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Einarmsegeln mit Millie
 
 
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Einarmsegeln mit Millie [Gebundene Ausgabe]

James Hamilton-Paterson , Hans-Ulrich Möhring
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aargauer Zeitung (07.06.2007)

»... Wir haben es hier mit Farce auf hohem Niveau zu tun, ausgeklügelt von einem Autor mit gut entwickeltem Sinn für das Burleske, dessen mousierender Ton voll Witz und Ironie, hoffentlich all jene patschigen Schreiber, die ihr ungelenkes Gebrabbel als Tiefsinn ausgeben, vor Neid verblassen lässt. ...«

Der kleine Bund, 28.04.2007

»Wir haben es hier mit einer Farce auf hohem Niveau zu tun, ausgeklügelt von einem Schriftsteller mit gut entwickeltem Sinn für das Burleske, dessen moussierender Ton voll Witz und Ironie hoffentlich all jene Schreiber vor Neid erblassen lässt, die ungelenkes Gebrabbel als Tiefsinn ausgeben.«

Kurzbeschreibung

Gerald Samper Hausbesitzer in der Toskana, Ghostwriter und Biograph ruhmsüchtiger Popstars und mediengeiler Sportskanonen, hat einen neuen Auftrag."Samper mit seiner musikalischen Begabung, seinem kulinarischen Genie und seinem knackigen Hintern. Hatte er nicht vor längerem schon beschlossen, dass es so mit ihm nicht weitergehen konnte?"Gerald Samper - vielen Lesern bereits bekannt aus"Kochen mit Fernet Branca"- Hausbesitzer in der Toskana, Ghostwriter und Biograph ruhmsüchtiger Popstars und mediengeiler Sportskanonen, hat einen neuen Auftrag: Er soll ein Buch schreiben über Millie Cleat, eine wettergegerbte Fünfzigerin, die mit ihrem Hightech-Trimaran über die Weltmeere segelt und dabei einen Weltrekord nach dem anderen bricht.

Bald greift sie, ein Genie der Selbstvermarktung, zu den Sternen: sie wird die Hohepriesterin einer maritimen Sekte, deren Machenschaften Samper mit abgründigem Spott verfolgt.
Die Welt ist ein mediales Dorf, und je schräger die Geschichten seiner Akteure, desto besser. Mafiöse Balkan-Politiker, weltberühmte Dirigenten und windige italienische Makler, Ökofeministinnen und pakistanische Taxifahrer: sie alle treten in dieser Parforcejagd britischen Humors auf - und nicht immer würdig wieder ab. Mit hinreißendem satirischen Talent und hemmungsloser Fabulierlust legt James Hamilton-Paterson sein neues, pralles Buch vor: böse und exzentrisch, haarsträubend und - wunderbar.

Klappentext

Gerald Samper - vielen Lesern bereits bekannt aus »Kochen mit Fernet Branca« - Hausbesitzer in der Toskana, Ghostwriter und Biograph ruhmsüchtiger Popstars und mediengeiler Sportskanonen, hat einen neuen Auftrag: Er soll ein Buch schreiben über Millie Cleat, eine wettergegerbte Fünfzigerin, die mit ihrem Hightech-Trimaran über die Weltmeere segelt und dabei einen Weltrekord nach dem anderen bricht.

Bald greift sie, ein Genie der Selbstvermarktung, zu den Sternen: sie wird die Hohepriesterin einer maritimen Sekte, deren Machenschaften Samper mit abgründigem Spott verfolgt. Die Welt ist ein mediales Dorf, und je schräger die Geschichten seiner Akteure, desto besser. Mafiöse Balkan-Politiker, weltberühmte Dirigenten und windige italienische Makler, Ökofeministinnen und pakistanische Taxifahrer: sie alle treten in dieser Parforcejagd britischen Humors auf - und nicht immer würdig wieder ab. Mit hinreißendem satirischen Talent und hemmungsloser Fabulierlust legt James Hamilton-Paterson sein neues, pralles Buch vor: böse und exzentrisch, haarsträubend und - wunderbar.

»Seine Sätze wirken wie Lachgas, wirken aber auch nach ...« Die Weltwoche

Über den Autor

James Hamilton-Paterson, 1941 in London geboren, Oxfordabsolvent und Mitglied der Royal Geographical Society, renommierter Journalist, Sachbuchautor, Lyriker und Romancier, schreibt u. a. für die "Sunday Times", das "Times Literary Supplement", den "New Statesman" und für die Schweizer "Weltwoche". Er lebt als freier Schriftsteller in Italien und auf den Philippinen.James Hamilton-Paterson, 1941 in London geboren, Oxfordabsolvent und Mitglied der Royal Geographical Society, renommierter Journalist, Sachbuchautor, Lyriker und Romancier, schreibt u. a. für die "Sunday Times", das "Times Literary Supplement", den "New Statesman" und für die Schweizer "Weltwoche". Er lebt als freier Schriftsteller in Italien und auf den Philippinen.

Auszug aus Einarmsegeln mit Millie von James Hamilton-Paterson, James Hamilton- Paterson, Hans-Ulrich Möhring. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

1

In himmlischer Einsamkeit friedlich unter der heimischen Pergola zu sitzen hat
den Haken, daß nach kurzer Zeit die Unruhe einsetzt. Gewiß, mit schuld daran
könnte der Vindaloo-Flammeri zu Mittag sein (der ganz ausgezeichnet war: eine
faszinierende Vermählung von Curryglut und Eiseskälte). Aber daran liegt es
nicht allein. Hier oben im schroffen Gefels herrscht eine drückende Stille. Die
strahlende Maisonne perlt durch das Dach des Weinlaubs droben und platscht auf
den Marmortisch, wo sich die Lichttropfen um eine Kaffeetasse sammeln und einen
dicken Manuskriptstapel bekleckern. Dieser monströse Block Papier kommt mir seit
einiger Zeit wie mein eigener Grabstein vor, den ich mit großer Steinmetzkunst
bearbeitet habe - mein eigener, obwohl er die Geschichte von ganz jemand anders
enthält, einer Person, die mir von Anfang an zuwider war.

Das ewig drückende Problem heißt natürlich Arbeit. Philip Larkins berühmtes Bild
dafür ist die Kröte: ein kaltes, häßliches Schwergewicht, das dick und breit auf
uns hockt und den größten Teil unseres spärlich bemessenen Zeitkontingents
beansprucht. Zudem ist es eine andere Art Arbeit als Wasserholen und
Reisanpflanzen, Tätigkeiten, bei denen man glauben mag, daß sie nützlich zum
Überleben sind. Im Gegensatz dazu sind fast alle Lohnarbeiten die Zivilversion
von Bestrafungen, wie sie über widersetzliche Rekruten verhängt werden, zum
Beispiel ein Loch mit dem Aushub eines andern füllen oder Kohlen weißen. Es
wundert mich, daß wir uns so wenig über die hochgradige Sinnlosigkeit der Arbeit
aufregen, die wir meistens machen. Romane schreiben zum Beispiel. Belletristen
mit ihrem blinden Haschen nach sozialer Brisanz neigen dazu, auf
Minderheitsmiseren wie Liebe, sexuellen Verirrungen oder einer Kindheit als
Weißer in Southall herumzureiten und dagegen die tägliche Arbeit, die das Leben
der Mehrheit verwüstet, weitgehend unbeachtet lassen. Ich werde deshalb kühn mit
dieser Tradition brechen und mich mit dem menschlichen Stück Kohle befassen, das
ich unlängst unter solchen Mühen zu weißen versucht habe. Leider Gottes ist an
ihr rein gar nichts belletristisch.

Die persönliche Kröte, unter der ich seit Jahren um Atem ringe, verlangt von mir,
daß ich die Bücher anderer Leute schreibe. Eine undankbare Aufgabe, wie Sie mir
zugeben werden. Und doch darf ich in aller Bescheidenheit behaupten, daß es
künstlerisch wohlgeratene Bücher über ziemlich mißratene Zeitgenossen sind, und
das auf dem Tisch, mit dem ich gerade fertig geworden bin, macht da keinen
Unterschied. Ja, es ist gerade die Einerleiheit der widerlichen Kröte, die mich
jetzt veranlaßt, deprimiert den Blick über die Aussicht von meinem Haus aus
schweifen zu lassen, eine Aussicht, die so manchen Toskanafan zu Recht in
Ekstase versetzen würde. Die Terrasse endet im Nichts. Viele abgrundtiefe Meilen
Luftlinie entfernt hat das Mittelmeer um zwei Uhr nachmittags nichts Besseres zu
tun, als platt und träge in seinem Bett zu liegen wie ein Teenager, der die
ganze Nacht Party gemacht hat. In dem allgemeinen Gleißen entlang der Küste
prikkeln hin und wieder Blitzlichter, wenn die Sonne auf die Windschutzscheiben
von Fahrzeugen fällt, die unerkennbar in dem Ameisenhaufen dort unten
herumkriechen. Menschen in ihrer nimmermüden flüchtigen Jagd nach dem Glück,
deren Vergeblichkeit ihnen zuletzt doch keine andere Wahl läßt, als sich mit
trostlosem Reichtum abzufinden ... Samper, Samper, woher diese Bitterkeit,
dieser Verdruß? Wahrscheinlich liegt es an dem verdammten Meer, dessen Anblick
mich zur Zeit an Sachen erinnert, die ich lieber vergessen würde, wie zum
Beispiel in wessen Gesellschaft ich notgedrungen die letzten vierzehn Monate
verbracht habe. Es ist schwer, Ihnen einen Begriff von der schlichten
Scheußlichkeit dieser Leute zu geben, über die ich schreibe, damit mein nach wie
vor jugendlicher Körper und meine vom Leben gezeichnete Seele nicht darben
müssen. Das letzte Objekt meiner Bemühungen dürfte sogar nach heutigen Maßstäben
als abartig gelten. Stellen Sie sich eine nußbraune armamputierte Alte von Mitte
fünfzig vor mit einer Haut, gegen die Brigitte Bardot wie ein Clinique-Model
aussieht, und mit einer Ausdrucksweise wie eine lesbische Truckerin. Was, frage
ich Sie, hat Gerald Samper mit solchen unterweltlichen Kreaturen zu schaffen?
Samper mit seiner musikalischen Begabung, seinem kulinarischen Genie, seinem
knackigen Hintern (seiner unmaßgeblichen Meinung nach). Hatte er nicht vor
längerem schon beschlossen, daß es so nicht mit ihm weitergehen konnte?
[...]

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