Als ich von diesem Buch hörte wusste ich gleich, das muss ich haben: Ein Typ gleitet zeitlich gesehen vom bürgerlichen Leben hinab/herauf in das Reich der Nacht. Unwissend, wird er zur Schlüsselfigur einer Bewegung, die sich die Abschaffung und Neuerrichtung des Staates auf die Fahne geschrieben hat...
Eingebettet in eine wunderbare Rahmenhandlung, wird hier eine Geschichte erzählt, die fernab von Konventionen fantastisch, aber irgendwie real und existent klingt. Ein megareicher gebildeter Yuppi namens Höller, auf dessen Partys - man höre und staune - der gute alte Rotten von den Pistols aufersteht, investiert in eine Bewegung, einen Traum, wie wir ihn alle schon gesponnen haben. Der Erzähler, ein Journalist ohne Job, wird dabei zum Marx der Höllerschen Bewegung. Er soll die Ziele und Zukunft formulieren. Die Nacht wird für ihn zur Möglichkeit, unendlichen Ruhm zu erlangen. Die Bewegung begründet auf dem elitären Verständnis, dass alle mit dem unzufrieden sind, was sie sind, das sie anders werden wollen. Und wer will das nicht schon manchmal?
Wer wissen will, wie erniedrigend das "Sich-Herunterbeugens" zum Toilettendeckel beim usen ist; wie schön die Traumfrau ins Leben treten kann und zudem noch Weisheiten von den alten Samurai erfahren möchte und genauso gerne Feiern und Gübeln mag, der ist hier genau richtig. Man verschlingt das Buch regelrecht. Bitte an Herrn Fischer: genau da weitermachen.