Die attraktive Marylin ist eine Frau, die genau weiß, was sie will. Sie träumt davon, die finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen, die es ihr ermöglichen soll, ein Leben in individueller Freiheit zu führen. Doch dazu muss sie erst einmal auf Safari gehen und fette Beute schießen, was in den noblen Vororten von Los Angeles nichts anderes bedeutet, als sich das schwere Joch einer Ehe mit einem reichen Mann aufzubürden, denn Marylin ist ein gerissenes Luder, das über ein unsagbares Talent verfügt, das andere Geschlecht wie eine saftige Zitrone auszuquetschen. Weil sich ihr Gatte, ein Immobilien-Tycoon, in zahllosen Affären verrennt, beginnt sie nun einen Rosenkrieg, mit dem Ziel, die Konten des Schwerenöters in einer erbarmungslosen Scheidungsschlacht leerzuräumen. Doch sie hat die Rechnung ohne den gewieften Anwalt ihres Mannes gemacht, denn eben jener Miles Massey ist der Prototyp eines mit allen Wassern gewaschenen Rechtsbeistandes, der alle Tricks kennt, noch nicht ein Verfahren verloren hat und es wie kein anderer versteht, mit einem strahlenden Dauergrinsen im Gesicht, der gegnerischen Partei das Wort im Munde rumzudrehen. In diesem eigentlich aussichtslosen Fall setzt er nun einen Privatdetektiv auf Marylin an, der ein wenig in ihrer schmutzigen Wäsche schnüffeln soll und schließlich auch fündig wird. Was alle längst ahnten, wird zur skandalträchtigen Wahrheit: Die Liebe zu ihrem Mann war von Anfang an nur vorgetäuscht, sodass die gekränkte Marylin ohne einen Cent an Entschädigung für ihre seelischen Schmerzen aus dieser Ehe geht. Doch eine ehrgeizige Frau wie sie lässt eine solche Niederlage natürlich nicht einfach so auf sich sitzen. Sie dreht den Spieß um und legt einen Köder für den verschlagenen Spielverderber aus. Und weil sich Miles inzwischen unsterblich in den Vamp verliebt hat, schnappt die Falle auch zu und der Fisch geht ihr ins Netz, was Marylin nur ein süffisantes Lächeln abringt, das mitleidig auf Miles herabblickt, der sich für furchtbar schlau hält und noch nicht einmal ansatzweise ahnt, wie sehr er gerade aufs Kreuz gelegt wird.
In dieser heiteren Screwball-Komödie machen die Coens einen Ausflug in die schrille Welt des Boulevards, wo die Schönen und Reichen sich in den Klatschspalten die Klinke in die Hand geben, mehr Schein als Sein regiert, nichts wirklich authentisch und alles nur inszeniert ist. So schmücken sie in spöttischem Unterton den rosaroten Himmel der Stars und Sternchen mit schillernden Ornamenten aus, die zum Stigma für den Realitätsverlust dieses autarken Universums werden: Botox, Bussi-Bussi, schnelle Autos, luxuriöse Villen, prickelnde Schirmchen-Drinks unter glühender Sonne, ein Glas Champagner am Swimmingpool, ein Liebhaber im Kleiderschrank, muskulöse Toyboys, die in ihren braungebrannten Oberkörpern spärlich bekleidet die Hecken verschneiden; wilde Partys mit silikonbestückten Playmates, Sex, Lügen, Intrigen, verräterische Fotos und eine einstweilige Verfügung, die es untersagt, sich dem ehelichen Heim weniger als 100 Meter zu nähern; die Bigotterie vorgetäuschter Liebe, geheuchelte Tränen vor Gericht, die eloquente Konversationskunst von Winkeladvokaten, um das feindliche Lager watteweich einzuwickeln und mittendrin eine ausgekochte Männerhasserin und ein raffinierter Scheidungsanwalt, die beide im Prinzip nur Schauspieler sind und ihre Normalität, die eigentlich gar keiner Überhöhung bedarf, hinter einer Fassade aus Eitelkeit und Narzissmus verstecken, weil sie sich wie fast alle Coen-Figuren für clever genug halten, im Konzert der Großen ein bisschen mitzuspielen, um sich ein kleines Stück vom leckeren Kuchen zu gönnen. Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, die Coens besitzen ein regressives Geschlechterbild, weil sie Frauen hier als raffgierig und Männer als hormongesteuerte Herdentiere porträtieren, die blind ihrem Sexualtrieb folgen, was jedoch nichts weiter als eine überspitzte Staffage ist, denn dieser Film will lediglich eine originelle Persiflage auf die kalifornische Scheidungsindustrie sein, mit all den Absurditäten, die sich in diesem grotesken Milieu tummeln. Für Romantik und echte Gefühle ist hier einfach zuviel Geld im Spiel, suggerieren uns die Coens. Unter diesen Umständen währt die Liebe nur dann ewig, wenn man den sogenannten Massey-Vertrag unterschreibt, eine komplizierte juristische Konstruktion, die hieb- und stichfest ist und bei Annullierung der Ehe das eingebrachte Vermögen schützt. George Clooney agiert hier im Stile eines modernen Cary Grant-Verschnitts und es wird ja immer spekuliert, warum der unwiderstehliche Charmebolzen so bindungsunfähig ist und sich so vehement vor der Ehe drückt. In diesem Film gibt er nun endlich die ironische Antwort und offenbart uns sein Seelenleben: Der arme Kerl hat Angst vor der Liebe und eben in jenem Moment, als sein Alter Ego Miles seine Paranoia überwindet und sein Herz Marylin anvertraut, bekommt er fürchterlich eine über den akkurat frisierten Latz gezogen. Es sind die neckischen Zänkereien, die doppelzüngigen Dialoge, die charmanten Durchtriebenheiten und die eifersüchtigen Giftpfeile, mit denen Miles und Marylin Stück für Stück ihr inniges Verhältnis aufbauen und somit dieser etwas klischeehaften Komödie die nötige Würze verleihen.
Auf der Innenseite dieses wunderschön gestalteten Digi-Paks ist ein grandioser Aufsatz von Christian Petzold von der SZ-Kinoredaktion abgedruckt, der insbesondere die erste Szene mit Geoffrey Rush noch einmal näher beleuchtet und exakt den Ton des Films trifft.