...ist Anthony Minghellas Film Breaking and Entering. Wenn ein Regisseur, der für Filme wie der Englische Patient oder Cold Mountain verantwortlich zeichnet, mit Schauspielern wie Jude Law, Juliette Binoche und Robin Wright Penn dreht, dann sind die Erwartungen des geneigten Publikums natürlich hoch. Schnell kann es passieren, dass man mit viel zu hohen Ansprüchen an den Film herangeht und letztendlich enttäuscht ist. Bei der Bewertung von Breaking und Entering spielt diese Einstellung sicherlich eine Rolle.
Francis(Jude Law) ist ein Architekt, der ein neues Viertel in Londons Stadtteil Kings Cross aus dem Boden stampfen will. Das ist nicht einfach, denn Kings Cross ist nicht gerade eine Nobelgegend. Francis verlegt sein Büro in den Stadtteil und wird prompt mehrmals ausgeraubt. Der junge Miro steigt mit seinem Freund in das Büro ein und stiehlt Rechner und Zubehör. Das Ganze im Auftrag für eine kriminelle Bande. Eigentlich hat Francis schon genug Probleme. Er lebt mit Liv(Robin Wright Penn) zusammen. Sie hat eine Tochter, die eine bestimmte Form des Autismus hat und Liv und Francis rund um die Uhr beschäftigt. Trotzdem schiebt Francis nachts vor dem Büro Wache und ertappt Miro tatsächlich dabei, wie er zum zweiten Mal bei ihm einsteigt. Er folgt dem Jungen zu seiner Wohnung und bekommt mit, dass Miro Sohn der Bosnierin Amira(Juliette Binoche) ist, die aus der Heimat fliehen musste und jetzt als Schneiderin ihr Geld verdient. Francis hält sich im Hintergrund und erstattet keine Anzeige. Er sucht Amira auf und lässt sich von ihr einige Sachen ändern; dann verliebt er sich in sie. Es kommt, wie es kommen muss, Amira erfährt von den Einbrüchen ihres Sohnes und fühlt sich von Francis ausgenutzt. Auch vor Liv kann Francis seinen Seitensprung nicht mehr verheimlichen. Während Francis die Liebe sucht, gleitet ihm alles aus den Händen und er erkennt ziemlich schnell, dass er sich entscheiden muss.
Breaking and Entering hat so gar nichts mit Minghellas letzten Filmen zu tun. Wie gesagt, der Film ist hochklassig besetzt und vor allem Jude Law und Juliette Binoche spielen ihre Rollen hervorragend. Was mich ein wenig störte, war Minghellas scheinbare Unentschlossenheit am Anfang des Films. Man wußte nicht so recht, welche Geschichte jetzt erzählt werden sollte. Das liegt aber auch am Titel, der uns eher auf eine Einbruchs- und Krimistory als auf ein gefühlsbetontes Familiendrama hinweist. Nach einer guten halben Stunde findet Minghella seinen Weg durch die Geschichte und Breaking and Entering hat ab dann zweifelsohne seine filmischen Höhen. Bis dahin kommt die Story etwas zerrissen und abgehackt daher. Da können auch Binoche und Law nicht helfen. Mein Fazit: Breaking and Entering hat keine Blockbusterqualitäten. Genau das ist seine Schwäche, aber auch zugleich seine große Stärke. Wer in die Geschichte hineinkommt und keinen typischen Minghella-Film erwartet, der wird sich begeistern können. Wer nicht, der bekommt mit dem Film seine Probleme.