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Kundenrezensionen

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am 13. März 2007
Die Literatur-Szene hatte sehnsüchtig darauf gewartet, wie der Großschriftsteller Grass auf die Wende reagieren würde - und war entsetzt. Reich-Ranicki verriss das Buch gnadenlos, auch die übrigen Pressestimmen waren überwiegend negativ. Warum wohl?

An Grass Skepsis der Wiedervereiingung gegenüber, die in diesem Buch fast auf jeder Seite thematisiert wird, kann es nicht gelegen haben: die war aus seinen Wortmeldungen, Aufsätzen und Reden hinlänglich bekannt. Vielleicht lag es doch eher an der fast hermetisch anmutenden Herangehensweise an das Thema, das die lesende Öffentlichkeit verstört hat.

Hauptperson des Romans ist der Ost-Berliner Bürobote Theo Wuttke, ob seiner Fontane-Obsession Fonty genannt. Sein Leben spiegelt in allen Facetten das Leben von Theodor Fontane wieder, von den Namen und Charakteristika der Kinder an bis zu den sonstigen Beziehungen. Fonty wird meist begleitet von Hoftaller, seinem "Tagundnachtschatten", dem ewigen Spitzel, seinerseits wiederum eine Leihgabe aus Hans Joachim Schädlichs Roman "Tallhover". Diese beiden Zentralfiguren erleben nun im "Weiten Feld" den Mauerfall, die Wiedervereinigung und die "Abwicklung" des DDR-Vermögens durch die Treuhand. Dabei spiegelt Grass die Geschehnisse von 89 und der folgenden Jahre immer wieder an der Biografie Fontanes, stellt Bezüge zur Geschichte Preussens her und lässt ein Panoptikum an Figuren auftreten, die alle in Bezug zu Fontanes Leben und Werk stehen.

Und hier fangen für mich als Leser die Probleme an. Denn ohne eine gründliche Kenntnis von Fontanes Leben und seiner Bücher ist "Ein weites Feld" kaum verständlich und löst über weite Strecken Verwirrung und auch Langeweile aus. Grass geht hier den umgekehrten Weg mancher früheren oder auch späteren Werke. Brachte einem "Der Butt" z.B. die Geschichte der Kaschuben näher oder beleuchtete "Im Krebsgang" den Untergang der "Gustloff", verbanden also das literarische mit dem historischen Erzählen, so setzt hier Grass bei seinen Lesern eine Kenntnis Fontanes voraus, die die wenigsten mitbringen werden. (Auch ich bin nur mit den biograpfischen Eckdaten und "Effi Briest" vertraut, die ich als sehr sperrige Lektüre in Erinnerung habe).

Was die Lektüre auch für den Fontane-Laien geniessbar macht, sind die immer wieder auftauchenden Zeugnisse von Grass erzählerischer Brillianz, als Beispiel seien hier die beiden Hochzeitskapitel ungefähr in der Mitte des Buches genannt. In diesen Stellen ist wieder all das spürbar, was ihn zum wohl größten deutschsprachigen Erzähler des 20. Jahrhunderts macht.

Ansonsten leider: unfassbar toll recherchierte, aber am Leser oft vorbeigehende Brillianz um der Brillianz willen.

Fazit: Der Wende-Roman von Günter Grass entpuppt sich als mühsame Lektüre, die wohl nur von Fontane-Spezialisten genossen werden kann.
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TOP 1000 REZENSENTam 17. September 2012
Grass: Ein weites Feld

Von Vielem sehr wenig

Man sollte an den dicken Wälzer-immerhin 781 Seiten- zunächst einmal ohne Vorurteil herangehen. Vergesse man , dass Reich Ranicki den Roman nicht nur verrissen, sondern im TV buchstäblich zerrissen hat. Man sollte auch besser zunächst übersehen, dass Grass politisch immer wieder mal recht Törichtes von sich gegeben hat. Auf der Rückumschlag stehen Fragen: Wende-Roman? DDR-Remininiszenz? Unter anderem. Der Käufer wird wohl erwarten, Grass würde sich hier umfassend mit der Problematik der deutschen Teilung und der Problematik der unterschiedlichen Entwicklung der beiden Teile Deutschlands während der unseligen 40 Jahre auseinandersetzen, würde dann wohl auf die schwierige Problematik des Zusammenwachsen dessen eingehen, was nach Brandt zusammengehört.
Der Einstieg in den Roman ist für den Leser nicht einfach, da immer wieder die Zeitebenen wechseln, weil der fiktive Fonty gleichsam das Leben Fontanes nachlebt. Aber allmählich gewöhnt man sich an diese Doppelseitigkeit-mal Fontane, mal unser Zeitgenosse Fonty. Und dann ist man letztlich erstaunt, was Grass alles weiß, wie genau er das Leben seines Kollegen Fontane studiert hat. Ach, überhaupt beweist Grass sehr genau Personen-und Geschichtskenntnisse. Wenn man so unbefangen mit diesem Buch umgeht, kommt man zu dem Ergebnis, hier liegt ein Roman vor, der vielleicht ein bisschen zu lang geraten ist. Aber es liest sich recht gut und unterhaltsam. Nun ja, es ist das Werk eines Literatur-Nobelpreisträgers. Aber für diesen Roman hat er den Preis nicht bekommen und auch nicht verdient. Nicht jede Zeile von Literatur- Nobelpreisträgern ist exzellent, vielfach fallen spätere Werke sogar deutlich ab. Aber wenn auch nicht preiswürdig, ein recht ordentlicher Roman ist das Werk schon.
Wer allerdings mit einer großen Erwartung an Stellungnahme zur deutschen Problematik an das Buch herangeht, der wird enttäuscht werden. Da wirft Grass nur einige Brocken hin. Und ärgerlich wird dann schon, wie er mit Kohl umgeht, wenn er dem Größe abspricht, da dieser sich nur aufpumpt. So wird Kohl zwar verächtlich, aber nicht hassenswert. Hier hätte Grass sich zurückhalten und das Urteil einer späteren Generation überlassen sollen. Grass verbirgt sich hinter einem ‚Wir‘, ohne eigentlich genau zu sagen, wer ‚Wir‘ sind. In Wirklichkeit steckt aber doch wohl viel Grass hinter ‚Fonty‘, wenn der zum Beispiel erklärt, zwar kein Schwarzseher zu sein, aber eben zu sehen. Sehr heikel ist wohl die Einbeziehung des brutal ermordeten Chefs der Treuhand Rohwedder. Zwar schildert Grass Rohwedder nicht negativ, aber der Respekt vor dem Ermordeten hätte es eigentlich geboten, ihn nicht zu einer fiktiven Figur in diesem Roman zu machen.
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am 2. August 2005
1989 wird die Berliner Mauer durchlässig. Es ist Wendezeit und diese erlebt auch der Bürobote Theo Wuttke. Ständig wird er begleitet von seinem „Tagundnachtschatten", dem Stasiagenten Hoftaller. Theo Wuttke, genannt Fonty, ist jedoch nicht nur als eigenständige Persönlichkeit zu sehen, sondern vor allem als ein zweiter Theodor Fontane, denn dessen Leben lebt er nach.
Um Günter Grass' „Ein weites Feld" zu verstehen, muß man zuerst sehr viel Zeit in die Vorbereitungen investieren. Wer dieses Buch einfach mal eben so beginnt, wird bereits nach kürzester Zeit verwirrt. Man muß sich also sehr ausgiebig mit der Biographie von Theodor Fontane befassen, denn nur wer diese kennt, wird den Menschen Fonty verstehen und begreifen, was es mit seinen Erinnerungen an sein Leben auf sich hat.
Neben Fontanes Biographie sollte man auch seine Hauptwerke kennen. „Die Wanderungen durch die Mark Brandenburg", „Effi Briest" und „Irrungen, Wirrungen" sollte man gelesen haben, da Grass auch immer wieder Elemente aus diesen Bücher in „Ein weites Feld" einarbeitet. Auch Grass' Ansichten zur Wiedervereinigung sollte man kennen. Hierzu empfehle ich „Ein Schnäppchen Namens DDR".
Die Figur Hoftaller ist aus dem Buch „Tallhover" von Hans Joachim Schädlich entliehen. Auch Schädlichs Werk sollte man gelesen haben, bevor man sich an „Ein weites Feld" wagt. Wer sich die Mühe macht sich auf Grass' Roman vorzubereiten wird schließlich nicht enttäuscht werden. Schnell merkt man, wie gut Grass recherchiert hat und wie detailverliebt er bei „Ein weites Feld" vorgeht. Es wird in diesem Roman nicht nur die Wendezeit, sondern die Deutsche Geschichte von 1848 bis 1991 abgehandelt. Ein sehr interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt.
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am 7. Dezember 2000
Die Idee ist gut, gefällt grass-und fontane-freunden, die zeitsprünge machen spass - aber nur die ersten 300 seiten, dann reitet grass die idee zu tode. alles wird künstlich, die sprache, die situationen und die handelnden personen bleiben fremd. wie gut, wie faszinierend hat er diese idee der zeitverschiebung im "treffen von telgte" umgesetzt. das ist der fluch der besten schriftsteller in unserem lande: dass sie sich immer wieder mit ihren eigenen, besseren und viel besseren werken vergleichen lassen müssen.
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TOP 500 REZENSENTam 16. November 2002
Ich hätte es ahnen müssen, als ich das Fontane-Motto "Ein weites Feld" wieder erkannte. Fontane, der literarische Olymp hab' ihn selig, ist schon kein Unterhalter, aber so langweilig wie das vorliegende Buch von Günther Grass ist keines einer größeren Werke. Trotzdem machte ich mich an das Werk, weil das Projekt, eine literarische Bearbeitung der deutschen Einheit ebenso interessant wie ambitioniert ist und weil man dem Autor der "Blechtrommel" Einiges zutrauen kann. Aber es wurde schlimmer, als ich es jemals für möglich gehalten hätte. Die Doppelgestalt des Büroboten Wuttke und des Dichter Fontane ist ein jämmerlicher literarischer Plot, unergiebig und derart zum Übergeben langweilig, dass er noch nicht einmal Fontane-Fanatiker erfreuen wird. Wo ist die Handlung? Wo sind die Charaktere? Fehlanzeige! Es wird überhaupt nicht erzählt, sondern im Stil einer Stoffsammlung in den Zeiten hin- und hergesprungen und allerlei Erbauliches und Bräsiges vor den immer müder werdenden Augen des armen Lesers ausgebreitet. Das Einzige was auffällt, ist der scheele Blick, mit dem der Autor die Wiedervereinigung betrachtet und eine unangenehme unterschwellige Denunziation gegen alle Ideale, die der Autor nicht teilt. Kann man denn über das vorliegende Buch gar nichts Gutes sagen? möchte man fragen. Doch! Die Hochzeitsszene, etwa in der Buchmitte, zeigt den Meister von "Örtlich betäubt" und "Der Butt" auf der Höhe seines Könnens - leider nur für ein paar Dutzend Seiten innerhalb einer erzählerischen Wüstenei von mehreren Hundert Seiten. Günter, das war selbst für Deine überzeugtesten Fans zu viel.
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am 19. Dezember 1999
Günter Grass veröffentlichte 1995 seinen Roman ein weites Feld, der nicht zufällig die Methode von Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg erinnert. Im Mittelpunkt des Romans stehen zwei Personen, die zwei Vorgänger nachleben, und so die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts reflektieren. Die beiden Protagonisten fahren n den letzten Monaten des Bestehens der alten DDR kreuz und quer durch Berlin und kommen an verschiedenen Orten auf die Vergangenheit zu sprechen. Grass äußert auch Kritik an der Art der Wiedervereinigung, besonders an der Rolle der Treuhand. Dieses Buch löste große Kontroversen über seine Qualität aus, aber zumindest eins kann man sagen: Es ist nicht das beste Buch des neuen Nobelpreisträgers. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Mit Grass' Büchern kann ich eigentlich eine ganze Menge anfangen, die Danziger Trilogie habe ich mittlerweile zum zweiten Mal annähernd begeistert gelesen, aber an diesem Buch bin ich nach etwa 100 Seiten gescheitert. Dass Problem ist, dass Fonty als Protagonist so elend uninteressant bleibt. Aus allen Seiten quillt die Begeisterung Grass' für seine Idee hervor, Fontanes Person/ Biographie mit der Theo Wuttkes, Zeitzeuge der Wendejahre, zu verquicken, verquirlen. Doch Wuttke/ Fonty bleibt eine Unperson. Oskar Matzerath war/ ist ein unwahrscheinlicher Mensch, aber ein echter Charakter und irgendwie einschätzbar; Mahlke ("Katz und Maus") war/ ist als Person zwar charakterlich blass - aber glaubwürdig; Fonty ist eine reine Konstruktion, und zwar eine unglaubwürdige. Für ausgewiesene Fontane-Kenner ist "Ein weites Feld" vielleicht ein Aha-Erlebnis, es ist ja auch ein echtes Fontane-Fanboy-Buch, ich vermisse jedoch eine Handlung (gut, vielleicht schwingt sich das Buch ab Seite 100 langsam ein) und vor allem einen echten Hauptprotagonisten.
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am 6. August 1999
Als Günter Grass seinen damals neuen Roman „Ein weites Feld" im Jahr 1995 vorstellte gab es die bei Grass-Büchern schon fast üblichen Diskussionen: „Hätte man das nicht kürzer fassen können?", „Ist da nicht zu viel Politik drin?" und ähnliches wurde (mal wieder) gefragt. Marcel Reich-Ranicki hat, den Anspruch auf die alleinige Wahrheit beim Literaturgeschmack pachtend, das Buch sogar öffentlich zerrissen (tatsächlich und nicht nur verbal!!). Bei so viel Diskussion kommt man fast gar nicht darum, sich das Buch anzusehen und mindestens anzulesen. Meine Meinung ist, daß die ganze Aufregung nur künstlich war. Vielleicht hat ja Reich-Ranicki einen Werbevertrag mit Grass? Der Roman spielt im Berlin der Wendezeit - 1989. Durch das Wendeberlin gehen zwei ältere Herren, die ihre Geschichte - die deutsche Geschichte von 1848 bis eben 1989 - Revue passieren lassen. Das Buch ist schön geschrieben und ist es meiner Meinung nach durchaus wert, gelesen zu werden, ob trotz oder aufgrund Reich-Ranickis Kritik ist nebensächlich. Wie (fast) alle dicken Grass-Romane hat auch das „weite Feld" seine Längen, in denen Grass abschweift, aber eigentlich stören auch diese Stellen kaum. Ich kann das Buch nur empfehlen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 29. Mai 2014
Man kann es wirklich nicht anders sagen - das Buch ist Mist. Vielleicht intellektueller Mist - um das zu beurteilen bin ich aber nicht intellektuell genug... langweilig, langatmig, frei von Handlung - man ist geneigt das Buch in den Müll zu werfen. Und das gelingt einem mit einer ridikülen Leichtigkeit! Günter Gras, setzen, sechs!!!
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am 1. Dezember 2010
Wenn ich meine beiden Lieblingsautoren nennen müsste, wäre die Antwort wohl Günter Grass und Theodor Fontane. Eigentlich sollte das weite Feld dann ja mein Buch sein. Ist es aber nicht. Ein paar gute Szenen - Fonty rezitiert John Meynard im McDonalds - und ein exzellenter Schlussatz (sinngemäß: Briest irrt, ich sehe dem Felde ein Ende ab). Aber das ist nicht alles, und 2 Sterne eigentlich nur weil es Grass ist.

Bei Grass ist es ja häufig so, dass die Qualität etwas nachläßt, sobald die Geschichte nach 1945 spielt und "politisch" wird. Besonders deutlich wird das im Jahrhundert. Selbst beim Butt finde ich die Tribunalszenen im 70er Jahre Berlin schlecht gelungen und fallen vom Rest ab. Hier ist das ganze Buch politisch und spielt nach 1945 ....
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