Die Waise Jess besucht regelmäßig ihre Großmutter im Altersheim. Irgendwann lernt sie bei ihren Besuchen dort eine Mitbewohnerin ihrer Oma, Grace, kennen, die Jess so sympathisch findet, dass sie diese freundliche, ältere Dame auch nach dem Tod der
Großmutter weiterhin besucht.
Grace ist jedoch eine hoffnungslose Romantikerin und so möchte sie Jess zu gerne mit einem Mann an ihrer Seite sehen.
Doch Jess liebt eigentlich ihre Eigenständigkeit und ihr Singledasein. Sie braucht nicht unbedingt einen Ring am Finger, um glücklich zu sein.
Aber als Jess zufällig erfährt, dass Grace schwerkrank ist und nicht mehr lange zu leben hat, will sie der alten Dame eine Freude machen, erfindet einen reichen Verlobten und nennt ihn, nach ihrem Chef, Anthony Milton.
Diese Erzählung heitert Grace sehr auf und so beschließt Jess ihr "Traumgebilde" weiterzuentwickeln, bis es zur Trauung und somit zum Happy End kommt.
Doch als Grace schließlich stirbt, erlebt Jess eine ziemliche Überraschung! Grace war eine sehr reiche Frau und hat sie als Alleinerbin eingesetzt. Der Haken an der Sache ist nur, dass Jess in dem Testament als Jess Milton bedacht wurde.
Um doch noch erben zu können, überredet ihre Freundin sie zu einem irrwitzigen Plan- Jess soll sich an ihren Chef, den wahren Anthony Milton heranmachen und ihn dazu bringen, sie zu heiraten.
Dumm nur, dass er Jess bisher kaum beachtet hat...
Meine Einschätzung:
"Ein zauberhafter Liebesschwindel" ist mein erster Roman der Autorin und ich muß ehrlich sagen, dass ich nicht verstehen kann, wieso mir Gemma Townleys Bücher bisher entgangen sind, denn sie liegen genau auf meiner Wellenlänge!
Den Roman kann man als eine Mischung zwischen Chic-Lit und normalem Contemporary ansehen, die Romanfiguren (bis auf eine Ausnahme) wirken sehr lebendig und sympathisch, wobei mir besonders Jess, Helen und Max ans Herz gewachsen sind, die sehr tiefgründig charakterisiert wurden.
Zwar kann der aufmerksame Leser schon ahnen, worauf es am Ende des Romans hinausläuft bzw. wie die Geschichte ausgeht, doch mindert diese Erkenntnis nicht den Unterhaltungswert.
Jess verzweifelte Aktionen Anthony für sich zu gewinnen und ihr toller
sarkastischer Humor, der dank der "Ich- Form- Perspektive", in der das Buch geschrieben ist, sehr gut auf den Leser übertragen wird, sorgen für viel Turbulenzen und großes Lesevergnügen.
Damit die Story nicht in zu seichte Gefilde abdriftet, initiiert die Autorin in ihrer Geschichte immer wieder auch Szenen, in denen ernstere Untertöne angeschlagen werden.
Zudem überlässt sie ihren Romanfiguren genug Raumentfaltung, amüsante Dialoge wechseln sich mit nachdenklichen Momenten ab; so geraten Jess Selbsterkenntnisse am Ende zusammen mit der letzten Szene zu einem wunderschönen Happy End.
Lediglich die Figur des Anthony war mir ein wenig zu eindimensional und klischeehaft beschrieben, was aber meinen sehr guten Gesamteindruck, den ich von diesem Roman habe, am Ende nicht geschmälert hat.
Fazit: Ein perfekter Liebesroman, der dem Leser am Ende ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht zaubern wird! Eine Rezension von Happy End Bücher. (NG)