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Ein winziger Makel
 
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Ein winziger Makel [Taschenbuch]

Nancy Huston , Uli Aumüller , Claudia Steinitz
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 2 (1. Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499249901
  • ISBN-13: 978-3499249907
  • Originaltitel: Lignes de faille
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 153.509 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Nancy Huston
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

«Ein raffinierter Familienroman.» BRIGITTE Sol und Erra sind beide sechs Jahre alt, doch zwischen ihnen liegen Welten. Sol, verwöhnt, altklug und öfter im Internet unterwegs, als seine Mutter erfahren darf, lebt in jenem Land, in dem «Gott mit Bush befreundet ist». Erra, das glückliche Mädchen mit der Wunderstimme, das in Trümmern spielt, salutiert noch vor Adolf Hitler. Erra ist Sols Urgroßmutter. Über Generationen sind die beiden verbunden, und über Generationen wurde in der Familie ein düsteres Geheimnis weitergereicht. Was ist etwa mit dem hässlichen Muttermal an Sols Schläfe, das er sich wegoperieren lässt? Was mit dem grenzenlosen Hass seines Vaters? Es bleibt den Kindern überlassen, die Brüche und Verwerfungen in den Erzählungen ihrer Eltern zu deuten.

Über den Autor

Nancy Huston wurde 1953 in Calgary, Kanada, geboren und wuchs in den USA auf. Seit 1973 lebt sie in Paris. Sie ist mit dem Linguisten und Philosophen Tzvetan Todorov verheiratet und hat zwei Kinder. Huston hat zahlreiche Romane und Sachbücher veröffentlicht. Für ihr Werk wurde sie in Kanada u.a. mit dem «Governor General’s Award for Fiction» und in Frankreich mit dem «Prix Goncourt des Lycéens» ausgezeichnet. Für „Ein winziger Makel“ erhielt sie 2006 den «Prix Femina»; das Buch war in Frankreich ein Nr.-1-Bestseller.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Felina
Format:Gebundene Ausgabe
es werden vier Generationen beginnend mit einem sechsjährigen Jungen aus der heutigen Zeit über dessen Vater, die Großmutter und die Urgroßmutter in einem nur kurzen Ausschnitt ihres jeweiligen Lebens im etwa gleichen Alter dargestellt. Mit der Schilderung der jeweiligen Person werden auch das Leben zu der Zeit und der Zeitgeist vermittelt.
So fand ich den Jungen zu Beginn des Buches ziemlich nervig und unsympathisch. Sicherlich denkt ein Junge in dem Alter auch nicht so wie es ihm hier untergeschoben wird, weil ihm dazu einfach das Hintergrundwissen fehlt. Er ist altklug und wird sexualisiert. Dennoch wird trotz der extremen Überzeichnung ein Zeitgeist von der Schärfe einer Karikatur geliefert, der nach anfänglichem Einlesen sehr nachdenklich werden lässt.
Die sich anschließende Episode aus dem Leben des Vaters zeigt einen Jungen, der sich nach seiner Mutter sehnt, während sie nie Zeit für ihn hat. Sie ist die dominante Person in der Familie und sie ist ihrerseits auf der Suche nach ihrer Mutter und damit auch gleichzeitig nach sich selbst. Warum das so ist, wird in der Episode klar, in der es um die Großmutter/ Mutter des Vaters geht. Sie wirkt von allen Charakteren am zebrechlichsten und erregt so viel Mitgefühl, weil sie in dem ganzen Familiengeflecht am verlassensten scheint.
Die Urgroßmutter als Ausgangspunkt der Generationenfolge schafft es offenbar trotz des vordergründig schwierigsten Schicksals deutlich besser als ihre Tochter ihr Leben selbst zu bestimmen und sich eigenen Bedürfnissen entsprechend einzurichten.
Es wirkt so, als habe die Autorin sich mit ihr am ehesten identifizieren können.
In dem Buch werden Themen wie Lebensborn, Kinderverschleppung, Judenverfolgung, Religionskonflikte (nicht nur im Dritten Reich!), Tolleranz und die Suche nach eigenen Wurzeln in einer sich wie selbstverständlich ergebenden Mischung und Folge berührt ohne dabei überhand zu nehemen oder belehren zu wollen. Jeder kann sich mit einem der Charaktere mehr oder weniger identifizieren und sicherlich Erfahrungen aus der eigenen Familie nachspüren.
Ein sehr lesenswertes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der sich fragt, wie sich aus einer Generation die nächste entwickeln konnte und was in der vorangegangenen Generation wohl dazu beigetragen haben könnte, dass die nächste so werden konnte.
Besonders eindrucksvoll ist dabei, was in den einzelnen Generationen offenbar wichtig ist und was den Alltag der jeweiligen Personen bestimmt.
Ich kann sehr gut verstehen, dass das Buch in Frankreich ein Nr.-1-Bestseller war!
Ich konnte das Buch kaum aus der hand legen, denn es liest sich sehr gut und flüssig.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Desdemona
Format:Taschenbuch
"Ein winziger Makel" ist ein sehr empfehlenswertes Buch. Es ist wie eine Sinfonie, sehr stimmig komponiert. Interessante Charaktere, packende Lebensgeschichten, wenn auch nur winzige Ausschnitte davon. Den roten Faden in dieser Generationengeschichte bildet die Beziehung jeder Figur, aus deren Sicht der Ausschnitt jeweils erzählt wird, zu ihrer Mutter: zunächst der jüngste Familienspross Sol, deren Mutter ihm nichts abschlagen kann, ihn derart vergöttert, dass er selbst in Allmachtsfantasien schwelgt und in narzistischer Manier der Gewissheit seiner eigenen Genialität huldigt. Sein Vater Randall, der die Hauptfigur und den Ich-Erzähler der zweiten Geschichte darstellt, leidet unter seiner karrierebesessenen Mutter, die die Leiden jüdischer Kinder im und nach dem zweiten Weltkrieg mehr zu berühren scheinen als diejenigen ihres leibhaftigen Sohnes. Jeden Spaß scheint sie ihm verderben zu wollen, was seine Liebe zu ihr jedoch nicht beeinträchtigt. Die Geschichte eben dieser Mutter ist die dritte der insgesamt vier Geschichten. Statt bei ihrer Mutter wächst diese Figut bei den humorlosen, knöchernen Großeltern auf, die ihr zwar gute Manieren beibringen, ihr jedoch Zätlichkeit und Verständnis gänzlich verweigern. Wie ein Paradiesvogel erscheint dagegen hin und wieder ihre Mutter, die schillernde und berühmte Sängerin, die einen unsteten Lebenswandel führt, aber für jeden Spaß zu haben ist. Wie diese Mutter zu der geworden ist, die sie ist, erfährt der Leser in der letzten Geschichte, in der die Fäden gleichsam zusammenlaufen, in der sich die Andeutungen und offenen Fragen auflösen und die Erzählung sozusagen in der Vergangenheit ihr Ende nimmt.
Es ist ein ernstes Buch, bei dem man auch schmunzeln darf, ein Märchen, welches sich genau so zugetragen haben könnte, eine Generationensaga voller Dramen, aber auch voller glücklicher Momente, eine ebenso moderne wie altmodische Geschichte. Um mit Geschichten über das dunkelste Kapitel deutscher Vergangenheit keinen Widerwillen und Überdruss zu erregen, muss eine Autorin eine wunderbare Erzählerin sein. Nancy Huston ist es.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Pemimu
Format:Taschenbuch
Das Buch hat mich sehr schnell in seinen Bann geschlagen und ich habe es wirklich in kürzester Zeit gelesen. Am liebsten hätte ich es gleich noch mal gelesen, denn viele Details, die zunächst eher unwichtig oder unerklärlich erscheinen, erfahren erst im Laufe des Buches, das immer weiter in die Vergangenheit schreitet, ihre Bedeutung.

Jeder der (jeweils sechsjährigen) Figuren des Buches bzw. jeder Zeitperiode sind knappe hundert Seiten gewidmet, und doch hat man das Gefühl, diese viel zu früh zu verlassen, weil man nach mehr Informationen dürstet. Diese liegen jedoch in der Vergangenheit, in die die Autorin uns dann auch folgerichtig führt.

So erfährt der Leser in der ersten Episode (2004) mit dem kleinen verzogenen und egomanischen Sol vom Hass seines Vaters Randall auf Araber. Die Wurzel dafür erfahren wir erst in der Erzählung des sechsjährigen Randalls (1982). Sol bekommt mit, dass Großmutter Sadies (sie ist Historikerin) Obsession die "Arisierung" im dritten Reich ist. Woher Sadies Fixierung auf das Böse kommt, erfahren wir in ihrer Kindheitsgeschichte (1962). Sol bekommt außerdem einen Streit zwischen seiner in Deutschland aufgewachsenen Urgroßmutter Erra und ihrer Schwester um eine Puppe mit. Was es damit auf sich hat, wer "Janek" ist und wieso Erra zum Singen niemals Worte benutzt, wird erst in der letzten Episode mit der sechsjährigen Erra, klar (1945).
Jeder Schritt in die Vergangenheit bringt neue Einblicke, neue Erklärungen.

Schicht für Schicht und überaus gekonnt entblättert die Autorin die Familiengeschichte, die über 4 Generationen reicht. Dabei schaffte sie es, mir jede Figur in der Ich-Perspektive (als Kind) nahe zu bringen, ohne dass ich dabei das Gefühl hatte, dass mir die Protagonisten zu sehr ans Herz wachsen. Man entwickelt jedoch zunehmend Verständnis für jeden einzelnen dieser Charaktere, je mehr man über ihr Schicksal in Erfahrung bringt.

Ein toll geschriebenes und aus meiner Sicht faszinierendes Buch, gut erzählt und mit vielen zeitpolitischen Hintergründen gespickt. Auf jeden Fall eines meiner neuen Lieblingsbücher!
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