, welcher Haken hinter der eigentlich guten Idee des Geldes als Tauschmittel steckt und ebenso geht es dem Leser.
Die Kritik an Eschbachs Büchern klingt, wie auch in diesem Fall, meistens sehr ähnlich: "Tolle Idee, doofer Schluss." "Guter Ansatz schlecht umgesetzt." usw. Ich vermute, das liegt an Eschbachs Eigenheit, seine Bücher eben nicht, wie von vielen Autoren gewohnt, zu einem totalen Abschluss oder gar zu einem Friede-Freude-Eierkuchen-Ende zu bringen, das keinen Raum zum Weiterdenken mehr lässt. Eschbach lässt dem Leser Raum, darüber nachzudenken, wie es weitergehen mag, wenn das Buch endet. Es endet eben nur die Geschichte, die er im Buch erzählt, aber die Welt, in der sie spielt, darf in der Vorstellung des Lesers weiterleben.
Zudem halte ich den Wunsch mancher, die dieses Buch kritisieren und ein "richtiges" Ende verlangen, angesichts des Themas für überzogen. Es geht in dem Buch um nicht mehr und nicht weniger als um die Frage, wie die Menschheit ihre Zukunft retten kann (immer vorausgesetzt, sie müsse gerettet werden) und welche Rolle das Geld dabei spielt. Offensichtlich traut sich Eschbach große Themen anzugehen. Zu erwarten, er würde am Schluss ein Patentrezept liefern, das alle offenen Fragen löst, ist, gelinde gesagt, reichlich viel verlangt. Rückblickend betrachtet ist das Ende der Geschichte das einzig mögliche, wenn Eschbach nicht völlig unglaubwürdig werden wollte. Jeder und jedem, die/der mit dieser Eigenheit leben kann, sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Wer dies nicht kann, liest besser Dan Brown.
Ein anderer der häufig genannten Kritikpunkte stimmt auch meiner Meinung: Es ist ziemlich unrealistisch, dass eine Notarfamilie über mehrere Jahrhunderte eine derartige Treue gegenüber Ihrer Aufgabe aufrecht erhält, dass das Vermögen ungestört wachsen kann. Aber ohne dieses notwendige Übel wäre die Geschichte so nicht möglich gewesen. In Science Fiction Romanen fragt schließlich auch niemand, wie dieser tolle Überlichtantrieb denn nun genau funktioniert.
Typisch für Eschbachs Bücher ist, dass die Geschichte immer wieder Haken schlägt, die der Leser beim besten Willen nicht geahnt hat und einen Handlungsstrang, in dem es der Leser sich gerade gemütlich gemacht hatte, auf den Kopf stellt. Manchen stößt diese Vorgehensweise vor den Kopf, ich finde es großartig. Was gibt es schöneres, als ein Autor, der seine Leser überraschen kann? Eschbach lässt es einfach nicht zu, dass seine Leser nach und nach ahnen, wo die Reise hingehen wird. Gerade das halte ich für eine seiner größten Stärken, von der er in diesem Buch reichlich Gebrauch macht.
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