In dem Buch "Fahrerflucht" von Alfred Andersch geht es um den schicksalshaften Unfall eines Mädchens, in den der Täter, ein schwerkranker Manager und ein Tankwart verwickelt sind. Der Manager ist an Lungenkrebs erkrankt und hat nicht mehr lange zu leben. An einem frühen Morden flieht er mit dem Autor vor seiner Familie, seinem Beruf, seiner Verantwortung. Unglücklicherweise überfährt er ein Mädchen auf einem Fahrrad, das dadurch stirbt. Doch der Manager stellt sich nicht der Polizei, er will seine Auszeit. Auf der Flucht kommt er an eine Tankstelle. Er erpresst den Tankwart mit einem 100 DM-Schein, der Polizei nichts von ihm zu erzählen, und der Tankwart, feige und leicht zu beeinflussen, tut dies auch nicht.
Ich finde das Buch sehr gelungen, da es einen Schicksalstag aus drei verschiedenen Perspektiven darstellt und die einzelnen Personen sehr genau durchleuchtet. Jeder hat seine eigene Geschichte, das eigene Motiv, Pläne, Vorstellungen, Träume. Ich denke, man kann sich in jede der drei Figuren hineinversetzen. Man versteht die Flucht des Managers, seinen Wunsch, den Lebensabend allein und ohne Stress zu verbringen. Man versteht den Gewissenskonflikt des Tankwarts, der bis zum Schluss nicht weiß, ob er der Polizei erzählen soll, was er weiß. Man kann auch die Pläne des Mädchens nachvollziehen, ihren glühenden Wunsch zu reiten, Jimmy Wong zu treffen, die duch den Unfall durchkreuzt werden. Das Buch ist sehr gut geschrieben, emotional, eine Aneinanderreihung von Schicksalsfügungen und Zufällen.
Schülerin Anna Meier, stellvertetend für die gesamte Klasse 9c am Gymnasium Roth