Deborah Lurie - ein neuer Stern am Filmkomponistenhimmel? - Gut möglich. Der Score zu "An Unfinished Life" kann sich jedenfalls "hören" lassen. Lurie arbeitet meist mit Piano, Violine und Westerngitarre über getragenen Streicherpassagen. Die Klaviermelodien erinnern etwas an den Stil von James Horner und die Passagen mit Westerngitarre weisen eine gewisse Ähnlichkeit mit denen im Score von Michael Kamen zu "Open Range" auf. Wer diesen also mag, kann hier getrost zugreifen. Im Übrigen ist anzumerken, dass die Klangqualität der Hollywood Studio Symphony wieder einmal keine Wünsche offen lässt; der Sound ist umwerfend. Der Eindruck eines zusammenhängenden "Gesamtkunstwerks" mag bei "An Unfinished Life" nicht recht aufkommen, da kaum ein Track über zwei Minuten dauert, sodass das Hörerlebnis ständig durch zwei Pausensekunden unterbrochen wird. Insofern finde ich die Filmmusik, bei der die einzelnen Tracks ineinander übergehen, angenehmer zu hören. Aber das ist Geschmackssache. Negativ ist mir die Gesamtlaufzeit der CD aufgefallen, lediglich 35 Minuten. Daher habe ich einen "Stern" abgezogen. Ansonsten hätte ich dieser wirklich beachtlichen Leistung von Deborah Lurie fünf "Sterne" gegeben. Dieser durchweg in melancholischer Stimmung gehaltene Score macht wahrhaft neugierig auf weitere Arbeiten dieser Komponistin, die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lassen. Fazit: "An Unfinished Life" ist jedenfalls für wahre Filmmusikliebhaber ein wirklich lohnenswerter Kauf!